国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0184 |
Alt-Kutscha : vol.1 |
| 古代クチャ : vol.1 |
キャプション
| [Figure] Fig. 60. |
キジル、穹窿アーチB、ボディサットヴァ(Bodhisattva:菩薩)穹窿の石窟、『シナ・トルキスタンの古代仏教祠堂』、 60ページの20。Qyzyl, aus dem Gewölbebogen B mit dem Bodhisattvagewölbe, Kultstätten S. 60, 20.
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引用情報
OCR読み取り結果
II,54
Gruppe —, mögen wir noch weiter kommen.
Und in der Tat, wenn ich mir die rein äußer-
liche Art, mit der die Leute, welche unsere
Höhlen ausmalten, überlege, so sehe ich keinen
Grund, warum nicht in solcher Methode an
die Dinge gegangen werden darf. Freilich darf
ich nicht vergessen — ein Umstand, der so-
wohl gegen wie für meine Ansicht geltend
gemacht werden kann —, daß uns viel fehlt.
Am wichtigsten wären die großen Anlagen der
Städte, welche nach meiner Auffassung die
Vorlagen der Höhlen waren; aber auch von
den Höhlen sind sicher die schönsten — die
der unteren Reihen, welche in Qyzyl das Tal
umkränzten — zerstört. Auch die Orte, in denen
die Ereignisse stattgefunden haben sollen —
Gandhâra, Taksaśilâ usw. —, hatten sicher gran-
diose Heiligtümer mit den für unsere Höhlen-
bilder vorbildlichen Darstellungen, und von
ihnen aus wäre die Brücke sicher zu schlagen.
Wir müssen also auch hier betonen, daß noch
ein Joch zu der großen Brücke fehlt, die den
Zusammenhang völlig ausfüllt, und daß wir
jetzt nur die Arme über eine Lücke hinweg-
strecken und uns helfen müssen, so gut es
eben geht.
Wenn wir also rein äußerliche Ähnlichkeit
mit umgedeuntetem Inhalt verwenden, so können
wir noch die Legende — Variante der Śivi-
Legende! — unterbringen, in welcher der
Bodhisattva sein Fleisch opfert, um einer Taube,
welche ein Raubvogel als Beute für sich in
Anspruch nimmt, das Leben zu retten. Hier
haben wir zwei Kompositionstypen vor uns:
II,54
eine nach meiner Meinung jüngere, in welcher
Śivi, vor einem Desemer stehend, sich das Fleisch
abschält, während die Taube auf der Schale
sitzt und der Habicht wartet, — eine ältere
(Höhle „mit der Gebetmühle" Qyzyl), in welcher
er auf einem eckigen Throne sitzend die Arme
einer heranfliegenden Taube entgegengestreckt,
im Hintergrund steht der Mann mit dem
Desemer. Die Vorlage kann ganz gut Noah
in der Arche sein, indem der viereckige Thron
eine Ummalung der Arche, der Desemer die
Umdeutung des Takelwerks und der Bemastung
der Arche darstellt. Sind die Bilder ja nun
doch mit Patronen oder Pausen hergestellt, so
konnte recht gut eine solche Patrone zur Unter-
zeichnung gedient haben, welche Noah und die
Taube darstellte — die Ausmalung korrigierte
das Schema ins Buddhistische um.
Es sind kühne Hypothesen, die ich hier
ausspreche; aber durch den Zusammenhang
gedeckt, scheinen mir diese Nachweisungen
möglich. So muß ich es zukünftiger Arbeit
und besseren Kennern als ich bin, überlassen,
ob sie allgemein angenommen werden können.
Der Grundgedanke aber, daß die Aufopferung
des eignen Lebens zum Teil unter schweren
Martern zum Wohl der Kreaturen eine christliche
ist und dem Buddhisten doch eigentlich nicht
behagt, ist meines Erachtens richtig. Das ist
das wahre, wirkliche Mahâyâna, welches hier
in Mittelasien sich entwickelte und dessen Ent-
stehen wir nicht nur in den zahlreichen Dar-
stellungen des Gandhâragebietes sehen, sondern
dessen schwere Forderungen für den, der als
Heiland — hier als Buddha — späterer Zeiten
auftreten will, in den kleinen Bildern vor
uns sehen. Gewiß, die gegebene Erklärung
ist von ungewöhnlicher Bedeutung für die
Religionsgeschichte, da sie nichts mehr und
nichts weniger als den Beweis bedeutet, daß
christliche Ideen ja geradezu die Grundidee
des Christentums, die weltbedeutende Rolle
der sogenannten nördlichen Kirche ermöglichen.
Ja noch mehr an diese entstellte christliche,
heroische Erlöseridee schließen sich grauenvoll
blutige Szenen an. Die Verwendung mensch-
licher Opfer zur Erlangung übernatürlicher
Kräfte knüpft an Szenen, wie der Martertod
des Isaias, an und gibt uns den Beweis, daß
in den Gemälden der zweiten Stilperiode schon
die Tantras, angelehnt an das Mahâyâna, voll
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