National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books

> > > >
Color New!IIIF Color HighRes Gray HighRes PDF   Japanese English
0227 Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1
The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 / Page 227 (Color Image)

New!Citation Information

doi: 10.20676/00000193
Citation Format: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR Text

der bloß aus Strichen bestehenden Figur
Kol. 6, Z. 1 die ersten zwei N nur Fragepro-
nomina sein können, so ist das darauf passende
M „dieser" die Antwort darauf, mit anderen
Worten: alle die mit M schließenden Gruppen
enthalten, wenn man so will, historische Spezi-
fikationen jenes furchtbaren Vorgangs, durch
den zwei unbekannte Urwesen einen männlichen
Dämon erzeugen, der ewig sein soll und der
nach der Reihenfolge der Zeichen in Z. 1 nur
TIAMAT sein kann, mit dem sofort in der
nächsten Gruppe BELTSAZAR gleichsteht, und
auf diesen Zweitgenannten folgt nun am Schluß
von Z. 1 jene Doppelgruppe, von der wir
ausgingen, aber dazwischen steht noch eine
und zwar die erste Variante des Eselskopfes.
Da in dem Eselskopfe, mag die Wortform
sein, wie sie will, die Hieroglyphe RA, also
das etruskische Wort für „Auslese, Auswahl"
steht, so muß also von dieser Stelle an, wo
BELTSAZAR erwähnt ist, die wahrscheinlich einer
Urwelt zugeschriebene Vorstellung von der
mystischen Erzeugung jenes E, der ein Drache
TIAMAT ist, wie wir sagen, vermenschlicht
worden oder, wie der Text es wohl meint,
eine BELTSAZAR genannte Persönlichkeit in den
Drachen TIAMAT verwandelt worden sein.
Diese Dämonisierung der Persönlichkeit ist
seine Auslese und von dieser, wie man so
sagt, göttlichen Sendung derselben handelt
zweifellos mindestens die nächste Zeile, in der,
da sie durchläuft und sich an das M der
ersten Kolonne, Z. 2 anschließt, diese Persön-
lichkeit geradezu so geschrieben wird, daß
der Vorgang seiner Besessenheit (DAN) mit
seinen Vorzügen (I·E), die zu seiner erlauchten
Stellung führten (L), mit dem Drachen ge-
schrieben und ausführlich gewürdigt wird.
Wir haben also vollkommen dasselbe vor uns,
was die Agramer Binden, die Inschrift von
Capua und gelegentlich auch die anderen
etruskischen Schriftreste enthalten, den Sata-
nismus. Da nun in der Gruppe vor TIAMAT
jene Himmelsstufe schon abgebildet ist mit
dem M dahinter, so muß hier schon die
erste Antwort auf die Doppelfrage stehen
und zwar so, daß darauf Rücksicht genom-
men wird, (es ist dies besonders wichtig
wegen Z. 6 usw.), daß das E noch zwischen
den Quadraten steht. Wenn nun das die
Stufe bildende Zeichen schon an der ersten

Stelle vor TIAMAT Aufklärung gibt, wie dies
Wesen, das gleich nachher menschlich ab-
gebildet, aber „Drache" benannt, folgt, offenbar
herabkam auf die Erde, so ist an sich klar,
daß die umgekehrte Bewegung der Abstieg
aus dem Himmel hier gemeint sein muß,
wenn auch die rückwandernde Bewegung nicht
ausgeschlossen ist, es ist eben eine Verbindung
zwischen Himmel und Erde und zwar eine
doppellinige, die den paar Strichen, Quadraten
usw. entsprechen muß. Und wenn wir auf
die angedeutete Schriftrichtung Rücksicht neh-
men und der geknickte Haken in der Tat,
wie wir annahmen, ein L ist und die lang
hinausgezogenen unteren Striche E, so sehen
wir, daß er zweimal nebeneinander jenes LE dar-
stellt, das die heroischen Vorzüge jenes Mannes
preist, der nach einem grauenhaften Menschen-
opfer von dem Geiste des Toten, der in ihn
zurückkehrt, besessen wird und so der dä-
monischen Welt bereits auf Erden angehören
kann. Wenn diese Bedeutung nun die Gruppe
vor TIAMAT sinnentsprechend schließt, so wird
sie uns auch helfen die Doppelgruppe, von
der wir ausgegangen sind, richtig zu lösen.
Bevor wir aber daran gehen, müssen wir den
auf BELTSAZAR folgenden Eselskopf genauer
bestimmen. Er beginnt mit dem kleinen
Auge X, darauf folgt RA·E·SU·Θ und endlich
noch ein auf die Spitze gestelltes kleines
Quadrat. Wir haben oben bei der rein
graphischen Besprechung des grotesken Esels-
kopfes inmitten der Z. 3 der Vorstellung Raum
gegeben, daß die Hieroglyphe eine Entstellung
der Wage des ägyptischen Totenbuches ist,
daß die Wagschalen durch massenhaftes Ein-
schütten von Gold umgekippt wurden und
dadurch das Gewicht in die Höhe flog. Wenden
wir diese Vorstellung hier an, so sehen wir
denselben Vorgang, aber nur die Schale, die
das Gewicht enthielt stürzte um, so daß das
Gewicht herausflog; die andere Schale ver-
hält sich ruhig und warum?
Eine Aufklärung erhalten wir aus dieser
Inschrift nicht, aber aus einer andern, der
Kesselinschrift von Babylon, Fig. 36, deren
Erklärung dringend nötig ist, damit wir die
Schwierigkeiten hier überwinden. Sie ist die
schönste aller Inschriften und von unschätzbarem
Werte. Wir haben oben (48) diese wunderbare
Inschrift rein äußerlich zu gliedern versucht