National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0138 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
und, wie das Folgende zeigt, formt sich die
Kappe und der Stiel des Spuks um zu dem
knopfartigen Kopf des abgekürzten Mannes,
im Blitz löst er sich in zwei parallele Linien
auf, aber der eine Kopf bleibt als die einzige
Vibration der Blitzlinie. Eine weitere, höchst
interessante Variation einer Grundform geben
uns die folgenden zwei Zeichen. In Z. 5 er-
scheint in der Mitte etwa eine blattförmige
Figur mit einer aufgestellten kleinen Senk-
rechten über die Spitze und einer zweiten
inmitten des Blattes selbst, noch in derselben
Zeile ist eine verwandte Kombination der-
selben Hieroglyphen in der dicht gedrängten
drittvorletzten Kolonne; dort aber ist das
Blatt unten zusammengezogen und statt der
Senkrechten ist eine Verbindung hergestellt,
die aus den Enden Zipfel bildet, so daß die
Hieroglyphe das Aussehen einer abgefallenen
Knospe angenommen hat.
Wenn wir auf die erstere Gruppe zurück-
kommen, so sehen wir unter dem Blatte den
geplatzten Keim eines plumpen Erdgewächses,
das eine Form annimmt, die dem oben (55) be-
sprochenen, mit Seitenflügeln versehenen Ei sich
nähert; hier folgt es dem Blatt, an der zweiten
Stelle aber, wo es vorhergeht, ist es geschlossen.
Das emporgeschossene, aber losgelöste Blatt
ist also aus diesem eiförmigen Keim empor-
geschnellt und was darin ist, ist zwar noch
geblieben, aber ein gleiches Produkt steht schon
oben an der Spitze und darüber ist die treppen-
artige Doppellinie, in der wir oben empor-
steigende Flammenstreifen sahen. Im zweiten
Fall folgt auf den geschlossenen Keim, die ver-
änderte, sich unten wieder sammelnde Figur
des Blattes, an dessen Spitze aber doch die
drohende Verlängerung steht, und als Begleit-
figur erscheint wieder die ansteigende Doppel-
linie. Der Sinn ist klar, er lehnt sich an an
die oben (55) erwähnten Pflanzenstöcke; es
handelt sich hier um eine Pflanze ohne
Blätter, also um einen Pilz, um einen jener
ekelhaften Bolete, die im Orient besonders
nach Gewittern in Massen aufwachsen. Der
von ihnen aussprühende, giftige, benebelnde
Staub ist ausgedrückt durch das Blatt und die
ansteigende Doppellinie, also Pestgestank ist
hier sachlich gleichwertig mit den züngelnden
Flammen oben. Im zweiten Fall ist der Bolet
geschlossen, aber er ist bereit, seinen Giftstaub
auszustreuen, den er im Innern sammelt. Und
in dem Blatt selbst erkennen wir ohne Mühe den
Kegel inmitten der anderen Pflanzenvariationen
und die Blattform jener aufdringlichen Figur
wieder, die hier überall erscheint und schon
die dritte Figur der Kolonne 2 in Z. 1 ist.
Damit gelangen wir an den entscheidenden
und lösenden Punkt, von dem aus wir alles
Übrige leicht aufrollen können. Diese Reihe
hat aber ein Gegenstück. All den sich empor-
reckenden Armen und Schlangen gegenüber,
all den aus den Öfen und aus der Erde auf-
steigenden Qualm- und Flammenstreifen gegen-
über erscheint zweimal ein bewehrter Arm
(Z. 4, 5) und fast über die ganze Inschrift ver-
streut der Blitz in verschiedenen Formen, meist
mit der Linie des neben der Einschlagstelle
gerade in die Höhe steigenden Rauches. Die
beiden Hände halten verschiedene Dinge; die
Grundform dazu ist eine Stoßwaffe, ein Dolch
aus nächster Nähe geführt, aber schon die
Figur in Z. 5 zeigt uns die Annäherung an den
Blitz mit der Rauchlinie, die also mit erfaßt
ist. Aber in Z. 4 hält die Hand eine spitze,
blattförmige Waffe und der über der Hand
hochragende Griff zeigt eine fähnchenförmige
Bildung. Sicher haben die Hieroglyphen die-
selbe Bedeutung, ohne indessen gleichwertig
zu sein. Im Gegenteil, dieser starke Unterschied
beweist, daß die Grundform zwar erhalten ist,
aber dem Inhalt des Textes angepaßt sein muß.
Es ergibt sich dies daraus, daß unmittelbar
vorher die Gruppe mit dem hochgestreckten
Arm steht. Wie dieser Arm oben in die uns
schon bekannte Figur, der dritten von Kolonne 2,
Z. 1 ausläuft, so repräsentiert der überstehende
Teil des Dolches in der eingreifenden Hand
einen noch zurückgehaltenen Blitz, der zugleich
den Dolchgriff bildet. Aber wir sehen dahinter
erst den Topf mit den zwei Strichen und dar-
unter zwei etwas unregelmäßige Figuren, die
genau so in der Mitte der Z. 6 wieder er-
scheinen. Dort folgen sie auf eine Gruppe
von zwei leeren Gefäßen, zwischen denen der
Schuh abgebildet ist. Ferner folgt darauf eine
Form des Blitzes, die unten mit der Rauch-
linie zusammenhängt und oben eine starke
Einbiegung zeigt. Da auch der Topf in der
nun folgenden schon behandelten Gruppe leer
ist, so muß die Bedeutung eine andere sein,
als oben. Der verbundene Blitz kann nur be-
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