National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0069 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
Korrektheit meiner Auffassung allen Zweifel
beseitigen wird. Polemik an Einzelheiten,
Kritik besonders meiner Ablehnung der hohen
Bedeutung der sogenannten „Künste" Asiens
beachte ich gar nicht; die Antworten darauf
werden neue, immer derber eingreifende
Materialien sein, die ich seit mehr als zwanzig
Jahren, als die Welt noch offen war und
und der Deutsche noch Achtung in der Welt
genoß, mir sicherte. Wo andern unver-
ständliche, mißtrauisch betrachtete Texte aus
mißachteten Literaturen nur in kurzen Ex-
zerpten mitgeteilt werden konnten, war schon
diese Hoffnung angedeutet, noch das Ganze
bringen zu können. Es ist zu beachten, daß
aus den oben gegebenen Erklärungen des
mutmaßlichen Inhalts, aus den Formen der
Hieroglyphen, der schreckliches uns zu ent-
hüllen scheint, keine Andeutung sich ergibt, auf
wessen Befehl und zu welchem Zweck diese er-
staunlichen Inschriften hergestellt worden sind.
Das muß doch irgendwie und irgendwo zum
Ausdruck kommen, besonders auf Steinmälern
von so offizieller und man kann wohl sagen
drohender Form, die durch ihre Ausstattung,
was Fig. 19, 20 betrifft, durch die scharfe
Betonung der Machtsymbole eines iranischen
Königs, Schwert und Löwe, sich kundgibt.
Wenn wir überlegen, daß der bisher er-
schlossene Inhalt Schrecken einjagen soll, so
kann dabei nicht außer acht gelassen werden,
was uns oben (38) schon unabweisbar aus
inneren Gründen sich ergebend erschien, daß
auch hier, ich rede jetzt von Fig. 19, die
so abschreckend erscheinenden Hieroglyphen
einen lautlichen Wert haben müssen, der diese
so nahe liegende, absolut nötige Frage be-
antwortet. Mit anderen Worten iranische
Worte, der Namen des Königs, seines Volkes
und also der Erlaß selbst in einer iranischen
Sprache muß, um Schrecken einzujagen, mit
diesen Zeichen der Vernichtung geschrieben
sein. Wie weit das richtig und überhaupt
möglich ist, wird die Analyse zeigen. Maß-
gebend für das Verständnis dieser unzweifelhaft
iranischen Inschriften ist der Umstand, daß
die vielen vorkommenden Sonnenbilder überall
wiederkehren; denn diese so verschieden er-
scheinenden Scheiben sind Sonnenbilder, die
auf einen Sonnen- und Lichtkultus bei dem
Volke, das die Inschriften herstellen ließ,
weisen. Das kann unter Zuziehung manch
anderer bereits bemerkter Einzelheiten nur
die Religion des Zarathustra sein, in der der
Kult der Sonne und der Sterne die Haupt-
rolle spielte. So werden wir direkt auf
astrologische oder, um den Ausdruck zu ge-
brauchen, magische Grundanschauungen ge-
führt und der Gedanke nahegelegt, daß auch
diesem Umstand Rechnung getragen werden
muß. Es spielt in der iranischen Sage eine
wunderbare Schale eine hervorragende Rolle,
das Urbild aller Zauberkreise, aller Man-
dala's, die siebenteilige Schale Yimas, der
als der erste König gilt, wohnend in einem
Paradiese, das er aber durch eine Sünde
verlor. Diese Schale ist das Urbild ira-
nischen Königtums, wodurch der Träger
der Krone in unmittelbarem Zusammenhang
bleibt mit den Lichtern des Himmels. Noch
im Schâhnâme wird bei schwierigen An-
gelegenheiten seitens des jeweiligen rechtlichen
Königs diese Schale unter feierlichen Zere-
monien befragt. Es ist unabweisbar, die
Spuren dieser Anschauung in Inschriften zu
suchen, die in so machtvoller Weise die
Symbole des Reiches und des Königtums zum
Ausdruck bringen. Erinnern wir uns ferner
der größten Anlage einer solchen Schale,
der von Herodot I, 98 erwähnten Burg der
medischen Könige mit ihren sieben bunten
Mauerkränzen. Hier ist das Urbild, nebenbei
gesagt, jener gemalten oder aus Bronze oder
gar aus Edelmetall hergestellten Götterstädte
der lamaistischen Tantriker. Diese Schale und
ihr in Ekbatana als Königsburg der medischen
Könige im Großen nachgebildetes, riesiges
Modell muß als eigentliche Begründung jener
beiden andern Machtsymbole sich doch irgend-
wie in den Inschriften nachweisen lassen.
Die Urform des von Yima, dem ersten
Menschen oder dem ersten König und Herrn
der Erde bewohnten Paradieses muß das
iranische Gegenstück sein zu den gespaltenen,
halbierten und durch Keime von innen heraus
entstellten Scheiben einer den medischen
Herrschern als gottlos, himmelstürmend und
himmelherabsetzend erscheinenden Religion
eines feigen unterworfenen Volkes, das Fallen
stellte und grauenvolle Opfer, wobei Menschen
verbluteten und verbrannten, brachte. Und
in der Tat ergibt sich schon aus Z. 1 Fig. 19,
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