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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0015 Chotscho : vol.1
ホッチョ(高昌) : vol.1
Chotscho : vol.1 / 15 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000194
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OCR読み取り結果

bemächtigt haben, glauben aber, daß unter ihrer Herrschaft — etwa im 8—9. Jahrhundert —
ein Teil der soghdischen und tocharischen Bevölkerung der Stadt und des ganzen Landes im
türkisch-uigurischen Volkstum aufgegangen sei.

Die große Masse des Volkes scheint dem Buddhismus angehangen zu haben, bis etwa um
die Mitte des 9. Jahrhunderts der König Bugur Čhin, zum Manichäismus übertrat¹ und sicher-
lich eine größere Anzahl der Vornehmen seinem Beispiel folgte.

Dieses Ereignis brachte von Neuem iranische Einflüsse ins Land, und besonders scheint
die persische Miniaturmalerei in den Gemeinden der Manichäer gepflegt worden zu sein. Die
manichäische Schrift wurde von dieser Religionsgesellschaft verwendet, während die buddhisti-
schen Uiguren sich der spätsoghdischen („uigurischen"), seltener der Brāhmī-Schrift bedienten.²
Einige manichäische Fragmente in köktürkischer Runenschrift zeugen für die Verwendung

auch dieser Schrift durch uigurische und iranische Manichäer.³

Der Einführung des Manichäismus folgte die Blüte des Uigurenreiches, die rund hundert
Jahre gewährt haben mag. Etwa in der Mitte des 9. Jahrhunderts erlag die Macht dieses Staats
den Angriffen der Kirgisen⁴ und unserer Anschauung gemäß fällt in diese Zeit (etwa 843) eine
katastrophale Zerstörung der Stadt.

Später scheint die Stadt teilweise wieder aufgebaut worden zu sein, die Großmachtstellung
der Uiguren war aber endgültig gebrochen: der geschwächte Staat konnte nach dieser Nieder-
lage nur noch eine verhältnismäßig schwache Renaissanceblüte entfalten. Diese Periode der
Renaissance dauerte bis zum Ende des 14. Jahrhunderts — dann kam auch sie durch die
Einführung des Islams zum Abschluß.