National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0356 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
Zeilen) sehen wir, daß der hier genannte der
Grund ist, weshalb die Inschrift hergestellt wurde.
Da derselbe so geschrieben ist, daß der Name
oder der Titel ΘA·N·I·E etruskisch gelesen
werden kann, so geht daraus hervor, daß diese
Persönlichkeit eigentümlicher Art (I·E) unter
Besessenheit (ΘA) vermutlich des Vorhergehenden stand. Ferner tritt, wie übrigens bereits
erwähnt, der Text in Beziehung zu Fig. 28.
In der Tat findet sich als Anfang von Z. 6
eine Gruppe unmittelbar vor dem Worte ΘA·N·I·E,
die, mit drei verschiedenen kleinen Zeichen
ausgestattet, klargelegt werden muß. So bedauerlich der Verlust halber Zeilen in Z. 5, 7, 8
ist, so können wir doch froh sein, daß gerade
die schwerwiegendste uns erhalten ist. Hier
sehen wir sofort, daß das Zeichen der doppelten
zwei Striche über der etruskisch zu lesenden
Letter P·E steht; ferner folgt doppelt E·NA und
darunter das Zeichen A·N ewig, dem ein kleines
HU folgt, dann E·A und eine nach unten gebogene Hand, die D·A·N·N·U gelesen werden
muß. Der Sinn dieser magischen Formeln
ist klar: zwar „ein Mann der Verwesung (P·E),
aber ein Doppelmann (E·NA E·NA), immer
(AN) ein aufwachsender Kegel (HU), ein ewiges
(A) Fascinum (E), ein Wesen in der Position des
Himmels (NU), stets unter D oder eingetreten
(N) in das ewige (A) D, wobei der lokalen
Lautverschiebung Rechnung getragen wird, aber
die eigentliche Ritualform ΘA·N·I·E, deren Sinn
im wesentlichen identisch ist, folgt sofort nach.
Doch wird auch hier angegeben, daß dieser
„Mann der Verwesung" (P·E) ein „Heros des
Goldes" usw. (SU·LE·NU) ist. Der Hauptinhalt
der Inschrift gilt also ohne Zweifel derselben,
allerdings schon als verstorben bezeichneten
Persönlichkeit. Damit gelangen wir an die
furchtbarste Stelle. Bleiben wir bei den etruskisch unmittelbar lesbaren Hieroglyphen, so
sehen wir außer ihnen die zwei, Kreuze zeigenden parallel gestellt, aber sie stehen parallel;
denn die dritte Kolonne ist gleichzeitig parallel
gestellt mit der zweiten von Z. 7. Hier
entspricht E·A der das Kreuz zeigenden AR-
Hieroglyphe, der Tierkopf einem Tierkopf,
ein erstes E·A einem Bogen, der genau so
zweimal Z. 2 vorkommt.
Was in der Mitte steht, ist etruskisch leicht
lesbar: E·NI·US DA·N·NU. Der Sinn dieser
Formel ist: „Wesen in Position der Himmels-
göttin (NU), erfaßt von Bezauberung (DA·N)
des Feuers (U·S) des selbstentstandenen (NI)
Fascinums (E)". Diese Formel, die die Glorifikation der bezüglichen Persönlichkeit als
Geliebten des Sonnengeistes darstellt, erfaßt
vom Feuer des Sonnenringes, ist die Grundlage
aller Magie. Sie steht zwischen zwei Kolonnen,
von denen die erste in der Mitte etwas beschädigt ist, doch nicht so, daß der Sinn
verloren wäre. Die Beziehung, die zwischen
den gekreuzten Figuren und dem E·A·Zeichen,
das ja nur als Kreuz mit abgebrochenen Armen
aufgefaßt werden kann, haben wir erwähnt;
daß die letzte Kolonne von Z. 6 das Entstehen
dieser Figur ausdrücken muß, ist klar; ebenso
aber auch, daß der Tierkopf das verursacht,
wie in der letzten Kolonne der andere Tierkopf
aus einem Bogen hervortritt, der identisch ist
mit dem schließenden Bogen. Daß hier von
Zerstörung die Rede ist, zeigen schon die
Hieroglyphen selbst, ferner erscheint in der
Mittelgruppe zwischen den Kreuzen wieder
die Hieroglyphe U·P·U·L·H·E·N. Daß der
Schlußbogen ebenso wie der Bogen, aus dem
der Tierkopf hervortritt, große U sind, die
selbst Hälften eines Kreises sind, wird sich
kaum abweisen lassen. Das Ende dessen,
was die fünf Kolonnen zusammenfassen, ist
also zerstörendes Feuer. Die Hieroglyphe
nun, welche vor den letzten zwei erscheint,
ist E·A, selbst im Sinne dieser Kolonnen eine
Entstehung der Kreuzform, welche den Absatz
beginnt. Daraus muß also letzten Endes das
Feuer entstehen. Folgen wir dem Vorstellungskreise dieser urweltlichen Anschauungen, so
muß das Kreuz der Kern der Sonne sein,
das kreuzweise liegende Gesperre, um das die
brennenden Scheibenringe sich formen, um
jeden Tag sich neu zu bilden. Hier ist das
Gesperre der Scheibe entkleidet; wir sehen
die vier Speichen des Rades vor uns, wobei
die inneren, die Wiederholung anzeigenden
Linien uns zeigen, daß dies Gesperre ewig ist.
Eine etruskische Lesung des Kreuzes ist
mit Einzelelementen unmöglich. Wir haben
scheinbar ein Zeichen primären, piktographischen Charakters vor uns. Folgen wir der
Bewegung, die in der parallel gestellten Variante
des AR·Zeichens deutlicher ist — es ist dies
Erhebung oder Stoß von der Mitte aus —, so
teilen sich von oben nach unten die beiden
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