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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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Chotscho : vol.1 |
| ホッチョ(高昌) : vol.1 |
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小寺院の平面略図、第10号窟南テラス。Schematischer Plan des Tempelchen, Südterrasse Tempel Nr. 10.
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kleine Kapelle (cf. Tafel 72, f) mit nach Osten geöffneter Tür: wenn man auf dem Sockel des Kultbildes in der Cella des Haupttempels steht und mit der Camera durch die Mitte der Türöffnungen visiert, findet man, daß die Mitte der Westwand dieser Kapelle genau gegenüber dem Teile der Cellaward unseres Tempels liegt, wo früher das Kultbild gestanden hat.
Die zahlreichen Stüpen, die in dem Tale und auf den Höhenrücken liegen, wurden untersucht, ohne daß wichtige Funde gemacht werden konnten; in allen wurden Fetzen von Brāhmī-Manuskripten, seltener von uigurischen oder chinesischen Handschriften, gefunden. Ein leicht erhaltenes manichäisches Manuskript, sowie Tonpausen mit chinesischer Aufschrift, vertrocknete Blüten einer Malvenart, sowie groteske Zeichnungen (z. B. eine Geburtsszene) mit uigurischen und Brāhmī-Kritzeleien wurden in dem am meisten stromauf gelegenen Stüpa auf dem rechten Ufer, dicht bei der langen, schmalen Gebäudereihe nördlich von Tempel Nr. 9 gefunden (vergl. Tafel 72, h, wo dies Gebäude und die Stüpen undeutlich auf der rechten Seite der Photographie erscheinen). Alle diese kleinen Bauten haben zur Beisetzung von Aschenresten Verstorbener gedient; sie sind, teils in Krügen, teils in Kürbisschalen verwahrt, in den kleinen, rechteckigen Hohlraum des Stüpa eingesetzt und dort vermauert worden.
Häufig waren die Blumenbehälter ersetzt durch kleine, aus buntem oder aus vergoldetem Papier zurechtgeschnittene Blumen von Handtellergröße. Krüge mit laciniierteren Leichensamen wurden übrigens auch hier und da in den Wandungen der Tempel oder Klosterräume entdeckt; so z. B. im Tempel Nr. 10, in der Sänginer Schlucht und in den Mauern über der „Leichenhalle", Ruine „K", Chotscho.
Während wir mit diesen Arbeiten beschäftigt waren, hatten zwei alte Weiber und ein Mann einen ganz unscheinbaren, etwa 1½ m breiten Kiesabhang auf dem rechten Ufer des Flusses, gegenüber der Naklars-Höhle (Tempel Nr. 6, Gaenwedel) unweit der Brücke, angehackt: sie fanden darunter einen Mauerrest geringer Höhe, der einen rechteckigen etwa 2½ m bei 2 m großen Raum bildete. Das Innere des Rechteckes war mit weißem Stuck belegt und solche geglättet; Spuren einer Tür waren nicht sichtbar. In diesem Raum wurde eine Menge von Brāhmī- und anderen Manuskripten gefunden, aber auch fünf sehr große Köpfe, von denen drei auf Tafel 55 wiedergegeben sind. Diese Köpfe müssen großen Statuen angehört haben, über deren Standort wir uns keine Schlüsse erlauben können: der Raum, dessen Mauerstärke beschrieben wird, ist wahrscheinlich die Kammer eines sehr großen, aber, den Schutzmassen nach zu schließen, niederen Stüpa gewesen. Die Dicke der Mauern konnte nicht festgestellt werden, da die Ziegel nach außen hin unter dem Einfluß der Feuchtigkeit zu gewöhnlichem Löß zerflossen waren.
War der Erwerb dieser Manuskripte, unter denen sich Buchblätter in tocharischer Sprache befanden, eine ansehnliche Bereicherung unserer Sammlung von Brāhmī-Manuskripten, so sollten die nächsten Ruinen unseren Bestand an diesen Handschriften, besonders aber an uigurischen Texten, noch weiter vermehren.
Die sehr große Ruine Nr. 9 bot ein Bild der einzeitlichen Zerstörung (cf. Tafel 72, 73). Das ganze Rechteck, aus dem die Anlage besteht, ist von starken Mauern umschlossen, die auf der Südseite noch erhaltene Türme aufweist, während die Nordseite nur durch zwei kleinere und großenteils zerstörte Ecktürme flankiert wird. Der Südwestturm ist von besonderer Mächtigkeit; der Südostturm dagegen nur ein massiver Block aus Luftziegeln, auf dem ein kleiner, nach Osten geöffneter Tor errichtet ist. Diese Eigenthümlichkeit der Anlage läßt es zweifelhaft erscheinen, ob diese Türme zur Verteidigung gedient haben — nach außen gerichtete Schießscharten und dgl. würden für diesen Zweck angemessener sein. Sehr groß ist der Haupteingang, der, dem massiven Eingangstor gegenüber, in der hinteren Hälfte des durch die Mauern eingefaßten Raumes liegt und durch einen, die andere Hälfte dieses Raumes einnehmenden Hof von dem Tore getrennt ist.
Die Betrachtung dieses Hofes war sehr niederdrückend, denn der Lößboden zeigte durch die zahlreichen und sehr tiefen Risse und Sprünge, die ihn nach allen Richtungen durchzogen, daß infolge der Zerstörung eines Teils der Ostwand die Wasser der Schneeschmelze allmählich sich hier gesammelt und den Boden meterlief durchnäßt hatten.
Der Tempel ist nach einem Plan errichtet, der mit dem des Tempels Nr. 7 viel Ähnlichkeit aufweist; zeichnen wir uns nicht, so umgibt auch hier ein Wandgang eine Cella, das aus Vorhalle, Pfeiler und Gängen besteht. Eine genaue Aufnahme des komplizierten Gebäudes wurde nicht gemacht, sondern, wie überall, als archäologische Arbeit bis zu Prof. Gaenwedels Ankunft, die als bevorstehend angekündigt wurde, verschoben.
Die Gänge um das Heiligtum waren sehr durchfeilt; es unterliegt keinem Zweifel, daß sie figürliche Darstellungen besessen haben, die in starkem Relief auf den bemalten Wänden angebracht waren. Obwohl von der Bemalung keine Spur mehr vorhanden war, bewiesen doch die zahlreichen, aber durch Salz und Nässe ganz unkenntlich gemachten Figurenreste, daß früher derartige Dekorationen die Gänge geziert hatten.
Nach Feststellung des für unsere Aufgabe ungünstigen Befundes wurden die übrigen Räumlichkeiten untersucht; sie bildeten ein Gewirr von Hallen und Zimmern auf der Südseite: hier war überall Wasser in großen Mengen eingedrungen. Günstiger lagen die Dinge auf der Nordseite des Hofes, wo die Wohnzellen der Mönche in langen Reihen, zum Teil noch mit altem Schutt gefüllt, zu einer Grabung herausforderten. In den letzten drei Zellen in der äußersten Nordostecke gelang denn auch ein Fund meist uigurischer Manuskripte, nämlich großer „pothī"-Blätter des „Maitreyā-Samiti" genannten Stückes. Die Zellen, die 8 × 12 engl. Fuß maßen, waren z. T. übersät mit vielen von ihnen befanden sich Kamins, die der bei Gaenwedel S. 172, Abb. 104, wiedergegebenen Feuerstelle ähnlich sind, nur war die rohrförmige Reliefverzierung oberhalb der Öffnung relativ bedeutend kleiner, diese selbst bedeutend größer.
Eine geringere Ausbeute an Manuskripten lieferte eine kleine Grabung auf der südlichen Terrasse des Tempels Nr. 16, der u. E. nur ein Teil einer nicht mehr vorhandenen, riesenhaften Anlage ist, die an den abgegrenzten Berghängen oberhalb der „Biegung" des Qara-Chōdscha-Baches gemessen hat. (Ebenso werden noch mehrere andere, ähnliche, sehr große Bauten weiter stromaufgelegene Felder eingenommen haben, überall da, wo die künstliche Abgrabung der Felsen und Reste von Mauern die Tätigkeit der Menschenhand verraten.)
Die erwähnte Südterrasse des Tempels Nr. 10 trägt auf ihrem südlichen Ende einen sehr
kleinen Tempelraum, der noch mit altem Schutt gefüllt war. Bei seiner Ausräumung ergab sich eine sonderbare Anlage:
an der Mitte der linken Wand führten nämlich einige schmale Stufen in eine enge, die ganze Hinterseite des Tempelchens einnehmende Vertiefung, deren Zweck wir nicht zu erklären vermögen. Diese Vertiefung, wie auch der Treppenraum, war angefüllt mit Manuskripten aller Art (eine ähnliche Einrichtung fand sich u. W. nur noch in der kleinen, dem Tempel Nr. 7 gegenüberliegenden Kapelle). Eine größere Anzahl, leider durch Feuer beschädigter pothī-Blätter in Brāhmī-Schrift, aber in türkischer Sprache, wurde u. a. hier gefunden.
Unmittelbar vor dem Tempelchen fanden wir auf der Terrasse die Reste eines Sockels. Sein oberer Rand hatte, dem im Schutt gemachten Funden nach, eine Saṃskrit-Inschrift in Brāhmī-Schrift getragen. An den Seiten scheinen sich allerhand bildliche Darstellungen befunden zu haben, von denen u. a. folgende Szene erhalten ist. Ein rotgekleideter Mönch steht am Ufer eines kleinen blaugrünen Gewässers, aus dem die Häupter ertrinkender (?) Menschen angewoll zu ihm aufblicken. Das Verpatzstück mit diesem Bilde muß, seiner Beschaffenheit nach, die linke Außenkante einer der Seiten des Sockels bekleidet haben.
Von diesem Tempel stromaufwärts zeigen die senkrecht abgegrenzten Berghänge noch hier und da die Stützen früherer Anlagen und mitten auf dem Wege liegt im oberen Teil der Schlucht noch ein großes massives „Jura", von einigen Mauern umgeben. Der Strom hat hier die Lößklippen auf seinem rechten Ufer stark zerstört; der Cañon ist daher hier erheblich breiter als weiter stromabwärts; auf den beiden Ufern steht im Flußtal eine Anzahl Obst- und Weidenbäume. Unterhalb des „Jura" liegt auf dem linken Ufer dicht am Wege eine Ruine von quadratischer Form, die stark zerstört war, aber trotzdem noch einige Wandgemälde auf den Innenmauern trug (Tafel 73, g). Nach Entfernung der leicht trockenen oberen Schuttlagen stießen wir wieder auf seitlich getrocknetes Löß, der in einer Lage von wenigstens 1,25 m den unteren Teil des Tempels füllte. Die Wandgemälde hatten sich trotz des durch oberen Rand dieser durch die wiederholte Durchnässung verhärteten Lößmasse erhalten, waren aber in der unteren Fläche so vermodert, daß nichts mehr darauf erkannt werden konnte. Die Südostecke des Raumes einschließlich der Südwand (und damit die dicke, rechte Seitenwand) war zum Teil zerstört. In der SO-Ecke war ein Streifen des Verputzes noch erhalten; darauf erschien, durch Beschädigungen aller Art fast unkenntlich gemacht, der Kopf und die Schultern eines etwa lebensgroß gemalten gelben Mönches, an dessen rechter Schulter ein Teil der Namensstift mit schwarzen Resten von zwei oder drei chinesischen Buchstaben noch undeutlich zu erkennen war. Die Südwand trug auf Tafel 15 wiedergegebenen Gemälde; die Nordwand dagegen zeigte in ihrer Mitte die Darstellung eines riesigen grünfarbigen Dämons.
Das Ungeheuer besitzt einen großen, ungeheuren grünen Kopf mit zwei Augen, einem weit aufgerissenen, mit großen Hauern versehenen Maul und starkem durch die Wassergabe dargestellten Haar. An der Seite des Halses tritt auf jeder Seite ein abschreckend häßlicher Kopf hervor; je drei armbandartige, mit hervorragenden Muskeln versehene Arme sind auf jeder Seite des Körpers ausgestreckt.
Auf dem gelblich-roten Hintergrund zur Rechten des Bildes sieht man noch einen Teil einer fortgesetzten Vogelreihe. Die Darstellung ist zu fragmentar, um die Absicht des Malers erkennen zu lassen; doch die dritte Expedition sind aber in dieser Gegend besser erhaltene Wiedergaben desselben Bildes noch gefunden worden, auf denen den Ungeheuer als auf einem Berggipfel liegend dargestellt ist: ein starker Wasserstrom strömt kaskadenartig aus dem offenen Schlund in ein unter ihm liegendes Gewässer, und das Wasser dient als Wasserquelle.
Von der nächsten Umgebung dieses Tempelchens gesellt man einen nicht unschönen Blick auf den Abschluß des südlichen Teiles der Sänginer-Schlucht (Tafel 73, h). Sie macht hier eine Biegung nach Norden. Weiter nach Norden, wo sich die kleine (von uns nicht mehr besuchte) Flecken Sängim, von dem die Schlucht ihren Namen erhalten hat, liegt am nördlichen Ausgang des nördlichen Teiles der Schlucht, in dem kleine Ruinen alter Siedlungen mehr vorkommen sollen und, soweit wir diesen Teil kennen, auch nicht vorkommen.
DAS KLOSTER BÄZÄKLIK BEI MURTUQ.
In die Biegung des Stromes, den unsere Leute „Sürüg-sü" (gethes Wasser) nannten, mündet hinter den vorspringenden Klippen des rechten Ufers (cf. Tafel Nr. 73, h) der Murtuq-Bach; der auf dem Bilde links von den starken Weidegelblich erscheinende letzte Vorsprung dieser Klippen ist mit einem „Jura" gekrönt.
Über den Sürüg-sü oder Qara-Chōdscha-Bach führt eine, auf dem Bilde durch die vorspringenden Klippen des rechten Ufers verdeckte rote Brücke; um nach Murtuq zu gelangen, überschreitet man diese Brücke,
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