National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0191 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
beginnen. Da aber die vier übrigen Köpfe
kein Auge haben und der Sinn der seltsamen
Hieroglyphe doch im wesentlichen derselbe
bleiben muß, so frägt sich, wo ist hier der
Anfang und wie kann dasselbe Wort vorliegen,
wenn das Wort mit einer ganz anderen Letter
beginnt? Weiter, welchen Sinn haben die
zwei gleichen Zeichen, die sonst nicht vor-
kommen, über der Figur? Können sie eine
Reduplikation ausdrücken? Das alles gibt
dem Zeichen in seinen Variationen einen ganz
eignen Charakter, so daß wir annehmen müssen,
daß hier ein umgedeutetes, verhöhnendes
Totalbild aus einer anderen Schrift vorliegt.
Und das kann füglich nur eine ägyptische
Hieroglyphe sein. Am entscheidendsten ist
hier die Form des Eselskopfes in Z. 3. Es
ist in dieser Form besonders beachtenswert,
daß das erste Ohr, wie gewöhnlich, mit der
Stirnlinie verbunden ist, aber das zweite weit
absteht und zwar so, daß eine sehr starke
Lücke entsteht. Es ist also zum Ausdruck
gebracht, daß man sich hier nicht etwa die
Verlängerung zum Halse ergänzen darf, sondern
daß der Kopf für sich allein gilt und hier
durchgegriffen ist. Nehmen wir an, daß die
zwei runden Ausbuchtungen Schalen sind und
zwar Schalen einer auf den Kopf gestellten
Wage, so haben wir die Grundidee vor uns:
die Wage wird umgestoßen, die beiden Schalen
kippen um, das Gegengewicht fällt heraus,
aber in der Mitte erscheint das E als Zünge-
lchen der Wage, allein gerade und aufrecht
stehend; wir hätten also eine Verhöhnung
der oben vorkommenden Wage vor uns. Diese
überraschende Lösung erweist sich als richtig.
Die furchtbare Idee, die dieser zusammen-
geschobenen Hieroglyphe zu Grunde liegt, ist
also die, daß die Wage der Psychostasie durch
eine gewalttätige Hand kopfüber geworfen
wird, so daß das Gewicht in die Höhe springt
und das Wagezüngelchen gerade in die Höhe
steht. Die Macht nun, welche beide Schalen
umwirft, ist durch dieselbe Hieroglyphe des auf-
steigenden Keims der Wucherpflanze symboli-
siert, die überall im Texte vorkommt, ja schon
das dritte Zeichen der zweiten Kolonne ist. Daß
das Zeichen eine Variante jener Hieroglyphe ist,
die oben etwas anders geformt den Lautwert
S erhalten hat, ist ohne weiteres klar, aber
ebenso sicher ist, daß sie auch lautlich hier
unterschieden auftritt. Was aber kann in die
Wageschale gelegt werden, vielleicht sogar
in solcher Masse, daß die Wage der Gerechtig-
keit umschlägt und das Züngelchen pfeilgerade
gegen Himmel zeigt? doch nur Edelmetall,
besonders Gold. So können wir also dieser
Hieroglyphe des überall aufdringlichen Keims
aus der Erde das etruskische Wort für Gold
SU unterlegen. Damit gewannen wir eine
Variation eines schon festgestellten Zeichens,
das gerade in dieser Inschrift eine sehr große,
geradezu entscheidende Rolle spielt. Eine
Auskunft aber darüber, wie sich die Vokali-
sierung dieser sonst so einfachen Hieroglyphe
ausdrückt, erhalten wir freilich zunächst noch
nicht, da der Zischlaut selbst differenziert ist.
Nun ist aber zu beachten, daß das erste solche
Zeichen, das vordere Ohr mit der umgewen-
deten Wageschale, der Stirne, zusammenhängt,
während das zweite hoch in die Höhe ge-
zogen ist und des Zusammenhangs entbehrt.
Die dadurch entstehende Lücke muß den
Sinn haben, daß hier das Wort schließt. Also
ist die Reihenfolge der Elemente wahrschein-
lich so, daß das Ringelchen beginnt, dann
die Mittelfigur, das E, folgt, darauf dann das
Gestell der Wage RA und endlich die zwei
Schalen, aber die erste so, daß die Silbe SU
dem betreffenden Elemente anhängt, der
folgenden zweiten aber nicht, mit anderen
Worten, das SU über der zweiten Schale
gehört noch mit dem ersten zusammen und
ist, als nur figürlich zur Ausgleichung ange-
hängt, überhaupt nicht noch einmal zu lesen,
so daß also nur einmal SU in dem ganzen
Worte vorkommen darf. Sehen wir nun zu,
wie sich dies vorläufig tastende Ergebnis,
angewendet auf die anderen Eselsköpfe, etwa
bewähren mag. Am verwandtesten mit dem
behandelten Kopfe erscheint der wunderliche
Kopf in Z. 4, der ein rundes Auge auf dem
verlängerten Striche des Zeichens RA sitzen
hat. Auch hier ist dieser Abstand, aber
eine Mittelfigur, die beginnen könnte, fehlt
völlig. Es muß also hier das E des Unter-
gestells anfangen; dann käme wieder das
Zeichen RA, das aber mit einer kleineren
Abrundung in das SU des ersten Ohrs über-
geht und hier erschiene dann erst das kleine
Ringelchen wieder mit dem pleonastischen SU
darüber. Was aber kann hier durch das SU
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