National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0083 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
die Grundlage des einleitenden Zeichens von
Z. 3 ist. Nachdem wir so die Gliederung der
ersten drei Zeilen gewonnen haben, ohne bis
jetzt auf Grund der oben angesetzten Hypo-
thesen der uns noch wahrscheinlichen Vorlage
Worte einzusetzen, wollen wir versuchen, ob
in den folgenden Zeilen des offenbaren Kom-
mentars sich nicht irgendwelche Anzeichen
ergeben, was die dort vorkommenden drei
Hände, die sämtlich ein kurzes spitzes Instru-
ment festhalten und mit denselben Endlinien
ausgestattet sind, bedeuten könnten. Sie sind
in allen drei Fällen, Z. 4 (bis) und Z. 7, stets
vom Schuh begleitet und haben jedesmal für
die zu ihnen gehörige Hieroglyphengruppe
das doppelte Lesezeichen über sich. Ihre
Begleithieroglyphen sind nicht ganz gleich,
allerdings stimmt die Gruppe in Z. 7 mit der
ersten in Z. 4 damit überein, daß in beiden
Fällen der Pfahl folgt, aber im zweiten Falle
von Z. 4 ist die dritte zur Gruppe gehörige
Hieroglyphe jene zingenartige Figur, die, auf
der Inschrift so häufig, schon die ersten zwei
Gruppen der ersten Zeile ebenso begleitet,
wie in Z. 1 von Fig. 20. Wir gewinnen also
damit vorderhand nichts, anders aber steht
es mit der Gruppe, der der Pfahl folgt. Denn
da das kurze Stück, Z. 7, zweifellos der Schluß
der ganzen Inschrift ist, liegt der Gedanke
nahe, daß auch die parallele Stelle in Z. 4
einen Schluß und wenn auch nur einen Satz-
schluß bildet. Da nun aber in dieser Stelle,
die also mit dem Pfahl schließt, und dem
Anfang des neuen Absatzes, der durch Blitz
und Donnerstimme bezeichnet ist, noch eine
recht stark hervortretende Gruppe von Hiero-
glyphen eingeschaltet ist, so ist es sehr zu
beachten, daß diese den Pfahl und die ge-
nannte Zwinge enthaltende Gruppe ebenso
nur mit einem Lesezeichen, dem großen Halb-
kreis versehen ist, wie der so eigentümliche
Gazellen- oder Bockskopf in Z. 1. Hier sollen
also diese beiden Zeichen nur in einer Leseart
fungieren, wie wir wohl mit Recht annehmen,
in der der Unterworfenen. Über diesen beiden
Zeichen steht aber, sehr groß, die mit dem Streif-
band versehene Doppelscheibe, zweifellos eine
Variation des Sonnenbildes, das übrigens nie,
so weit ich sehen kann, mit Lesezeichen ver-
sehen wird, wahrscheinlich deshalb, weil sein
Lautwert wohl stets derselbe bleibt für beide
Lesemethoden. Denn daß ein bloßes Deter-
minativ vorliegen könnte, wie im Ägyptischen,
würde, wenn nicht alles trügt, dem System
widersprechen. So sehen wir also auch hier
einen Satzschluß noch nachträglich kommen-
tiert durch eine offenkundig fremdsprachige
Gruppe. Eine ganz überraschende Wendung
liegt nun darin, daß unmittelbar vor dieser
Schlußgruppe des ersten Teiles von Z. 4 eine
Gruppe steht mit Doppellesezeichen versehen,
die mit dem Blitz beginnt, dann vier kurze
Senkrechte und die beiden Zeichen, die Zwinge
und den Pfahl, enthält. Hier treten also diese
vier Senkrechten dazwischen, die in dem vor-
hergehenden Abschnitt nicht weniger wie vier-
mal vorkommen, aber auch in dem folgenden,
von der Donnerstimme eingeleiteten Absatzes
unmittelbar vor der Handgruppe mit der
Zwinge des vorausgehenden Blitz begleiten.
Schon aus dem Anfang der Zeile selbst, be-
sonders aus den ersten zwei Fällen ist wegen
der Geschlossenheit der begleitenden Zeichen
klar, daß diese vier Striche allein ein ganzes
Wort ausdrücken müssen und wenn wir nun
darauf Rücksicht nehmen, daß schon die
Anfangsgruppe der Inschrift selbst als zweites
Zeichen diese vier Striche bietet, so sehen wir,
daß das Wort, das sie darstellen, ein unge-
wöhnlich wichtiges sein muß. Ja noch mehr;
wenn im Anfang von Z. 4 diese vier Striche
vor dem Bockskopfe an der Stelle stehen, die
sonst die merkwürdige aufsprießende Figur
einnimmt, so ist nicht außer acht zu lassen,
daß wir in diesem Zeichen einen Ausdruck
suchen können, der auch etwa demselben Sinne,
also vielleicht: „überall aufkommen, verbreitet
werden" entsprechen mag. Wir könnten also
den Blitzgruppen in Z. 4, welche von diesen
vier Strichen begleitet sind, etwa die Bedeutung
unterlegen „der Blitz tritt überall auf, wo —".
Dann kann die dahinter folgende, mit einem
kurzen Messer bewehrte Hand nur denjenigen
oder diejenige Aktion bezeichnen, die diese
Blitzherabziehung bewerkstelligt. Die ersten
Vermutungen über den Inhalt der Inschrift und
vielleicht auch noch anderer, sachlich verwand-
ter erweisen sich also bei genauerer Prüfung
der Einzelheiten sehr gut. Wir haben bisher
viele Gruppen vortastend versucht, äußerlich
zu bestimmen, um dadurch wenigstens eine
Gliederung der einzelnen Sätze zu gewinnen
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