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0354 Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1
The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 / Page 354 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000193
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System alle Zeichen (bis auf das uns noch
unbekannte Eck) Vokale oder nur aus Vokalen
bestehende magische Worte dar. So liegt der
Gedanke nahe, daß diese Zeichen Vokalzeichen
sind, und das kann nur so verstanden werden,
daß sie für die daneben stehenden Wortbilder die
Flexionsformen regeln, nicht etwa im Sinne
der Vokalzeichen der arabischen Schrift, sondern
als bloße Indikatoren für die in jedem ein-
zelnen Fall in Betracht kommende Flexions-
reihe. Da in dieser Inschrift diese Reihen am
deutlichsten und am vielseitigsten sind, wollen
wir sie, bevor wir die dann leichte medische
Umschrift der übrigen geben, zunächst ganz
lösen.

Der Umstand, daß gerade in dieser In-
schrift diese Zeichen so hervortreten, muß
seine Begründung darin haben, daß keine
gleichartige Erzählung, keine in denselben
Formeln oder in grammatisch gleichartigen
Formen fortlaufende Darlegung, Aufforderung
oder Verbot vorliegt, auch nicht etwa ein
zitierter Kommentar zu einem vorausgegenden
Satze, sondern, wenigstens in den ersten drei
Zeilen, kurze, deutlich abgegrenzte Sätze, die
wie ein Wechselgespräch schon äußerlich
wirken. Wenn das richtig ist, so kann das
doch nicht allein den oben erwähnten Umstand
hervorbringen, schon deswegen nicht, weil auch
in dem durchlaufenden Teil von Z. 4 an diese
kleinen Zeichen ebenso geschäftig auftreten,
ja sogar oben nicht vorkommende erscheinen.
Aber dieser zweite Teil enthält Z. 6 das Kreuz.
Hier muß also dem System beizukommen sein.
Sicher ist die Lücke Z. 5 besonders störend,
aber ein sonderbarer Zufall wird uns nahezu
dasselbe, was hier fehlt, anderweitig wieder
vorlegen. Nehmen wir also an, daß die drei-
mal drei kurzen Geraden, die hier dem etrus-
kischen LE-Zeichen folgen, eine Pluralform nahe-
legen, so fragt sich sofort, ob eine nominale
oder verbale gemeint sein kann.

Entscheidend ist der wiederholt betonte Um-
stand, daß die richtige Lösung der etruskischen
Schreibung und die richtige Wortbestimmung
in unsern „Tusca" hier in ganz hervorragendem
Maße hilft. Schon die früheren Interpretations-
versuche suchten in der ersten Hieroglyphe
die allerdings naheliegende erste Person „Ich",
wobei einerseits die Erinnerung an persische
Inschriften und anderseits die an die ägyptische

Hieroglyphe für „Ich", die nun allerdings
offizielle Dokumente wohl kaum direkt beginnt,
mit in Betracht gekommen sein mag. Wenn
hier nun wirklich „Ich" beginnen sollte, so ist
dieses „Ich" ein Spuk, ein übernatürliches
Wesen, keineswegs etwa der Begründer der
Inschrift. Es muß nach den Bildern eine
Personifikation sein, die nach mißlungenen
Versuchen, menschliche Gestalt mit aus-
gebreiteten Armen anzunehmen, unter einen
Lehmkegel fährt, so wieder nach oben wächst,
sich mit einem anderen Dämon, der bereits
Kegelform hat, in dämonischer Form begattet
und so beständig neue Paare zeugt. In der
Tat muß man nach den oben festgesetzten
Leseregeln des etruskischen Systems diese ab-
sichtlich aufgelöste, wie eine Initiale mittel-
alterlichen Stiles wirkende Hieroglyphe I·P·A
lesen. Nach den von uns endgültig fest-
gestellten Bedeutungen etruskischer magischer
Wörter bedeutet aber I·P·A „Ich". Diese Initiale,
deren Weiterleben wir am Ende unseres Buches
noch in ganz merkwürdiger Weise werden
würdigen können (übrigens eine Beobachtung,
die schon damals für unsere späteren Arbeiten
entscheidend war), umklammert in der Tat die
ganze erste Gruppe (vier Kolonnen); denn
der fehlende zweite Strich der Letter P im
Worte I·P·A ist an das HA·R-Zeichen über dem
kleinen Köpfchen, die Identität desselben mit
dem ersten Zeichen nahelegend, angehängt.
Also, ein „Ich", ein Substantiv, wie das Wort
im Munde von Gespenstern gebraucht wird
(vgl. „Alt. Kutscha" S. II, 35 A), bezeichnet den
inkorporierten Dämon. Die zweite Stütze,
deren volle Bedeutung erst später so recht
sich ergeben wird, liefert uns die etruskische
Lesung der folgenden Gruppe I·E·E·NA·I·NA
und der Variante von A·R. Diese bildet den
Merkstein des ganzen, denn wir erhalten eine
Auskunft, die uns fast alles löst. Es ist
aus den Figuren klar, daß die Rede sein muß
von der Art der Begattung und zwar in dem-
selben Sinne, wie es vorher der Hundekopf
andeutet. Das Paar wird abgebildet wie vor-
her die dämonisch belebten Kegel. Das
Resultat ist diesmal ein mit etruskisch E·A
eingeleiteter tierischer Teufelskopf. Das oben
als I·P·A „Ich" erscheinende Wesen hat damit
ein anderes hervorgebracht, das mit E·A ein-
geführt, in der folgenden Gruppe das Thema der