National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books

> > > >
Color New!IIIF Color HighRes Gray HighRes PDF   Japanese English
0361 Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1
The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 / Page 361 (Color Image)

New!Citation Information

doi: 10.20676/00000193
Citation Format: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR Text

und dem Zeichen E·A einerseits und zwei solcher
Sonnen anderseits. Das ist in fast magischen
Figuren das Thema der Hälfte der grandiosen
Inschrift. Der so schon piktographisch aus-
gedrückte Sinn ist klar. Versuchen wir es (es ist
dies nötig, um die Worte zu finden) diese fünf in
in einen Satz umzusetzen, was bei den geradezu
urweltlichen, uns fast entfremdeten Vorstel-
lungen nicht ganz leicht ist: „nach einer Welt-
periode, in der die Sonne stets sich selbst
verjüngend leuchtete, trat eine Spaltung in
der ewigen Dauer durch eine kreatürliche
Kraft ein. Sie muß selbst den Himmel stützen,
dann werden wieder Sonnen in der uralten
Weise sich selbst verjüngen." Sehen wir
nun für die ersten zwei, vor der Himmel-
stütze stehenden Zeichen die Begleithierogy-
phen an, die den Verfall anzeigen, so erkennen
wir im ersten Falle auf dem grünen Felde
der Erde das durch die etruskische Lesung
I·NA ausgedrückte Urverbrechen der wahren
Erbsünde, im zweiten einen gehörnten Dämon,
der durch Spaltung der Ewigkeit herabsank
in den Unflat, dessen Farbe er trägt. Die
Inschrift ist so verteilt, daß zwischen E·A und
dem den Himmel auf immer wieder stützenden
Baume die Figur des Priesters selbst steht
und vor seinem vorgestreckten Arme die
dritte und letzte Goldscheibe. Hier ist also
die stützende Macht hervorgehoben und da-
mit kann nach der Stellung der Hieroglyphen
in ihrem Verhältnis zur Hauptfigur nur die
Priesterfigur gemeint sein. Wenn wir nun die
anderen Figuren betrachten, die in feuerrot,
braun, braunrot oder ockergelb im bösesten
Sinne, in silber und grün im Sinne des Ver-
blassens und Vergehens die nur fünf erhabenen
Zeichen umgeben, so sehen wir die Abstufungen
des Verfalls, die Übergänge bis zur Verwesung
gleichsam im Bilde vor uns. Der Ausgangs-
punkt zu einer Entlockung der so drastisch
dargestellten sprachlichen Unterlage liegt nun
darin, festzustellen, ob die für das Etruskische
von uns erhaltenen Lettern (Konsonanten und
Vokale) auch nun noch gelten, und ob die ge-
wonnenen Farben, besonders die Farbenbezeich-
nungen, die ersichtlich Lesezeichen für zwei-
sprachig zu lesende Hieroglyphen sind, uns dabei
helfen können. Betrachten wir die Anfangs-
gruppe, soweit sie feuerrot sein muß, so ist
das erste Zeichen etruskisch lesbar: I·P·A

„ich", aber die folgenden können mit diesem
armseligen Lautbestand nicht bemeistert werden.
Und doch weist die zweite Hälfte des P. am
Köpfchen darauf hin, daß alles feuerrot an-
zusetzende einen Ausdruck darstellt, den das
erste Zeichen etruskisch interpretiert, mit an-
deren Worten: wir müssen hier die medische
Übersetzung von I·P·A suchen. Ferner bietet
uns die folgende, braun zu malende Gruppe
erst ein etruskisches HA·R, dann ein HA, end-
lich einen Hundekopf, der mindestens die
Elemente TU·N und SU enthält, ja es folgt
noch einmal emphatisch HA und A·N. Aber
auch da ist klar, daß diese zum Teil wieder-
holten etruskischen Elemente nicht genügen,
um allem gerecht zu werden. Die folgende
kleine (wahrscheinlich um eine Hieroglyphe
geschädigte) Gruppe kann unmöglich in me-
dischem Sinne das Etruskische so wiederbringen
in ihrer ersten Figur, während die zweite,
obwohl sie fast dasselbe im etruskischen
Sinne enthält, durch das inmitten des grünen
Feldes erscheinende rote Kreuz ein Thema
angibt, dessen Folge das E·A-Zeichen ist.
Eine etruskische Lesung des braunroten Paares
am Schlusse der Zeile ist unmöglich. Wenn
wir für diese Gruppe, wenigstens durch Bild
und Sinn des Ganzen geleitet, das Wort YAMA
ansetzten, so ist damit noch nicht eine Analyse
der Hieroglyphe verbunden gewesen. Tiefer
als dieser durch die Abbildungen als Gleich-
setzung nahegelegte, ja fast geforderte Aus-
druck greift aber die erste Beobachtung.
I·P·A steht hier nicht im Sinne des Pronomens,
sondern im Sinne einer Fleischwerdung eines
spukhaften Wesens. Wenn der Ausdruck dafür,
den das etruskisch gelesene P noch in die
zusammengesetzte Figur hinübergelgt, in der
arischen Sprache der Begründer der Inschrift
in der Tat das etruskische I·P·A decken soll,
so müssen die für das Etruskische überschüs-
sigen Zeichen dazu dienen, das arische Wort
so voll auszuschreiben, wie das etruskische,
das ausdrücklich allein in Elemente zerlegt ist.
Es ist entscheidend, daß die letzte feuerrote
Hieroglyphe verbunden ist mit jenem Zeichen
HA·R, welches die furchtbare Aussicht auf
den Stierkopf nahelegt. Indem der in flackern-
den Flammen spukende I·P·A sich irdisch
verkörpert, entsteht schon die sich gegen oben
wendende dämonische Bildung. Dieses Hin-