National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0255 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
daß sie Eigenschaften der magischen Wirkung
sind, die in den überall gleich bleibenden
letzten zwei Wörtern liegen. Die Zugehörigkeit
dieser Formeln zu der magischen Sprache
unserer Inschriften ist klar, damit aber auch
der Zusammenhang mit dem etruskischen
Ritualjargon und, wie wir unten erkennen werden,
auch noch mit anderen Dingen, die zu erklären,
wir uns in diese ungeklärte, fast mißachtete
Wildnis wagten. Wir dürfen also diese Worte
nach den etruskischen Vorlagen abteilen, wo-
durch wir eine Formel erhalten, die sofort
verständlich ist ɪ·θ·ᴀ ɪ·ᴀ·θ·ɴᴀ. Daß hier
ein personifizierter Dämon gemeint ist, ergibt
sich schon aus dem Nominalsuffixe-ɴᴀ. Im
Sinne des Textes kann das nur der Gaukler
selbst sein, und wir können also im magischen
Sinne übersetzen: die Person oder die Ver-
körperung (ɴᴀ), welche hat (θ) oder welche
umfaßt ist von der punktierten Aura (ᴏ), also
inmitten des Zauberkreises steht) eines ewigen
(ᴀ) ɪ (Sonnenpunktes) oder rein menschlich
eine Person (ɴᴀ), welche den Dämon ɪ·ᴀ hat
(θ). Dieses ɪ·ᴀ, die immer wiederkehrende
Punktierung (ɪ) der Sonnenscheibe heißt
nun vorher ɪ·θ·ᴀ, ein Wort, dessen Sinn der
ist, daß das Ewige (ᴀ) oben besteht aus
dieser stets wieder eintretenden Punk-
tierung, eine scheinbar fast überflüssige
Spezialisierung des folgenden ɪᴀ; das aber,
was hier doch unterscheidend eintritt, ist die
Mittelstellung des die Aura darstellenden θ
in beiden Wörtern, wodurch der Vorgang am
Himmel, die Durchbohrung der Sonnenscheibe
selbst dem personifizierten ɪ·ᴀ auf der Erde
gegenübergestellt, aber doch insofern mit ihm
identifiziert wird, als die himmlische punktierte
Scheibe der noch auf der Erde lebenden Aura
eines Mannes, der unter dem Sonnenkreise
und im Vollbesitz seiner Macht steht, entspricht.
Einfach sind nun die ersten zwei Stufen der
Behexung. Das erste Wort ɪ·θ·ᴇ betont ledig-
lich durch das ᴇ, die selbstzeugende Kraft der
Sonne, die vom Kern aus eine Scheibe jeden
Tag durchstößt und die Scheibe, das Tages-
licht, hinabsinken läßt, ᴀ·ᴠᴀ·θ·ᴇ teilt mit, daß
durch das ᴇ, die selbstzeugende Kraft der
Sonne, ein Keim (ᴠᴀ) durch die Durchstoßung
der Scheibe entsteht, der ein Keim der Ewig-
keit (ᴀ) ist. Die dritte und stärkste Steigerung
der Behexung aber ist als ᴀᴠóʏᴀ überliefert.
Wir können das schließende ɪ·ᴀ, das also hier
in voller Machtfülle auftreten muß, sofort ab-
lösen, aber der Rest macht Schwierigkeiten.
Diese zu beseitigen hillt nun seltsamer Weise
die vorhergehende Bezauberung. In Absatz 61
lautet die Formel: ɪθᴇ ɪθᴀ ᴀʜᴍᴀɪ ᴀᴠᴀᴇθᴀ ɪθᴀ
ʏᴀθɴᴀ ᴋᴀʜᴍᴀɪ. In dieser Fomel liegt, nach-
dem die erste, die hier ohne ʏᴀθɴᴀ auftritt, ver-
sagte, eine Wendung vor, die, nachdem bloß die
übernatürlich ewige Neuzeugung der Sonne
hierher zitiert wird, fragt, wem die Personi-
fikation oder wohin sie kommen soll; es steht
also ein ɪ·θ·ᴇ ɪ·θ·ᴀ einem ᴀ·ᴠᴀ·ᴇ·θ·ᴀ ɪ·θ·ᴀ
ɪ·ᴀ·θ·ɴᴀ gegenüber. Wohin soll die Personi-
fikation des ewigen ɪ gelangen? fragt die Formel,
stattet dann zunächst ɪ·ᴀ·θ·ɴᴀ wieder mit ɪ·θ·ᴀ
aus, beginnt aber mit einer sehr emphatischen
Betonung dieser ewigen Selbstbefruchtung der
Ewigkeit. Daraus sehen wir zunächst, daß die
dritte Formel des erstzitierten Textes darauf
die Antwort sein muß, aber die einzelnen
Worte von ᴀ·ᴠᴀ·ᴇ·θ·ᴀ kehren doch, wenn
auch weniger emphatisch, in dem dem ɪ·θ·ᴀ
angepaßten ᴀ·ᴠᴀ·θ·ᴇ wieder. Bis zu dieser
dritten wuchtigsten Formel tritt bei jeder Be-
schwörung ein Abfluß aus dem See ein, nur
bei der dritten nicht mehr. Hier erhält der
Gaukler auch das schmückende Beiwort „der
sehr glänzende", während er im ersten Ver-
such „der sehr kräftige", und beim zweiten
ebenso genannt wird. Durch die Fragestellung
hat er also den Glanz erhalten, und dieser
Glanz schien ihm, nach Beseitigung anderer
Hindernisse durch die abfließenden Wasser,
der Vorbote jenes göttlichen Glanzes, der die
königliche Majestät umgibt. Das muß also
in dem bis jetzt unverständlichen Worte zum
Ausdruck gebracht sein. Es liegt hier ein
Fall vor, der uns beweist, daß die Schrift, in
welcher uns das Avesta überliefert ist, in erster
Linie als das betrachtet werden muß, was sie wirk-
lich ist: ein Alphabet nämlich, das in derselben
Weise wie die arabische Schrift nur Halbvokale
als Basen für die Vokalisierung verwendet. In
dem vorliegenden Falle liegen also hinter ᴀ zwei
Vau hintereinander zugrunde, die ebensogut
ᴜ·ᴜ, wie ᴠᴜ gelesen werden können. Die Länge
des ᴀ ist dabei ohne Bedeutung. Wir er-
halten also als dritten Kernspruch: ᴀ·ᴠᴜ·ɪ·ᴀ ɪ·θ·ᴀ
ɪ·ᴀ·θ·ɴᴀ also „die magische Personifikation
der durchbohrten Scheibe, die ewig wieder
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