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0076 Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1
The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 / Page 76 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000193
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Handformen sind, welche mit diesen Zeichen
allein erscheinen. Zu beachten ist ferner, daß
die mit Lesezeichen versehene Inschrift den
Arm mit doppeltem Lesezeichen ausstattet,
während die anderen fünf, sämtlich ohne Lese-
zeichen, statt des kleinen Halbkreises eine
Ecke setzen. Es ist also damit zum Ausdruck
gebracht, daß dieser Arm mit besonderer Auf-
merksamkeit angesehen werden soll, der Grund
muß darin liegen, daß der Arm selbst die
Macht hat einzugreifen. Der Arm selbst aber
ist verschieden, denn abgesehen von der ganz
eigentümlichen Inschrift von Malatia Ordasu
unterscheidet sich der Arm von Fig. 19 von
denen in Fig. 23, 24, 25, 26 dadurch, daß er
sich nach rückwärts spaltet in einen oberen
geraden Streifen und einen nach unten ge-
bogenen, eine Form, die auch der bewaffnete
und andere Armformen auf den Inschriften
zeigen. Diese fast ornamentalen Ausläufer
müssen also einen besonderen Sinn haben und
dieser Sinn kann füglich nur darin bestehen,
daß es angerückte Schriftelemente sind, die
das Wort, das der Arm als solcher ausdrückt,
verändern. Wir haben oben (40) die Ecken,
welche besonders in Fig. 22 auftreten, tastend
in Beziehung gesetzt zu dem Zauberbecher
des Yima, dem Ursymbol des Königtums so-
wohl, als der dem Königtume innewohnenden
überirdischen Kraft und Einsicht und wagen
es daher anzunehmen, daß dieser überirdische
aus den Ecken des Bechers auftretende Arm
das Symbol des Königtums, vielleicht der
Ausdruck für den König selbst ist. Wenn dies
der Fall ist, müssen wir die Lesezeichen, welche
den Arm in Fig. 19 begleiten und welche dort
nicht die Ecken zeigen, sondern die kleinen
Halbkreise in einem Sinne nehmen, der auch
für alles Übrige, was mit diesen Zeichen aufge-
führt erscheint, entscheidend für die endgültige
Lesung, wie wir hoffen, nennen. Da der
Becher Yimas der Erde entspricht als Gegen-
stück der Sonne, so muß die halbe Scheibe
(der Halbkreis), die den Arm auf Fig. 19 an-
statt des Ecks begleitet, das Symbol der
Sonne selbst sein und der Arm kann dann
nur die aus dem ewigen Lichte herabkommende
königliche Macht oder, wie die Avesta-Über-
setzer sagen, die mazdähgeschaffene unna-
bare Herrlichkeit, die königliche Majestät,
welche sich als Nimbus auf die arischen Könige

niederläßt, sein. Diesen Begriff brauchen wir
aber in den Inschriften sowohl in dem rein
irdischen Sinne, wie er auf den Inschriften
Fig. 23, 24, 25, 26 vorkommt, als in der
feierlichen Berufung auf die göttliche Sendung,
die die Inschrift als Gegengewicht enthalten
muß, einfach deswegen, weil in dieser Inschrift
zweifellos, wie die Bilder schon ergeben, diese
überirdische Macht, dieser Lichtschimmer
durch hinterlistige, bluttriefende, himmel-
schreiende Mittel von einer ausführlich dort
in ihrem empörenden Kult gebrandmarkten,
minderwertigen, feigen Rasse zu fassen gesucht,
aber dadurch der Blitz herabgezogen wird.
Wir können also mit Sicherheit sagen, daß
der auf Fig. 19 dargestellte, die zweite Zeile
beginnende Arm jenes Wort uns bietet, das
die königliche Majestät der Avestatexte sein
muß.

46.

Da nun diese Hand in Fig. 19, Z. 2, gleich
nach dem leider etwas undeutlichen Anfang
steht, so ist daraus schon klar, daß sie den
Hauptinhalt der beiden Zeilen und des daran-
gehängten langen Kommentars bilden muß.
Man könnte also erwarten, daß auch in dem
ziemlich umfangreichen Kommentar irgendwie
wieder ein ähnliches Wort oder ein ähnlicher
Begriff erscheint. Ein recht seltsamer Re-
präsentant, vermutlich einer ähnlichen Auf-
fassung königlicher Machtbegnis, ist in der
Tat die oben erwähnte Gruppe in der kurzen
Z. 7 und ihren allerdings zum Teil umgestellten
Wiederholungen. Nach dem schon oben
wiederholt Dargelegten sind die dabei vor-
kommenden Zeichen zunächst die beiden Pfähle
und der bewaffnete Arm Versinnbildlichungen
furchtbarer Strafen, der Schuh kann rein
äußerlich nur im Sinne des Niedertretens ver-
wendet sein und der Blitz kann füglich nur
die Strafe selbst als vom Himmel durch den
Blitz, den das zu verdammende System ja
selbst als Segnung irrtümlich auffaßt, an-
deuten. Die vier Striche aber können nur
die Mehrheit ausdrücken, die Masse derer,
die die Todesstrafe verdienen. Ist das, was
die formale Seite dieser Stellen betrifft, richtig,
so hätten wir in der Tat eine Funktion der
königlichen Majestät vor uns, die, wie wir
bald sehen werden, sachlich vortrefflich paßt