National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0280 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
Die Mittelfigur, die wir oben für einen Fuß-
tapfen erklärt haben, ist offenbar die Haupt-
sache der Mittelgruppe, sie ersetzt in der Mitte
die zwei Flügel der Seiten. Sie teilt auch den
Text in zwei Teile, von denen der eine Teil
der geflügelten Göttin, der andere aber dem
Priester gehört; aber vor dem, was der Priester
rezitierend spricht, stehen noch zwei andere
Zeichen, die zweifellos den Sinn bieten müssen:
es folgt nun, was gesprochen wurde. Der
wiederkehrende Schuh muß also den Priester
andeuten, genau so, wie dies die zwei Schuhe
an den Seiten tun. Daraus geht hervor, daß
das in der Mitte stehende Zeichen ein Aus-
druck für „Gespräch" sein muß, schon des-
halb, weil die dominierende Stellung desselben
für das Ganze gilt. Die Art, wie das zum
Ausdruck gebracht ist, ist in mancher Beziehung
grundlegend für das hier eintretende System.
Es ist nämlich klar, daß diese Zeichen so
verwendet werden, daß sie selbst ordnend und
teilend wirken und durch ihre Stellung Klarheit
in den fortlaufenden Schriftlinien schaffen.
Ferner liegt in der Mittelgruppe durch den
Anschluß der zwei folgenden Zeichen der Hin-
weis, wo der Anfang ist, und diesem Anfang
entspricht auf der anderen Seite kein Zeichen.
Beachtenswert aber ist, daß die Schriftrichtung
auf der anderen Seite nicht etwa umgekehrt
ist, wie man erwarten möchte, sondern dieselbe
bleibt. Bei einem Schriftsystem, das sonst
die Bustrophedon-Methode ganz gewöhnlich
verwendet, ist das um so auffallender, als hier,
wenn wir recht haben, in der Tat Rede und
Gegenrede einander gegenüberstehen. Der
Grund liegt darin, wie auch die Seitengruppen
mit Flügel und Schuh andeuten, daß beide
Zeilen, diesen Eckhieroglyphen folgend, parallel
laufen, so daß also zwei gleichwertige Streifen
nebeneinander liegen, so, daß der ersten Zeile
des vom Priester Gesprochenen, wie ein Nach-
hall ein entsprechender Absatz anderseits folgt.
Der erste dieser nachhallenden Absätze ist sehr
kurz, er unterbricht, aber der zweite ist, wie
es scheint, sogar länger als der vorhergehende
des Priesters. Also auch auf diese Weise ergibt
sich die Berechtigung, in dem ersten Nachhall
einen Namen oder einen Anruf, der die An-
wesenheit eines übernatürlichen Wesens verrät,
zu erwarten. Wir haben einen Namen genannt,
ohne indes die Schriftelemente bestimmen zu
können, und haben dabei die vorhergehenden
Zeichen, die doppelt stehen, zunächst nicht
beachtet. Ihre Bedeutung, eine vermutliche
Korrektur nicht ganz richtiger Aussprache,
haben wir oben zu erraten gesucht; halten wir
daran fest, so müßte das Flügelwesen Laute
wiederholen, die im ersten Absatz des Priesters
vorkommen. Da die Zeichen doppelt vor-
kommen, muß es auf zwei Fälle Bezug haben,
aber im ersten Absatz erscheint nur ein ein-
ziges Zeichen zweimal: der Strich zwischen
zwei kleinen Quadraten. Wenn wir Absatz 4,6,7
der abgeteilten Inschrift Fig. 36B vergleichen,
so sehen wir in der Tat, daß sich auch dort
zweimal das kleine Doppelzeichen zu der
Hieroglyphe Strich und zwei Quadratchen
gesellt, es muß also von dieser Sache weiter
bis zum Schluß die Rede sein, die dann in
dem letzten Absatz 7 endgültig beigelegt wird,
aber auch diesen Absatz beginnt doch wieder
das kleine Doppelzeichen. Wenn also in der
Tat in der Inschrift von der Versündigung des
ersten Menschen die Rede ist, so muß dies
Zeichen, Strich und zwei Quadratchen, ein
Wesen bezeichnen, das bei diesem Sturz die
Schuld tragen muß, und eine ungenaue Aus-
sprache von zwei Wörtern, die vermutlich so
endigen, daß sie diesem Namen oder Worte
im Schluß entsprechen könnten, ist der Grund
des Erscheinens und Eingreifens der Geflügelten.
Es ergibt sich daraus, daß das Zeichen kleine
Senkrechte mit zwei Quadraten, wenn es auch
im ersten Absatz eine Endung sein sollte, im
folgenden (4) (6) (7) abgelöst, als besonderes
Wort gebraucht wird, also muß es abgelöst
eine Bedeutung und zwar eine schwerwiegende
haben. Die Bezeichnung durch die kleinen
Lettern, Strich und Halbbogen, muß diese
Loslösungsfähigkeit zum Ausdruck bringen, sie
kommen aus dem Munde der Göttin und müssen
einfache, lispelnde Laute sein, die vielleicht
deshalb ausgesprochen werden, damit der Re-
zitator den Doppelsinn der Laute auffassen
kann. Wenn wir im Auge behalten, daß die
kleinen Zeichen, soweit wir sehen können,
Zweisprachigkeit zum Ausdruck bringen, so
werden wir nicht umhin können, diese An-
nahme auch hier gelten zu lassen, daraus
folgt aber auch, daß für die fraglichen
Zeichen auch die etruskischen Lautwerte
gelten müssen, wir müssen also die kleinen
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