National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0089 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
diese beiden Hieroglyphen mit dem doppelten
Lesezeichen wiederholt die angeredete Göttin
in ihrer nächsten Antwort nur mit einer und
zwar seltenen Hieroglyphe vorher. Daß darin
ein entscheidender, lösender Ausdruck stecken
muß, ist schon durch die Stellung der Gruppe
im Texte klar. Aber das erste Zeichen kommt
schon im ersten Abschnitt, der Anrede, vor
und zwar zweimal und kehrt noch einmal
als vorletzte Hieroglyphe; ja in der ersten
Antwort des überirdischen Wesens wiederholt
es sich ebenfalls und zwar mit der Begleit-
hieroglyphe, einer Art Keil, des Anfangs, so
daß es also dort direkt vor der Gruppe mit
der Kinnlade und dem für diese Gruppe auch
festgehaltenen Doppelzeichen steht. Es liegt
also in dieser von dem erschienenen Wesen
zweisprachig angeführten Stelle nicht nur eine
Differenzierung des ersten Wortes oder Ab-
satzes, sondern, wie gesagt, der ganze Schwer-
punkt des Wechselgespräches und der Sinn
muß irgendwie zum Ausdruck bringen, welch
ein gewaltiger Unterschied zwischen dem ge-
flügelten, göttlichen Wesen und dem der Erde
noch angehörigen Opferer ist. Es ist be-
achtenswert, daß die kurze Stelle, mit welcher
der Opferer auf diesen entscheidenden Satz
der Göttin antwortet, außer dem Schlußbogen
vier Hieroglyphen bietet, die wir oben wieder-
holt bereits erwähnt haben, die Doppelscheibe
mit dem Streifband, die umgelegte Landschaft,
aber mit einer nach der Seite gerichteten
Stimme und einer Nebenlinie, die drehbare
Scheibe mit dem Zapfen und die halbe Scheibe.
Das also antwortet der Mann, der die Räuche-
rung vollzieht, dem Wesen, das ihm, wenn wir
richtig sehen, den Unterschied zwischen Mensch
und Genius, also Sterblichkeit und Unsterb-
lichkeit klarmacht. Und darauf folgt die kurze
und letzte Antwort des geflügelten Wesens mit
einem Einleitungsworte und der zweisprachig
zu lesenden Gruppe. Darauf antwortet der
Opferer noch einmal und wiederholt die Hiero-
glyphe, die oben die letzte der Gruppe ist,
also auch oben zweisprachig gelesen werden
soll, ebenfalls zweisprachig. Aber zu der
Gruppe gehören noch drei Hieroglyphen mit
bisher unerklärlichen Akzentien und alle
drei kommen schon oben vor, nur die erste,
ein gleichmäßiger Haken, ist dadurch verän-
dert, daß unter ihr zwei kleine schräge Linien
liegen, wie bei dem Zeichen vorher. Es müssen
also im Text dieselben Wörter wiederkehren,
nur dies eine ist durch Zutaten verändert. Diese
unten querliegenden kurzen Linien sind häufig,
am häufigsten bei so langgezogenen Figuren,
die sie, falls dieselben unten offen sind,
schließen. Wenn wir uns den Satz betrachten,
jenen kurzen Satz, mit dem die Göttin, und wie
wir bald sehen werden, ist es eine Göttin, die
erste Anrede beantwortet, so sehen wir Unge-
wöhnliches und nach unsern bisherigen An-
nahmen Unerklärliches vor uns. Die kurze
Stelle, auf dem beiliegenden Schema 2, enthält
das doppelte Lesezeichen zweimal hinterein-
ander und darunter eine Hieroglyphe, die so
in den mir zugänglichen Inschriften sonst
nicht vorkommt.
Es folgt noch eine dritte ziemlich häufige
Hieroglyphe, von der wir oben vermuteten,
daß sie irgendeine Beziehung ausdrückt.
Denken wir nun an die Situation selbst. Der
Opfernde, der über dem Kessel Räucherwerk
verbrennt, spricht ein Gebet oder beginnt ein
Gebet; dies ist unser Abschnitt 1, daraufhin
erfolgt das, was die kleine Kolonne 2 ausdrückt.
Da aber erst in Kolonne 4 die Zunge steht,
die zum Ausdruck bringt, daß über dem Kessel
Worte hörbar werden, so muß Kolonne 2 etwas
anderes ausdrücken und das muß so seltsam
sein, daß der Opferer mit der so eigentümlich
angeordneten Partie 3 antwortet und darauf
erst ertönt die Stimme des überirdischen
Wesens, 4. Also drückt Kolonne 2 irgendein
Säuseln oder Rauschen aus, denn bei der An-
ordnung des Ganzen als Wechselgespräch kann
es doch nur etwas Hörbares, wenn auch keine
artikulierte Stimme sein. Und wenn wir recht
haben, daß das vorletzte Zeichen eine Be-
ziehung ausdrückt, so kann diese Beziehung
sich nur auf den Bogen beziehen. Dieser Bogen
aber schließt Kolonne 1, schließt Kolonne 3
des Opferers 4, schließt aber auch den langen
Bescheid der Göttin, dort aber mit dem
doppelten Lesezeichen. Es wird also förmlich
gespielt mit einem schließenden Wort. Die
Bedeutung kann füglich nur die sein, die dem
Sinne der Inschrift, der Mensch vor einer
Gottheit, Sterblichkeit vor der Unsterblichkeit
entspricht. Das zweimal gesetzte Doppelese-
zeichen kann also kaum etwas anderes be-
deuten, als daß das in der Hieroglyphe zum
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