National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0363 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
gleich bleibt, mit diesem Namen oder Teilen
davon gleichzusetzen. Dann müssen die Köpfe
selbst, da sie die allmähliche Entwicklung bieten,
Verbalbegriffe ausdrücken. Eine zweite Sache
ist noch klar zu legen, bevor wir das Ganze
anfassen. Es ist dies die Vollparallele N·N·NE
(Z. 3) zu den Ecken unten, sowie das Ver-
hältnis dieser Zeichen zu den kreuzförmigen,
die fast die ganze Inschrift beherrschen. Das
Grundschema von Fig. 28 spielt auch hier als
Schluß eines kurzen Absatzes eine Rolle und
es ist klar, daß das leider stark beschädigte
folgende Stück, ja, noch der Anfang von Z. 4
darauf Bezug haben muß; auch setzt hier
nach den kurzen Absätzen von Z. 2, 3 das
Zeichen U·P·U·L·H·E·N ein, das aber erst in
Z. 4 als U·P·U·L·H·E·N SU·LE·NU erscheint, mithin
haben wir hier eine Parallele längerer Art
zum Schluß Z. 8. Wenn so und wenn wirklich
die Ecken in Z. 7, 8 zurückgehen auf die Kreuze
in Z. 5, 6, so fehlt in Z. 3 die Vorstufe. Aber
der vorhergehende kurze Absatz schiebt die
mystische Gruppe N·N·NE an den Schluß hinter
eine aufwärtsgerichtete Hand. Vor dieser
Hand liegt die große Linke des Priesters.
Auch die kleine ist eine linke. Die dritte
Hieroglyphe der Gruppe Sonne und Erde vor
der Hand des Priesters ist ein kleiner Vogel,
der wohl auch derselben Gruppe Z. 1 bei-
gegeben war, aber jetzt verloren ist. Dieser
Vogel ist fast nie derselbe, immer liegen kleine
Varianten vor (Fig. 24, Z. 2, 4; 27, Z. 15; 35, Z. 2).
Die merkwürdigste, die nur äußerlich den
Vogel im Umriß darstellt, findet sich in Fig. 36.
Das genügt zunächst, um zu erkennen, daß
dieser Vogel ebenfalls mit dem Inhalt über-
einstimmende Formen annimmt. Hier steht
er ruhig, sein Flügel hebt sich durch eine
Kontur ab. Man sieht, daß der Flügel betont
ist, indes steht der Vogel so, daß man nur
einen Fuß sieht. Es ist dabei zu beachten,
daß es auch schreitende Vögel gibt, ferner,
daß die vogelähnliche Hieroglyphe Fig. 36
die Bewegung des Auffliegens so darstellt,
daß man sehen soll, daß da ein Vogel oder
Flügelwesen saß. In Fig. 22 steht er ruhig,
kann aber auffliegen. Er ist beiden Symbolen
darüber gemeinsam, dem Himmel, den die
Sonne darstellt, der Erde jedoch noch mehr,
da er nicht beständig in der Luft bleiben
kann. Da er steht und vor die Erdfläche ge-
zeichnet ist, gehört er ihr an. Wenn wir ihn
uns (und das doch wohl mit Recht) zu der-
selben Figur in Z. 1 hinzudenken, ist klar,
daß er mutatis mutandis dem Hundskopf
vorher entspricht und die Zwischenstufe zur
menschlichen Fleischwerdung, vermutlich des
anderen des Paares, darstellt. Wenn wir das
auf Z. 3 anwenden, so muß auch hier eine
Zwischenstufe von einer neuen Existenz vor-
liegen. Hinter diese Gruppe greift aber die
linke Hand der Hauptfigur ein und schiebt
damit die folgende kleine Hand des Textes
zurück: eine erstaunliche Protesterklärung gegen
den vorliegenden Inhalt, der aber doch wie
ein historischer Vorgang stehen bleibt. Eine
Andeutung der Farbe ergibt sich für den Vogel
daraus, daß seine Kontur ein liegendes SU
bildet. Er gehört also hier wenigstens dieser ver-
ächtlichen Schicht an, deren Prätensionen die
Hand der Relieffigur durchbricht. Diese Hand,
gefolgt von dem mystischen Zeichen N·N·NE kann
also nur ein Wesen oder einen Mann bezeichnen,
dessen Anschauungen die große Figur bekämpft.
Diese Hand ist eine Variante der in Z. 6, 7
erscheinenden, besteht sicher aus denselben
Elementen, die aber mindestens in der Reihen-
folge verändert sind. Die etruskische Lösung
dieser Zusammenrückung ist aber, wie das
oben Bemerkte beweist, ganz ungewöhnlich
wichtig. Von der Mitte aus erhalten wir C,
dann durch die untere Kontur N, durch die
Finger D, durch die obere Kontur L, durch
den Daumen E und endlich NU (wie in D·AN·
NU): eine magische Formel, die einem italisch-
etruskischen C·N·Θ·LE·NU entsprechen würde.
Sie gibt dem Träger des Titels, außer der
Funktion NU (Himmelsgöttin) noch die Be-
zeichnung des erhabenen Zauberkreises (vgl.
D·Θ im Glossar) des Helden des vollzogenen
(N) Siegels (C)". Der Daumen E gibt durch
Anlehnung an SU dem Zeichen die ockergelbe
Farbe. Ihm folgt die oben erwähnte magische
Formel, die durch ihre Anähnlichung an das
Kreuz und an das Eck lichtrötlich sein muß.
Das Folgende ist, da zu viel zerstört ist, un-
lösbar. Wir sehen jedoch durch die deutliche
Abteilung, daß hier ein neuer Satz begann.
Das klingt nun alles recht rätselhaft, ab-
stoßend, ja fast lächerlich, aber wir haben
mit Zauberformeln zu tun, die das Erhabenste
oft in der denkbar zynischsten Weise wieder-
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