National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0211 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
Arm gibt, zu folgen und zwei durch Quer-
linien unterbrochene, aber auch aneinander-
gereihte, mit starken Ausladungen versehene
aufrecht stehende Gebilde anzunehmen. Auf
diese Weise erhalten wir zwar eine ganze
Reihe von Elementen, aber nur eine Durch-
schneidung oberhalb der Klinge; wir sehen
aber auch, daß wir ein ziemlich lose stehendes,
einer arabischen 2 ähnliches Zeichen erhalten,
darauf einen leicht gewölbten Bogen und ein
deutliches T mit dem Blitz geschrieben, dessen
zweiter Zacken sich an die Schneidelinie an-
lehnt. Die zweite Zeichenreihe aber besteht
aus einem E, an das sich eine Stielung an-
schließt, und der untere Teil gibt fast die
umgekehrte Figur, aber so, daß diese zweite
Stielung offenbar dem Mittelstück angehört.
Wenn wir nun, und wir haben alles Recht
dazu, diesem unteren Striche den Lautwert
N, also der Stielung, der Vollendung geben,
so ist klar, daß dieses N an den Schluß des
Wortes gehört, wir sehen aber auch, daß
diese N-Linie jene seltsame Doppellinie von
Blitz und aufsteigendem Rauch verbindet, die
in drei verschiedenen Formen in den zwei
vorhergehenden Absätzen vorkommt und zwar
so, wie die untere Kontur der Hand sie bildet,
genau in der Mitte der Zeile und mit
zwei ganz ähnlichen runden Ausladungen, die
aber unten schon eine Spitze zeigen, in der
Figur vor der UE P-Larve und in der einer 2
ähnlichen Ausladung über der Hand. Es
liegen also entweder verschiedene Blitzformen
oder verschiedene Stadien eines einschlagen-
den und zündenden Blitzes vor. Für die
bewaffnete Hand kann dieser Blitz kein
segnender, bannender, wohlwollender, lebens-
verlängernder, sondern muß ein strafender,
zorniger, zerstörender sein, kurzum wir müssen
ein Wort als Äquivalent finden, daß diese
Zorneswut zum Ausdruck bringt. Die Lösung
dieses in der Tat schwierigen Zeichens, in
dem noch die Tradition der ägyptischen Unter-
lage des bewaffneten Arms nicht zu verkennen
ist, ergibt sich aus einer Form, die durch den
sinnlos spitzigen Zeigefinger eigentlich recht
aufdringlich angedeutet ist, nämlich aus der
oben verbindenden, aus zwei schwach gebogenen
Linien gebildeten oberen Hand und Hand-
gelenkkontur, die unmittelbar darunter als
Teil eines Namens, aber als losgelöste selb-
ständige Letter erscheint. Hier freilich ist
dies Zeichen, das dort in Z. 6 aufrecht steht,
zur Bildung der Handhieroglyphe umgelegt.
Gehen wir von diesem Zeichen aus, so schlösse
sich der gewöhnlichen Methode zufolge das
N der Stielung an und diesem Striche dann
noch einmal dasselbe Zeichen, die vordere
Handleinie, fast ebenso steil gestellt wie in Z. 5
darunter, aber gegen die Schriftrichtung.
Mögen wir nun für den Doppelbogen einsetzen,
was wir wollen, auch diese Methode führt zu
keiner brauchbaren Lautverbindung. Es bleibt
also nichts übrig, als den Doppelbogen über
der Hand zu teilen und darin zwei U zu er-
kennen, von denen das erste zu dem darüber
schwebenden Haken, das zweite aber zu dem
aufrecht stehenden Strich gehört. Diese zweite
Reihe gibt uns ein E-U „Feuer des Fascinums",
also des Donnerkeils, was recht annehmbar
wäre, aber das darf die Wortgruppe nicht
anfangen und so sind wir genötigt, doch von
dem unteren Teile der Hieroglyphe, der spitzen
Klinge, die ja doch die Hauptsache ist, auszu-
gehen. Diese Hieroglyphe, von rückwärts
nach vorn gelesen, gibt uns ebenfalls ein E-U,
die darüberliegende, vorne halbgebogene Linie
schließt sich an ein darüberstehendes großes
A an, das den oberen Strich, den Bügel und
die zurücktretende Abrundung verlangt, daran
die kleine obere Kuppe, ein T mit einem
A darunter und daran dann die von der
aufrecht stehenden Spitze des großen A nach
hinten laufende Stielung N. So erhalten wir
ein wohlbekanntes Wort, das erste Wort des
Cippus von Perugia, dessen Inschrift eine
verunglückte Blitzbannung erzählt, in der der
betreffende Cepen im Feuer gegen Himmel
fuhr. „Ewig ist also der T, der Donner" die
Flügelgestalt, das Feuer des Fascinums, das
ist also der göttliche Zorn des etruskischen
Originals, der die Verstümmelung herbeiführt.
Es folgt das Rundtöpfchen mit zwei aufrechten
Strichen im Innern. Der graphische Sinn
dieser Hieroglyphe ist uns bekannt, nicht aber
mit einiger Sicherheit ihr Lautwert. Auch
dieses Zeichen ist schwierig, ja es scheint sehr
vieldeutig zu sein. Denn es kommt nicht
bloß mit einfacher Konturierung vor, sondern
auch mit allerlei, oft geradezu grotesk wirkenden
Strichen in der Mittelfläche, ja auch der obere
Rand zeigt Unterschiede, die sicher nicht alle
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