National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0099 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
drei Hieroglyphen, der Stierkopf im Bogen, der
Keil und der schraffierte Rundtopf bilden offen-
bar einen Ausdruck, der durch ein Zwischen-
glied verbunden ist, mit einem anderen, der
zwar nur aus zwei Hieroglyphen besteht, aber
sicher dem ersten an Bedeutung gleichsteht.
Wenn wir überlegen, daß diese Stelle der
Schluß des ganzen Absatzes von Z. 2-4 ist,
wenn wir ferner sehen, daß eine dritte ähnlich
angeordnete Gruppe die vorvorletzte Kolonne
von Z. 5 ist und dort dem bannerartigen
Gebilde ebenso entspricht, wie der mit vier
Punkten versehenen Scheibe vorher, so müssen
wir, indem wir etwa Vorhergehendes zunächst
aus dem Spiele lassen, zu der Überzeugung
kommen, daß gerade diese zwei und nachher
drei Zeichen gewissermaßen als feste Termini
in einen Text aufgenommen sind, der sie
kommentiert. Es ist unabweisbar, in diesen
aparten Formen Ausdrücke zu erkennen, die
als Fremdkörper, also Wörter einer fremden
Sprache, der Sprache der Unterworfenen in
einen Erlaß oder in ein Verbot aufgenommen
sind. Besonders auffallend ist ja ohnehin die
Aufgabe des Bustrophedon-Systems für eine
ganze Zeile; von Umdrehungen einzelner
Figuren oder Gruppen haben wir Beispiele,
die aber hier nirgends in Betracht kommen,
also steht der Schluß aus, daß diese Zeilen
absichtlich ein Dokument kopieren, indem sie
die Originalreihen des Schriftstückes fest-
halten. Die Andeutung prägt sich deutlich
aus in dem umgedrehten Schuh von Z. 2 am
Schluß, aber über einer abenteuerlichen, sonst
nicht vorkommenden Hieroglyphe. Diese
Hieroglyphe ist also der Anfang schon des
Textes, den Z. 3, 4 bieten, oder das Stich-
wort, das Zitat. Die Figur sieht aus, wie
ein auftauchender Fisch, der rechts und links
zwei auffallend starke Flossen hat. Merk-
würdig genug erscheinen ähnliche Figuren
einmal nach vorne, einmal nach rückwärts
gewendet schon in der folgenden Zeile, aber
auch Fig. 24, Z. 2, wo er übrigens auch
Flossen hat, und auch diese Zeichen haben
den Charakter des Ungewöhnlichen. Soviel
ist also sicher, daß damit etwas Fremdes
ebenso zum Ausdruck gebracht ist, wie in
den oben besprochenen Zeichen. Diese und
andere Rätsel lösen sich aber dadurch, daß
wir zunächst für die ganze Partie Z. 3-4 an-
nehmen müssen, daß ein fremdsprachiger
Text vorliegt.
Wir haben oben schon darauf hingewiesen,
daß die Fulguration, wie wir sie nun aus den
etruskischen Mumienbinden von Agram und
den sachlich verwandten Inschriften anderer
aus Etrurien selbst erhaltenen Inschriftenreste
kennen, in den Hieroglyphen unserer Inschriften
schon durch ihre Formen bezeugt ist. Wir
können also mit Fug und Recht erwarten,
Spuren dieser Geheimsprache in den Inschriften
zu finden und dies um so mehr, als der uns
erhaltene Avesta, mag er so traurig überliefert
sein als er will, noch an einer Stelle solche
Spuren erhalten hat, die freilich, von den Inter-
preten als „sinnlose Fluchworte" bezeichnet,
nirgends Interesse erweckten: Zamyâd-Yaṡt 19,
VIII, 57–63. Diese merkwürdigste Stelle des ver-
stümmelten Avesta zeigt uns, so unverständlich
und wüst sie in der heutigen Fassung ist,
Unerhörtes. Also ein raffinierter Barbar ver-
sucht die königliche Majestät zu erschleichen,
indem er in verschiedenen Abflüssen eines zu-
nächst unbestimmbaren Sees nackt schwimmend
in arischem Gebiet auftaucht und, um die Macht
Ahuramazda's zu lähmen und alles, das „Feste
und die Flüssige" in Verwirrung zu bringen,
dämonische Worte ausspricht; trotzdem er das
dreimal versucht, mißlingt ihm sein dämonischer
Plan. So übel nun unsere Überlieferung ist, so
sind doch die ausgesprochenen Beschwörungs-
worte, in ihrem die Naturgesetze verhöhnenden
Sinne fast alle sofort dem klar, der den Text
der erwähnten satanistischen Produkte, die wir
etruskisch nennen, versteht. Die zweizeilige Stelle
entspricht nun nicht etwa den zitierten Glossen
des Zamyâd-Yaṡt, aber sie bietet sogar mehr und
noch viel Schlagenderes, als diese kurzen Glossen.
Die zwei schrecklichen Zeilen der Inschrift von
Hamath (Fig. 26) enthalten, wie sich ergibt, durch
Gegenproben unabweisbar gemacht, geradezu
das ganze System in seiner ganzen Bestialität.
Schon hier sind wir in der glücklichen Lage,
wenigstens für einen Teil in der halberhaltenen
Schlußzeile eine Variante zu erhalten, aber auch
das Vorhergehende und sachlich verwandte
Inschriften helfen uns ausgiebig, die Rätsel zu
lösen. Nachdem die falsche, nirgends wirklich
wissenschaftlich begründete, auf fast rätselhafte
Weise so Mode aufgebauschte Bezeichnung
dieser unerhörten Inschriften beseitigt ist, durch
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