National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0164 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
angeheftet, so ist klar, daß wir rein äußerlich
dem Doppelkreuze im ersten Absatz die
Bedeutung AN·Z „ewiges Werden" beilegen
können. Wir werden unten Gelegenheit haben,
wenn wir alles zusammenfassen, die furcht-
baren Einschübe in den kurzen Text zu würdigen,
werden aber auch unwiderleglich dartun können,
warum diese Einschübe gemacht sind. Die
vorletzte Kolonne des ersten Absatzes gibt
außer der zweiten Figur zwei sonst nicht vor-
kommende Zeichen. Das erste, wenn auch
kurz gestielte, ist ein Spukbild eines nach
vornüber liegenden Mannes, der von oben
ganz durchbohrt ist; was ihn durchbohrt,
werden wir kennen lernen. Es ist nicht zu
leugnen, daß die Gruppe sachlich zwar dem
HR(HUR) „aus dem Kegel" entspricht, indem
sie die Folge, den herabkommenden elektrischen
Schlag ausdrückt, aber nicht, die allerdings
wüste Sache selbst; sie drückt dadurch also
mehr aus, nämlich auch noch C „das Siegel."
Merkwürdig ist nun das folgende Paar insofern,
als auch hier der Vorgang dargestellt weiterlebt
und insofern dem Bilde entspricht, daß aus
der gebundenen Sonnenscheibe, das Innere,
als Männchen dargestellt, herausgenommen
inmitten des gespaltenen Sonnenringes steht;
da der eine Tag also tot ist, dessen Scheibe
zersplittert herabsank, und das Innere, das
Leben, das Männchen herausgeholt ist, so ist
der Begriff XU·ĠI „Herz des Spuks" drastisch
wiedergegeben. Nach den Bildern also deckt
sich der Text bisher, aber nun stehen wir vor
einer Gruppe von drei scheinbar verzweifelten
Zeichen. Diese letzten drei Zeichen können
wir deutsch nicht wiedergeben, wir nehmen
Zuflucht zum Latein und verweisen auf die
„Tusca". Es kommt vom Himmel herunter,
deshalb ist das T. um das Bild der vorigen
Zeile weiter zu führen und den brutalen Pa-
rallelismus des Absatzes, der folgt, aufrecht
zu erhalten, oben hingestellt: ex alvo repleto
in humum cadit auratus et inflatus homunculus
et quia P. significat foetorem et sordes solis
aurum, vocabulum SU·P·T „perfossum putridum
aurum solis" optime redditur. Der Goldregen
aus der Sonne, erzwungen durch das vor-
liegende Opfer, ist also da. Wir kommen auf
die Einzelheiten dieser gräulichen Partie zurück.
Die letzten zwei Parallelkolonnen des anderen
Absatzes scheinen ebenfalls unlösbare Rätsel
aufzugeben und doch ist auch hier das System
dasselbe, die Lösung aber nur dem möglich,
der etruskische Vorstellungen kennt. Der bren-
nende Ofen mit zwei Opfern darin gibt die
Unterlage für die Erscheinung des Stieres;
wir werden mehr darüber ausgiebigst erfahren,
er symbolisiert also durch die Situation das
Wort HAR „daß der Stier da sei", die geplatzte
Scheibe, zwei Halbbogen, deuten auf den Be-
griff XU. Das folgende Zeichen verlangt wieder
Latein: familiam modo procreet ille, qui obsi-
gnatus erit libidine daemoniaca, also ein eigent-
lich überschüssiges Zeichen, wie es scheint,
aber das folgende T wird dadurch in seiner
Bedeutung verstärkt und ihm dadurch der Sinn
gegeben, der bis zum Schluß weiter wirkt, den
Sinn des Siegels, für das der Ausdruck C völlig
fehlt, aber, wie wir sehen werden, überreiche
Ergänzung findet. Der große Bogen ist ein
drastischer Ausdruck für das I; das Schluß-
zeichen aber, die sogenannte „Peitsche" ist
das dämonisch gestielte, aber nach unten sprü-
hende Verwesungsfeuer des I, es entspricht genau
dem etruskischen I·U. Nachdem so wenigstens
äußerliche Gleichung des Textes und der Figuren
für die ersten drei Absätze festgestellt ist,
müssen wir den oben flüchtig angefaßten vierten
und wenigstens für den Anfang noch unsicheren
fünften nach dem bisher Gewonnenen noch
einmal vornehmen. Die für den vierten Absatz
geltende etruskische Zeile holen wir, der bes-
seren Übersicht halber wieder herab: A·NE·
C·M·RU·N. Wir haben eben gesehen, daß der
Anfang das hypothetische XA·T von Z. 3 zweimal
wiederholt, Worte, die im Texte überflüssig
sind, ja wir können sagen: mit Ausnahme des
grotesk ausgestatteten Keils und des flüchtigen
Hasen, deren Bedeutung allein noch offen ist,
paßt kein Zeichen des Absatzes zu den an-
gegebenen Worten. Wir haben schon oben
vermutet, daß die Worte in den beiden Figuren
stecken müssen, ohne indes der genaueren
Erklärung nähertreten zu können. Es wird
immer klarer, daß diese zwei Zeilen denselben
Charakter haben, wie die Texte der Agramer
Binden, daß also das Zaubererlied, die Ent-
stellung eines ägyptischen Sonnenhymnus in
einen geschwätzigen Kommentar eingebettet
ist. Wie wunderbar sich dies herauslösen und
bestimmen läßt, wird das Folgende zeigen.
Daß der Keil einen spukhaften Charakter hat,
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