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0378 Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1
The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 / Page 378 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000193
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und, wenn in der Tat dort auf den Kultort hin-
gewiesen ist, wo der Gaukler seine Irrlehre ver-
breitete, so ist der vielleicht unfreiwillige Bezug
im oberen Zeichen angedeutet, mit andern
Worten: der Teufel antwortet höhnisch, daß
über Leben und Tod er dort gebiete. Fassen
wir alles zusammen, so erhalten wir im me-
dischen Sinne folgende Zeilen:
„Ich bin der, der spricht: ich mache die-
jenigen stärker als alle Menschen, die mich
aufnahmen, meine Art ist paarig, paarig gesellt
ist sie ewig dauernd, Leben und Tod, die beiden
Urgeister, das Gute und das Böse, die guten und
bösen Menschen sind nur Teile einer Einheit";
„„Gefallener, der du dich als Himmelsstütze
gebärdest, der du dich zwecklos aufbläst, wie
eine neue Sonne, und das Haupt hoch tragen
willst, du Sohn des Sonnen-Eies"" „Leben
und Tod, das ewige Siegel schafft den Mann,
der dort erzeugt wird";
„„Ja dort . . . . . . . . . die Bösen und die
Guten haben dieselbe Erbsünde, das Ver-
derben, die Paarung belebt einen Teufel in
Menschengestalt, der Sonnenkind sein will . . . .
ein Verderber, ein Besessener auf der Pyramide,
der Mittler (E·A) steigt herab in ihn, besessen
ist er und ein Verderber und doch ein Mensch!
das Verderben der Erde, ein Teufel ist dieser
Mittler, er rast in Zornesflammen, besessen!
dieser Mittler ist gestürzt, ein Satan geworden,
die Bösen sind die Verderber des Guten . . . .
der Mittler soll der Vertilger der Bösen, nur
der Bösen sein, denn er ist gut.""
Neben der Hieroglyphe der doppelten Sonnen-
scheibe tritt also die zweite der oben (S. 361)
zusammengestellten Reihe hervor. Sie ist der
Stützpunkt des Ganzen. Aus der etruskischen
Lesung derselben ist klar, daß eine Gottheit,
genannt E·A, zu einem Kult mißbraucht wurde,
der im schroffsten Gegensatze zu medischen
Auffassung, aber auch zur ursprünglichen stand.
Wir nannten das Zeichen oben „Himmelssturz",
wenn auch nicht im bösen Sinne; den Menschen
gegenüber, sank wirklich eine Gottheit herab,
muß sie doch wohltätig sein, da sie dem
zweifellos bösen Tierkopf gegenübergestellt ist.
Aber gerade dieser gehörnte Tierkopf weist
uns wieder als Widerpart auf die Schöpferkraft,
die vom Himmel herabkommt, auf die Zeugungs-
fähigkeit, und gewährleistet so von männlicher
Seite, was als Gegenstück zu der Stelle CN·D·E·NU

N·N·NE (Z. 3) aus Yasna 30, 7 herangezogen
wurde. Die Direktive, die wir durch die
beiden Leitmotive, Sonne und E·A, erhalten,
besteht nun darin, daß die Linien und die Farben,
der oben (S. 362) gegebenen Reihen 1, 2, 4 in-
sofern maßgebend sind, als alle übrigen Zeichen
nur als Variationen dieser drei Reihen erscheinen.
Da nun aber auch noch das dritte große Zeichen
(S. 361), die Himmelsstütze vorkommt, so tritt
auch noch Reihe 5 hinzu. Die Wirkung, die
die Elemente dieser drei Zeichen ausüben, ist
eine rein solare und umfaßt die drei Haupt-
phasen der solaren Vorgänge: ewige Selbst-
verjüngung der Sonne, Herabgleiten eines
Demiurgen aus der Ewigkeit und Zurückstreben
desselben nach dem Himmel. Es ist also gerade-
zu das ganze System in Tätigkeit dargestellt
und die zweite Phase, das Herabgleiten eines
Mittlers, ist die dominierende. Diese drei
Hieroglyphen sind also durchweg glückliche
mit den Farben Gold, Hochrot und Blau, die
zwei letzteren sind nahe verwandt, aber die
linearen Elemente der dritten sind zahlreicher
als die der zweiten. Was das merkwürdigste
ist: wir finden die von der langen roten
Mittellinie ausgehenden Strebelinien in schräger
Lage, auch doppelt, wenn auch nicht anein-
andergeschoben, die freistehend, freilich größere
Hieroglyphen einleitend oder begleitend in
Z. 1, 2, 4, 6, 8 vorkommen und hochgestellt
Feuerrot, tiefgestellt dunklen Purpur ausdrücken.
Diese dämonischen Variationen liegen also
unter der Direktive dieser Stützen für den
Himmel. Was das bedeutet, wird uns bald
durch eine andre Sache klar. Die beiden roten
Linien in der doppelten Sonnenscheibe, die
rote Mittellinie des E·A-Zeichens und die ver-
längerte inmitten der Himmelsstütze kehren
wieder, nicht nur als die ersten Elemente des
E·NA-Zeichens (Z. 6), sondern auch zusammen-
gestellt und zusammengerückt mit dem Eckchen
(Z. 7, 8) und in drei Triaden gruppiert (Z. 1, 3, 6),
z. T. mit andern Elementen verbunden. Das
ist, wie die Bedeutung des E·A-Zeichens erwarten
läßt, das wichtigste Element dieser Inschrift.
Es erscheint allein, zweimal und dreimal
gruppiert, dann aber auch einzeln, aber fast
doppelt so lang. Man hat den Eindruck, als
ob auch die schrägegestellten Linien dasselbe
Element, allerdings modifiziert, seien. Zu diesen
beiden, im Prinzip vielleicht identischen Ele-