National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books

> > > >
Color New!IIIF Color HighRes Gray HighRes PDF   Japanese English
0094 Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1
The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 / Page 94 (Color Image)

New!Citation Information

doi: 10.20676/00000193
Citation Format: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR Text

Z. 1, 4, haben über sich noch das Zeichen
der Stimme. Ganz merkwürdig ist aber gegen
Ende Z. 3 der Umriß eines Gesichtes und
Halses ohne Lippen und ohne Nase. Dadurch
ist äußerlich eine Gliederung gegeben, die aber,
wenn wir weitergehen, noch deutlicher wird.

Die Silhouette Lippen und Hals beginnen
eine ziemlich kurze Stelle. Die ersten zwei
Kolonnen sind ohne Lesezeichen, die aber vor
der dritten beide auftreten. Es folgt dieselbe
Silhouette, aber mit der Stimme darüber, die
noch eine Begleithieroglyphe hat und die lange,
leider beschädigte Stelle, die nun folgt, ist
von Gruppe zu Gruppe mit Doppellesezeichen
versehen. Der dritte, wie es scheint, sehr
lange Abschnitt beginnt aber mit dem An-
fangszeichen der Silhouette, die aber hier
ebenso wie in den fünf folgenden Fällen mit
Doppelzeichen versehen sind, erst die in Z. 1
erscheinende Silhouette mit der Stimme und
die in Z. 6 auftretende ohne Stimme sind
wieder ohne Lesezeichen. Ferner fallen in
der Inschrift die ungewöhnlich vielen Scheiben,
sowohl die Doppelscheibe mit Streifband als
die einfach geteilten Scheiben, die sogar mit
einem andern Zeichen kombiniert vorkommen,
auf. Merkwürdig oft erscheint auch die Dreh-
scheibe Z. 1 (bis), 2, 4 und die paarigen Flügel.
Schon die ersten Zeichen, Mundsilhouette und
zerschlagene Kinnlade weisen auf Spuk, auf
dämonische Stimmen, von Donnern oder lautem
Gebrumme unterbrochen. Ja, die zweifellosen
Wiederholungen derselben Zeichen, besonders
am Schluß von Z. 4 weisen auf wiederhallende
oder aus irgendeinem Grunde der brummen-
den Stimme angehörige, wiederholte Worte.
Wenn wir recht haben, daß hier ein Wechsel-
gespräch von Spuk, also von Dämonen vor-
liegt, so muß der Text den Zweck gehabt
haben, einen von einem solchen Spuk beun-
ruhigten Ort zu sühnen und diese Sühnung
muß auch irgendwo auf der Inschrift zum Aus-
druck kommen. Das ist, da im Anfang sicher
davon keine Rede ist, also nur in der Schluß-
zeile zu erwarten. In Z. 5 erscheint etwa in
der Mitte, eingeführt durch das umgestellte
Doppel-Lesezeichen eine große, fast hand-
förmige Hieroglyphe, welche fast ebenso in
den Inschriften Fig. 28, 4, 6 und 38, 2 vor-
kommt. Dieses Zeichen, welches dieselben
Verlängerungen zeigt, wie die in Fig. 19 usw.

vorkommenden, die Absätze markierenden
Arme, Rachen, usw. muß also ebenfalls in all
den gegebenen Fällen Absätze einleiten. So
beschädigt nun die Schlußpartie von Fig. 35,
Z. 5 ist, so fällt doch gerade hier die starke
Anhäufung von scheibenförmigen Hieroglyphen
auf. Aber diese letzte Reihe wird selbst wieder
eingeleitet durch die Silhouette Lippen und
Hals. In der vorhergehenden Reihe derselben
Zeile sind zwei Kolonnen nebeneinander, die
für diesen Schluß das Thema anzugeben
scheinen: Kolonnen 3, 4 zusammengefaßt durch
ein Doppel-Lesezeichen. Diese zwei Kolonnen,
in denen nur das erste Zeichen verschieden
ist, müssen das Fazit des ganzen vorher-
gehenden Textes enthalten und um die zweite
dieser Kolonnen (4) dreht sich zweifellos der
schließende Satz. Hier müssen also Namen
vorkommen und zwar Namen jener Wesen,
welche die oben ausgeführten Texte summen
oder dröhnend wiedergeben. Diese merk-
würdige Inschrift wird uns in den Stand setzen,
über Dinge klar zu werden, die uns auch die
anderen Inschriften lesbar machen werden.
Wenn wir die Gruppen zusammenstellen,
welche mit der Doppelscheibe mit Streifband
als erste Hieroglyphe beginnen, so finden wir
die folgenden:
Z. 2. Streifband-Scheibe, Hornhieroglyphe,
pilzförmige Drehscheibe; dasselbe Zeichen,
Rost, Vogel;
Z. 3. Dasselbe, modifiziertes Flammenbild,
Schuh; dasselbe, Dreieck, Schuh;
Z. 4. Dasselbe, Dreieck, Schuh, wie in Z. 2;
dasselbe, ein hebelartiges, sehr häufiges
Zeichen, Pfahl mit zwei schrägen Linien;
Z. 5. Dasselbe, Halbkreis, Pfahl; dasselbe, Ge-
hörn; dasselbe, Halbkreis, geteilte Scheibe;
dasselbe, Kronenband mit drei Aufsätzen,
runder Topf; dasselbe, Halbkreis, eine Figur,
die wie eine umgelegte Kappe mit Nacken-
tuch aussieht; dasselbe, aber kleiner, ge-
spaltene Scheibe, Fessel; dasselbe, Rost,
runder Topf.
Es geht daraus zunächst hervor, daß alle diese
aus drei Hieroglyphen bestehenden Gruppen
nicht gleichwertig sein können, insofern als
sicher nicht alle einen der drei Hieroglyphen be-
dürftigen, geschlossenen Ausdruck darstellen
können, wir gehen also am sichersten, wenn
wir nur die als solche annehmen, die auch sonst