National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0297 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
daß es hier ebenso über dem „Männchen"
steht, wie vorher die Flamme über der Röhre,
und wir sehen nun auch in der Röhre
ein bewußtes Gegenbild zu dem „Männchen",
das zwei Ecken C, zwei E lange Striche
darstellt, es ist also statt CE CE hier das aus
den Mumienbinden wohlbekannte CI „das ge-
siegelte Paar" i. e. „ein Mann, der das dämonische
Siegel durch einen Spuk erhalten hat", zum
Ausdruck gebracht. Dadurch ist nun zwar ein
oben vermißtes, zweimal sogar variiertes Zeichen,
das in der Inschrift und auch sonst sehr häufig
ist, gewonnen, aber nicht der Lautwert des
vorhergehenden Rauches. Obwohl es hier
etwas steiler als sonst infolge des schmalen
Raumes dargestellt ist, sehen wir doch, daß
es in deutlicherer Form Z. 1, 2 usw. eigentlich
nur eine einzige Linie ist, die ziemlich breit
sich wölbt und am oberen Ende stark eingebogen
ist. Der Ausgangspunkt der Figur ist sicher
unten, und von unten müssen wir, wie das
C-Zeichen, der von unten aufsteigenden Brand-
masse auch folgen; wir erhalten also, wenn
wir das Zeichen umdrehen, dieselbe Form,
die im vorletzten Zeichen Z. 5 eingehängt ist;
da hier kein Durchgreifen erfolgt, wie dort,
da das langgezogene L beginnt, so ist das
Zeichen LU „Leben" zu lesen, eine Bedeutung,
die, wie wir sehen werden, überall paßt. Die
nächste Kolonne, die uns oben schon beschäftigt
hat, wird dadurch nun auch klarer. Zunächst
erkennen wir, daß die aus den Bildern er-
schlossene Bedeutung „Rost" im allgemeinen
stimmen kann; denn es ist klar, daß der vorher
beschriebene Vorgang, der zugleich schon die
bezügliche Stelle der Z. 1 erklärt, noch näher
ausgeführt wird. Schon das Bild zeigt eine
Klappe, eine Falle, die dann auseinander ging,
als der zu Opfernde darauftrat. Wir haben
primäre Zeichen vor uns, von denen das erste
AR gelesen werden muß. Die darauffolgenden
zwei kleineren gleichen Zeichen enthalten, wie
erwähnt, die Silbe VA „Keim". Von der geo-
graphischen Bedeutung des Zeichens, das hier
auch nicht doppelt auftritt, müssen wir absehen;
wodurch das auch äußerlich zum Ausdruck
gebracht ist, werden wir erkennen durch das
unten folgende. Das obere Zeichen ist von
der oben verwendeten Form verschieden da-
durch, daß nur eines der inneren Felder die
Einkerbung zeigt, der angehängte E-Strich haftet
auch diesem Zeichen an. Da alle beiden
Figuren dieser Kolonne primär sind, darf eine
Auflösung in Striche usw. nicht angewendet
werden. Eine gewisse Klärung, um was es
sich handelt, gibt uns die nächste Kolonne,
die mit dem Worte RASENA schließt, uns also
zeigt, daß noch immer von dem besessenen
und dadurch verjüngten Opferer die Rede ist.
Das vorhergehende, übrigens häufige Zeichen,
das mit I NA abgeschlossen ist, ist zweifellos
ein zerlegbares, kein primäres. Drei Schrift-
elemente sind so zusammengerückt, daß das
größte die beiden anderen deckt; dieses größte
Zeichen bildet also die Anfangsletter; es folgt
unten ein sicheres L und ein nach vorne ge-
bogener kurzer Haken, der auf größer gezeich-
neten Figuren (vgl. Figg. 23, 24, 25) ein kleiner
Bogen, also ein U ist. Die darüberliegende,
vorn stark umgebogene Linie muß einen Laut
ausdrücken, durch den das folgende Wort LU
„Leben" begründet ist, und so die Deifikation
des RASENA anzeigt. Auch hier spielt das
Bild, das deutlich ein Beschützen, ja geradezu
ein Zusammenraffen der unteren Elemente zum
Ausdruck bringt, mit; der sonst bloß durch
Einkerbung oben abgesetzte Bogen des Θ ist
um das dargestellten Vorgangs willen nach
unten gebogen; wir erhalten also das wohl-
bekannte Wort ΘLU, hier so erklärt, daß das
neue Leben des I NA RAS E NA unter dem
angemäßten solaren Einfluß des in ihn ge-
fahrenen Geistes steht. Wir tun gut, um das
vorhergehende, tatsächlich schwierige Material
primärer Art zu verstehen, auch noch den Rest
der Kolonne anzufassen. Diese große Gruppe,
deren Schluß unsicher und deren zweites
Zeichen fast zerstört ist, muß das Vorher-
gehende nicht bloß erklären, sondern zum Ab-
schluß bringen. Diese mit CI, dem neuen
Doppelmann beginnende Gruppe, die mit E·L·I·A
und noch einmal mit CI schließt, enthält als
Mittelkolonne drei Hieroglyphen, von denen nur
die letzte als E·HU bis jetzt bekannt ist. Sie
faßt also offenbar alle Vorzüge des vollendeten
Zauberers zusammen. Hier kommt aber noch
eine Eigenschaft hinzu, die bis jetzt nicht er-
wähnt ist, er ist gehörnt; denn in dem ersten
Zeichen der Mittelkolonne, dem so stark vari-
ierenden Zeichen, das Aufkeimen, Empor-
dringen, sogar Überwuchern ausdrückt, sind
die deutlich abgesetzten Hörner nicht zu ver-
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