National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0350 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
ist nach der Auffassung dieser medischen
Inschrift damit ein Verbrechen bezeichnet, das
in der Spaltung einer fast apfelförmig dar-
gestellten Scheibe besteht. Diese furchtbare
Auffassung, daß ein tierköpfiger Dämon nach
dem Tagesgestirn greift, ist hier in einer
Form begründet, die das Grundmotiv des
Râhu-Mythos ist, wenn es auch verhüllt er-
scheint, ja das noch in Indien weiterlebt in
den sonstganz rätselhaften Hanumân-Legenden,
in denen dieses affenköpfige Wesen die
Himmelslichter, als ob sie genießbare Früchte
wären, zu fassen sucht. So ist die ganze
Zeile 1 sachlich klar, aber noch ist uns das
Einsetzen der medischen Werte nicht gelungen.
Sicher ist jedoch, daß die Inschrift von Yama
handelt und von der Ursache, warum er
seines Paradieses verlustig ging und flüchtig
auf der verwilderten Erde herumirte, bis ihn
ein Dämon in schrecklicher Weise tötete.
Dies muß der Inhalt des Folgenden sein. Also
spitzt sich das Ganze zu auf die zwei Anfangs-
kolonnen von Z. 2. Hier steht die erwähnte
Doppelgruppe: E·A, Tierkopf, E·E, CAR neben-
einander doch so, daß die Gruppe U·P·U·L
H·E·N LE·NU unmittelbar folgt, die in Z. 8
am Schluß von beiden etwas verändert in
die Mitte genommen wird. Es ist zu beachten,
daß das Zeichen E·A, das sicher hier anders
gelesen werden muß, in gleicher Linie steht
mit den schiefgestellten paarigen E's und im
Schlußabsatz mit einem ungewöhnlichen Zeichen,
das aus einer kurzen Geraden und einem dicht
angerückten Eckchen besteht. Lassen wir
zunächst andere, verwandte Zeichen aus dem
Spiel, so ist dadurch, daß das Zeichen fast
am Schluß des Ganzen steht, schon klar, daß
damit eine Gleichstellung mit den umgebenden
Gruppen erzielt ist, wobei noch merkwürdig
ist, daß das etruskisch U·P·U·L·H·E·N gelesene
Zeichen, das in Z. 2, 4, 7 die Gruppe begann,
dem E·A und dem Tierkopf auch folgt. Das
damit ausgedrückte Wort wiederholt sich also
und muß überhaupt etwas bedeuten, was dä-
monisch ist oder so wirkt. Die Bedeutung
des etruskischen Wortes U·P·U·L·H·E·N „eben
entstandenes (P) Feuer (U), überirdisches (L)
Feuer (U), zu einem Männchen (E) geworden (N)
aus dem Kegel (H·HU)" ist die eines Teufels
der Verwessung. Daß diese etruskische Lesung
auch in diesen Text paßt, wenn auch die Hiero-
glyphe eine andere Auflösung verlangt, zeigen
die Bilder selbst. Ja, in dem abscheulichen
Worte ist sogar jene Duplizität ausgedrückt
durch das doppelt vorkommende Wort U
„Feuer", die der Grundzug dieser Inschrift ist.
Da das Zeichen Z. 8 Kol. 1 unter einer Gruppe
steht, die mit dem E·A-Zeichen beginnt, so ist
klar, daß dies, unbeschadet seiner etruskischen
Bedeutung, hier um dieser Duplizität willen
(wegen des doppelten A) gewählt ist. Es
steht Z. 6 unter einem anderen Tierkopf, der
selbst wieder unter der oben besprochenen
Variante der AR-Hieroglyphe erscheint, leider
aber beschädigt ist. Aber diese letztere steht
parallel mit einer anderen kreuzförmigen Figur,
zusammengerückt aus vier Ecken. Diese ganze
Gruppe (drei Kolonnen) folgt auf zwei, die
wir etruskisch ΘA N·I·E P·E LE·NU lasen. Es
ist also von einer übel berüchtigten, von Be-
sessenheit (ΘA) erfaßten Persönlichkeit (I E) die
Rede, die die üblichen Titel dieser Gaukler
führt; es ist also ferner von ihr gesagt, daß
sie im Zentrum einer aufstrebenden Bewegung
steht, also ist in der Tat die hier vorkommende
Variante des AR-Zeichens eine Folge der in
Z. 1, 3 darüber abgebildeten Sünde. Denn
auch hier steht U·P·U·L·H·E·N nun vor diesem
Zeichen. Damit ist gesagt, daß zwei Flammen
die Erscheinung dieser beiden Verruchten an-
zeigen, aber so, daß die dämonische Spuk-
gestalt kreuzförmig, also mit ausgebreiteten
Armen auftritt, umgeben von den Figuren I NA
des etruskischen Systems. Diesem Manne,
der als Mensch gewordener Teufel aufgefaßt
ist, steht ein anderer, unzweifelhaft viel älterer
gegenüber, der als KA, d. h. als Geist, in etrus-
kischer Methode zitiert, ihn besessen machte.
Wir lasen den durch das erste Zeichen Z. 2
gegebenen Namen MU S E „Sohn des Eies"
und sehen nun, daß diese etruskische Be-
zeichnung, wie überhaupt die ganze Vorstellung
des medischen Inhalt unterzulegen, nicht so
ganz leicht ist. Wenn wir aber annehmen,
daß dieses Wesen nach der Anschauung
des Verfassers der Inschrift eins ist mit dem
Teufel, der das uranfängliche Paar verdarb,
so ist alles in Ordnung. Wir haben also in
der Einleitung die Erwähnung einer frevelhaften
Begattung, und zwar so, daß der Sünder durch
einen inkarnierten Teufel irregeführt wurde,
aber in der Hauptinschrift erkennen wir wenig-
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