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0225 Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1
The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 / Page 225 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000193
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werden muß. Hier ist ein Auge da, daß das
Wort beginnen muß, dessen Lautwert zunächst
unsicher ist. Auch im übrigen ist die Auf-
lösung der geradezu in einer Linie laufenden
Kontur sehr schwierig. Vielleicht aber hilft
die Beobachtung des offenbar zu solchen
Zwecken zerlegten Kopfes der dritten Kolonne.
Aber schon die nächste Letter, die Kinnladen-
linie bricht nicht dort ab und biegt sich nach
oben, wie hier, der Mund fehlt ganz und die
Nase ist derber, ja die Kopflinie biegt in eine
Volute um, die ihrerseits in die hochgezogene
Wangenlinie übergeht. So muß der große
gleichmäßige Bogen von der Nase an bis zum
volutenartig umgerollten Haar eine einzige
Letter sein, die die übrigen bis auf diese
Volute zusammenfaßt, also ein durch die
Figur bedingtes großes T, das also den vor-
letzten Buchstaben des Wortes bildet und,
wenn wir nun die so isolierten Reste uns
ansehen, so erkennen wir sofort, daß die
Kinnrundung ein U ist, das zwischen einem
Haken, der den unteren Teil der Nase bildet,
und einem steil aufsteigenden Striche, der
nach vorne und rückwärts umgebogen ist, steht.
Daraus ergeben sich aber keine passenden
Lettern, ja sogar Formen, die ganz ohne
weiteres Beispiel sind. Wenn wir aber in
Nase und Kinn ein A erkennen, in der das
Ohr ersetzenden Kontur ein M, in der Haar-
volute ein zweites großes A und in dem Kopf-
bogen ein T, so ist sofort klar, daß das starre
umrandete Auge den Lautwert TI haben muß,
so daß der Kopf den durchaus passenden
Drachennamen TIAMAT ergibt. Die unerhörte
Bedeutung dieser Lesung wird erst durch das
Folgende vollkommen klar werden. Es ist
nun zu beachten, daß dem Worte TIAMAT jener
Schuh folgt, den wir bereits ENAC gelesen
haben, ferner ein zweifelloses SUM. Damit
ist also der mit dem Menschenkopfe geschriebene
Drache TIAMAT als Siegel eines männlichen
Wesens und als „dieser SU", „dieses Gold"
bezeichnet und der Absatz geschlossen; vor
dieser Gruppe aber steht eine andere, sehr
sonderbare, die wieder mit dem hinweisenden
M schließt, also dem Vorliegenden gleichsteht.
Diese ziemlich breit gestellte Gruppe ent-
hält nur wenig und ziemlich einfache Hiero-
glyphen und scheint daher, da sie durch
etwaige Bilderzeichen wenig Anhalt dafür

bietet, was etwa gemeint sein kann, schwierig
zu sein. Allein zweifellos sind zerlegbare
darunter und wenn wir recht haben, daß die
Doppel-E's in einer Hieroglyphe Verbalformen
auf E, also Präterita enthalten, so erhalten wir
einen Satz, der mit einem Verbum anfängt,
vermutlich dem ersten Verbum der Inschrift
überhaupt. Dann ist natürlich die Hieroglyphe,
die mit diesem E endigt, zu zerlegen. Da ist
nun freilich, wegen der gleichmäßigen Form
des Zeichens, das auch keine Grundlinie hat,
schwer zu sagen, wie. Und doch scheint das
Entscheidende der Umstand zu sein, daß die
obere Linie eine geschlossene Sache ist und
nicht etwa zerlegt werden darf, aber sofort
erhebt sich die Frage, ob die volutenartigen
Ränder zu dieser Schlußlinie gehören oder
nicht. Bei der Kleinheit derselben liegt es
nahe, das erstere anzunehmen. Wir erhalten
dann also ein S, vermutlich als Schluß des
Wortstammes vor dem E der Endung. Es
bleiben uns also bloß zwei leicht gebogene
Striche übrig, die, obwohl gegenständig, fast
gleich sind. Diese beiden Striche aber lautlich
zu bestimmen, ist eine sehr schwierige Sache.
Es ist aber dadurch möglich, daß wir das
Folgende klar legen. Es folgen zunächst die
mit der Öffnung nach außen gewendeten
Doppelbogen, ferner eine mit M schließende
Gruppe, die nur ein „Nest" genannt werden
kann; die erste Figur ist eine ganz unge-
wöhnliche, nur hier vorkommende; denn die
ziemlich häufigen drei Striche mit einer
Schrägen nach rückwärts sind immer dicht
aneinandergereiht. Hier sind es drei lange
Senkrechte mit einer nach rückwärts gewen-
deten, die letzte Senkrechte halbierenden
Wagerechten und über ihr steht der kleine
E-Strich. Diese drei Linien sind unverbunden
und ohne Basis, jeder Strich gilt also für sich
selbst, nur der dritte hat die erwähnten Zu-
taten. Wenn wir diese Figur vergleichen mit
dem folgenden und verwandten, en face ge-
sehenen Zeichen, sehen wir sofort ihre Zuge-
hörigkeit zu einem urweltlich einfachen, fast
stupiden piktographischen System, das in ein
anderes, höchst durchdachtes in bewunderungs-
würdiger Weise wie zitierte Stellen aufgenommen
ist. So läuft also hier durch die ohnehin
zweisprachige Inschrift ein Schema durch, das
kaum höher steht, als die rohesten Kerbhölzer.