National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0360 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
rot, für NA silber haben. Es findet aber
hier ein Übergang statt, der Bezug haben
muß darauf, daß auf eine fremde Sprache
gerechnet werden muß.
Eine parallele, aber ganz seltene Nebenform
ist das Zeichen E·I, das also hochrot und
gold darstellen müßte. In beiden Fällen fällt
nun die Metallfarbe ganz weg, und für beide
Paare tritt ein stumpfes Braungrau, eine Art
Lothfarbe ein. Wo diese beiden Zeichen ein
anderes in die Mitte nehmen, erhält dies also
diese Farbe. Wo aber die erste Form doppelt
übereinander steht, ist die Dauer dieses Zu-
standes stark genug, um dem bezeichneten
Gegenstande lichtblau zu sichern.
Wir haben uns genötigt gesehen, um zu
kürzen, die Farben, die sich leicht bestätigen
werden, in ihren Übergängen gleich einzusetzen.
Nun aber erhebt sich die Frage: welchen
praktischen Sinn hat dieses Farbenspiel, und
wie können wir es zur endgültigen Lösung
ausnutzen? Um das zu beantworten, müssen
wir mit den Farbenbezeichnungen beginnen,
die in den Hieroglyphen liegen, da, wie gesagt,
die besonders zugesetzten nur Unterordnungen
unnormaler, also als unglücklich und verwerflich
geltender Nebenstufen genannt werden müssen.
So kompliziert das, was uns noch erwartet,
scheint, so einfach ist es. Kehren wir also,
um zu Ende zu kommen, zur Priesterinschrift
Fig. 22 zurück.
Z. 1. Die ersten vier Kolonnen sind feuer-
rot, bloß die hornförmige Mütze ist braun.
Es folgen dann durchaus braune Kolonnen,
da die Kegelformen die Gruppe beherrschen.
Die nächste Gruppe ist sehr bunt: goldene
Scheiben mit roten Strichen, grünes Feld mit
silbernen Bergen und roten Strichen und
endlich eine braunrote Gruppe.
Z. 2 zeigt uns sofort ein neues Problem.
Wenn die bestimmende Figur aus einem hoch-
roten Strich und zwei blauen Quadratchen
besteht, hat sie als selbständiges Zeichen nur
für sich allein Geltung. Da der darunterstehende
Tierkopf als Hornträger sicher braune Farbe
trug. Das folgende Zeichen mit Einführung
ist feuerrot; das ausdrücklich eingesetzte Wort
SU gibt den folgenden zwei ockergelbe Farbe.
Die nächste Kolonne zeigt zwei silberne Bogen
und ein blaues, hochrot gestütztes Himmelsbild;
die Scheibe ist erwähnt, die nächste Figur
ist braunrot, die folgenden bis zum Ende der
Zeile ockergelb.
Diese Zeilen genügen, um auf Grund des
sachlich Festgestellten, der etruskischen Werte
und der Farben eine Lösung des Haupttextes
anzubahnen. Die Figuren im ganzen Vorder-
satze (Z. 1—2 bis zur Hälfte) zeigen mit Aus-
nahme der Scheibe und der Erde, ferner des
E·A-Zeichens keine eigentlich heraldischen
Farben, sondern durchaus schreckliche, ab-
stoßende und dämonische. Dies dämonische
Element hat also das Übergewicht. Wenn in
dem Satze als günstig geltende Farbenbilder
vorkommen, so sind sie entweder durch Ver-
änderung der Form oder durch schreckerregende
Begleitfiguren gewissermaßen machtlos ge-
macht. Genau dasselbe gilt von Z. 2 zweite
Hälfte. Ja, hier ist der Verfall vom Anfang
an durch die Hieroglyphen selbst ausgedrückt.
Wenn wir die günstigen Figuren herausheben,
so sind es im ersten Satze bloß die Sonnen-
scheibe und das E·A-Zeichen, die schon durch
Form und Farbe einen auffallenden Stütz-
punkt bieten. Aber beide sind selbst nicht
unberührt; denn die Begleitfiguren degradieren
sie. Genau dasselbe ist im zweiten Satz der
Fall. Andererseits ist in den allerersten
Kolonnen das in die folgende Gruppe ein-
dringende Feuerrot eine furchtbare, dämonische
Verbindung des ganzen Anfangs und bricht
in der Mitte des ersten Teiles Z. 2 wieder
durch. Also nicht nur die Umrisse der Hiero-
glyphen leben und folgen dem Inhalt, auch
die Farben, die sogar noch stärker zu wirken
imstande sind. Am stärksten drückt sich dies
Gesetz in dieser Inschrift aus, da in ihr die
offenbare Absicht vorliegt, zwei einander dia-
metral entgegenstehende Anschauungen auch
graphisch klar zu machen. Wie erstaunlich
dies wirkt, kann jeder erkennen, der die Farben
in die einzelnen Zeilen einträgt. Heben wir
nun die so durch Dämonisches umschatteten
Figuren allein heraus, so erhalten wir zunächst
nur: die sich verjüngende Sonnenscheibe, das
E·A-Zeichen, den Himmel, gestützt durch einen
Baum, und noch einmal die Sonnenscheibe,
die im ersten Teil noch ein drittes Mal am
Anfang von Z. 3 auftritt. Rücken wir diese
fünf Hieroglyphen (vgl. die obere Reihe S. 361) an-
einander, so steht der durch den Baum gestützte
Himmel zwischen einer sich verjüngenden Sonne
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