National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0042 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
Zeichens. Wenn wir auch zunächst nichts für
die Aussprache der Zeichen gewinnen, so sehen
wir doch, daß wir ein Gegenstück zu der
Hieroglyphe mit der Blutlache vor uns haben,
also wahrscheinlich ebenso einen Namen eines
Dämons, der das Zeichen seiner Strafe als Ele-
mente seines geschriebenen Namens zeigt, wie
der Hauptteufel selbst. Es fragt sich nun freilich,
was das Zeichen allein und seine Varianten aus-
drücken sollen. Das klar zu legen, müssen
wir weiter ausgreifen.
22.
Es ist in der Inschrift des Löwen von
Marasch (Fig. 19) eine Figur, die geradezu
einzig ist und auf die eine zweite, etwas
beschädigte, folgt: ganz am Ende der Z. 5
auf dem linken Oberschenkel des Löwen;
daß diese Figur, was ihren oberen Teil be-
trifft, irgendwie in Beziehung steht zu der
Variante des enthaupteten Tieres (21) ist doch
recht wahrscheinlich, wenn auch nicht geleugnet
werden soll, daß die Unterschiede sehr stark
sind, denn abgesehen von dem darunter-
postierten Gestell ermangelt die Figur selbst
eines Beines, aber was wir daraus lernen können,
ist das, daß auch diese so abgerundet er-
scheinende Tierfigur in Elemente einzelner
Striche und Bogen aufgelöst werden muß,
die, der jeweilig nötigen Wortform angepaßt,
recht bedeutende Veränderungen erhalten
können. Sehen wir uns nun die obere Zeile (2)
derselben Inschrift noch einmal genauer an,
so finden wir außer dem enthaupteten Tiere
auch die zwei anderen Hieroglyphen, die, wie
oben (20) gesagt wurde, in Mulden stehen,
frei davon, nämlich einen derben Stierkopf
und zwei Kolonnen hinter ihm die Harpune,
den Stierkopf mit vier Strichen auf der Backe,
die Harpune mit einem kleinen Punkte an
der Vorderseite und einer schrägen Linie nach
rückwärts. Sehen wir nun die Schwertinschrift
(Fig. 20), so finden wir von solchen Zeichen
in den ersten zwei Linien nur den Stierkopf,
das enthauptete Tier gar nicht, und erst kurz
vor dem leider zerstoßenen Schluß zwei
Harpunen nebeneinander, von denen die
zweite auf zwei kurzen schrägen Linien steht.
Im zweiten Abschnitt der Inschrift aber, die,
wie erwähnt, fünfmal die Harpune in der Mulde
und das enthauptete Tier ganz groß gezeichnet
enthält, begegnet uns gegen die Mitte von
Z. 5 zu eine Gruppe, die den Stierkopf ent-
hält und neben einer großen, etwas zerstoßenen
Hieroglyphe und dem davor stehenden runden
Topf, wie später nachgetragen, eine kleine
mit zwei schrägen Linien als Fuß versehene
Harpune. Kurz vor dieser Stelle erkennen
wir eine Hieroglyphe wieder, die allerdings
gerandet und plumper gezeichnet auf dem
Löwen von Marasch (Z. 1) im Gefolge jener
ungewöhnlichen, oben notierten Zeichen vor-
kommt. Das Zeichen selbst besteht aus einem
augenlosen Rachen mit der fast ornamentalen
Verlängerung, mit der besonders Hände in
verschiedener Haltung als sehr häufige Hiero-
glyphen erscheinen. Wir finden dasselbe
Zeichen noch einmal am Anfang von Z. 4,
zufällig wohl im Vorderteil etwas kleiner, aber,
was sehr wichtig ist, im Gefolge von vier
Hieroglyphen, die es auch auf dem Löwen
von Marasch begleiten, und gleich darauf zwei
davon, die erste durch einen angesetzten kleinen
Strich wie angegliedert an das vorige vor der
Harpune. Auf diese Stelle, die eine Phrase
des Löwen von Marasch wiederholt, nimmt
also die folgende Zeile Bezug. Es ist aus
dem Beobachteten ersichtlich, daß der Inhalt
beider Inschriften sich mit denselben Dämonen
und ihren irdischen Vertretern wahrscheinlich
durch einen verpönten, grausamen Kultus
befaßt. Es müssen also diese drei fast sym-
bolischen Hieroglyphen einen solchen den
Iranern als dämonisch erscheinenden Kult
darstellen, ja, man könnte auf die Idee kommen,
daß die drei Zeichen direkt von diesem Volke
gebrauchte Symbole oder gar rezipierte Schrift-
zeichen sind. Bevor wir aber diese Hypothese
weiter verfolgen, tun wir gut, zu der Inschrift
mit der Priesterfigur (Fig. 22) zurückzukehren,
da sie sich trotz ihrer Lücken durch ihre Wieder-
holungen zu solchen Untersuchungen besonders
eignet. Es ist auch dort ein Kreuz, das sich
aber erheblich von denen des Löwen von
Marasch unterscheidet. Der Sinn dieser Figur
muß auch ein völlig anderer sein. Teilen
wir nämlich dieses Kreuz nach den angegebenen
Linien, so erhalten wir vier just solche Ecken,
wie sie gleich in den folgenden zwei Zeilen,
begleitet von einer kleinen senkrechten Linie,
erscheinen, und wie sie besonders in den
ersten Zeilen der Inschriften (Fig. 23, 24, 25,
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