National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0364 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
geben. Ich muß hier wiederum versichern,
daß ohne diesen Einblick weder der eigentliche
Sinn der Inschriften, noch überhaupt magische
Literatur — ich denke zunächst an die
Tantras — verstanden werden kann.
Die Gruppe bezeichnet also den oben
etruskisch MU·SE genannten als vollendeten
Zauberer. Leider fehlt nun das Folgende,
aber in Z. 4 ist dieselbe Bezeichnung des
Hauptteufels da, die auch am Schluß steht
mit demselben Zusatz, den wir mit DAEVA
gleichsetzen wollten. Hier ist also ein vor-
läufiger, den eigentlichen Schlusse Z. 8 pa-
ralleler Abschluß. Hier muß nun folgen, daß,
obwohl dieser Zauberer bereits ein spukhafter
DAEVA geworden ist, seine Art weiterwirkt,
zurückkehrt und so das Paar in anderer Form
wieder zustande bringt. Das immer wieder
vergeblich versuchte Kreuz steht dem magischen
Zeichen N·N·NE gegenüber. Also nun treten
jene Kreuzbildungen ein, die die Anfangs-
hieroglyphen bereits zeigten, deren erste
Erscheinung (Z. 1) überging in die Himmels-
stütze Z. 2. Diese Hieroglyphe und ihre
dunkelrote Parallele sind also (wie sich schon
aus dem herausgeholten Schema: Sonne, E·A,
gestützter Himmel, Sonne, Sonne ergab) der
Kern des Ganzen. Der dort genannte Mann,
der dem im Eingang erwähnten „Ich" (I·P·A·
ADAM) scheinbar gleichsteht, will eine Himmels-
stütze sein und dieselbe Selbstverjüngung mit
Bildung neuer Scheiben, die armförmig her-
austreten, für sich durchsetzen durch jenen
Akt dämonischer Begattung, den Z. 3 in dem
mystischen Zeichen N·N·NE zum Ausdruck
bringt. Die auf den Anfang von Z. 5 folgende
Lücke muß eine Katastrophe enthalten haben,
bei der dieser zweite Gaukler zugrunde ging.
Denn Z. 6 gibt drei erstaunliche Kolonnen,
von denen die dritte und was ihr folgt bereits
behandelt sind. Die zwei ersten zeigen eine
Zwischenstufe schrecklicher Art. Das Zeichen
P·E·N tritt flammendrot auf, darauf kommt unter
doppeltem E·NA: AN·HU. Schon diese etrus-
kische Unterlage sagt genug: ein Kadaver eines
Hingerichteten ist gefolgt von einem Kegel,
der eine doppelte Mannheit darstellt. Das
genügt, um zu zeigen, daß es trotz der Lücken
möglich ist, nachzuweisen, daß die zwei
bösen Dämonen der Einleitung abwechselnd
neue dämonische Formen solcher Gaukler
beleben und daß der Zweck der Inschrift der
Hinweis auf die Entstehung des ersten Wider-
parts des ewigen Lichtes, die des Lichtes der
Verwesung ist.
Die festen Punkte, die diese urweltlichen
Zeilen umfassen, sind herausgehoben. Aber
die dazwischen liegenden Stellen, deren
Parallelen wir schon bei der ersten, nur die
graphische Seite behandelnden Analysen er-
wähnten, bieten das Gegenstück zu diesen
fünf festen Punkten in heraldischen Farben,
Sonne, E·A, Himmelsstütze, Sonne, Sonne.
Wie diese letzteren die gute Bahn, wenn auch
mit dem Himmelssturz im zweiten Zeichen
enthalten, gelten die anderen dem angemäßten
irdischen Gegenbild. Sie entsprechen den
Nebenfarben, die nur zwei der oberen Reihe
(gold, silber, hellblau, grün und hochrot)
decken, nämlich gold und hochrot. Die zwei
abblassenden Stufen: silber zu gold, grün
zu blau sind Veränderungen, Folgen der
Durchbrechung der Ewigkeit, die das Hinsiechen
und den Tod bringt. Die anderen bedeuten:
hellrot (fleischfarb) die Menschlichkeit, dunkel-
rot den gewaltsamen Tod, ockergelb den
Unflat, braun die Verwesung, feuerrot dä-
monisches Feuer. Blau, die unteilbare, empfind-
liche, reine Farbe, die Farbe des Himmels
und der Ewigkeit scheidet für die mit fleischfarb
beginnende Reihe aus. Diese letztere ist der
Ausgangspunkt der Lösung, sie ist die Farbe
des Z. 6 erhaltenen, aus Ecken zusammen-
geschobenen Kreuzes. Sie ahmt die sich
verjüngende Sonnenscheibe nach, bildet ihr
inneres Gesperre, entbehrt aber der Bildung
der leuchtenden Scheiben. So steht sie erst
der zweiten Hieroglyphe der ersten Reihe
gegenüber, die die Farbe der Ewigkeit (blau)
mit hochroter Linie durchbricht. Aber wir
sehen an der dritten Hieroglyphe, wie dasselbe
hochrote Zeichen Strebestützen emporschickt,
kurz gesagt, die zur Endlichkeit herabgesenkte
zeugende Kraft ist nicht verloren, sie bemüht
sich, den Himmel zu stützen. Das irdische,
hellrote Gegenbild ist der Mensch, der sich
an das Überirdische anklammern soll. Dies
Symbol ist das Kreuz, dessen innere Linien,
wie wir erkannt haben, die Wiederholung, die
stete physische Neuerzeugung darstellen. Das
ist der gewaltige Sinn heraldischer Zeichen,
über deren Bedeutung wir hoffentlich bald
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