National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books

> > > >
Color New!IIIF Color HighRes Gray HighRes PDF   Japanese English
0384 Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1
The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 / Page 384 (Color Image)

New!Citation Information

doi: 10.20676/00000193
Citation Format: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR Text

Entstellung oder wohl hier bloß Umbildung
der kleinen inneren Sonnenscheibe. Oben in
der Hand ist diese Figur nach unten gewendet,
die kleine unten nach oben. Die Zeichen
stehen sich also feindlich gegenüber. Die Hand
steht in keiner sichtlichen Beziehung zu den
bisher angenommenen medischen Elementen.
Aber die zusammengepreßten Finger mit dem
oben schließenden Daumen, die gegenständige
Bewegung ausdrücken, geben uns einerseits
vier abgerundete Striche, anderseits eine über-
greifende, unten breitere Figur, die in zwei
ungleiche Zacken fast ornamental ausläuft.
Wir erhalten also vier, wenn nicht fünf Ele-
mente, welche uns noch unbekannt sind. Die
Farbe macht das Zeichen zum Widerspiel der
goldnen Sonne, aber diesmal, wenn wir oben
recht haben, im Gegensatz zum Schuh. Dann
liegt also eine Umgestaltung der Sonne selbst
vor, die ihren Kern faßt und in Messerform
nach unten wendet, offenbar in der Absicht
zu strafen. Wir hätten also ein T vor uns,
in den Fingern eine Verdopplung der nun
umgebogenen paarigen Striche, in dem or-
namentalen Ende die geplatzte Scheibe so,
daß ein Teil noch der Bewegung folgt, der
andere sich abbiegt, also durchweg modifizierte,
in Bewegung gekommene Elemente der Voll-
sonne. Also die Sonne greift strafend ein
und hält ihren flammenden Keim mit dem
Stoffe der gegenwärtigen Tagessonne als Waffe
bereit. Nur eine Letter ist bis jetzt bekannt,
aber eine solche Umbildung macht es unwahr-
scheinlich, daß sie eingesetzt werden darf.
In der Tat bieten diese Hieroglyphen neue
Lettern und zwar dadurch, daß die oben
zitierte Bedeutung festgehalten wird. Die
etruskische Lesung U·P·U·L·H·EN SU·LE·NU
enthält trotz der Umdeutung, die das den
Opferer umgebende, aus den Opferresten in
ihn herabfahrende Feuer in magischen Worten
ausdrückt, die Unterlage zur richtigen Erklärung.
Wir haben einen ähnlichen Fall vor uns,
wie bei dem Namen SPITAMŌ. Auch hier muß
die vorhergehende Figur dazu genommen
werden, um die verborgenen Namen heraus-
zuholen. Diese enthält zwei kleine Quadrate,
diese, auf die Spitze gestellt, entsprechen
der Klinge und dem Zeichen auf dem Schuh.
Ferner ist das untere Ende sehr ähnlich dem
der Hand. Wenn nun wirklich diese Enden
veränderte abgefallene Sonnenringe sind, so
müssen die oberen Teile der ersten Figur, die
um die Quadrate laufen, zugehörige Um-
fassungen derselben sein, die an ihnen haften
blieben wegen der Kanten, während in der
Hand die erwähnte Umformung stattfand.
Also steht eine umgeformte Scheibe, ein um-
geformter Scheibenring zwei umgeformten
Quadraten gegenüber. Durch die Aufrecht-
stellung weist die erste Hieroglyphe auf das
Zeichen E·A. Diese zwei Quadrate sind also
förmlich degradiert, vom Zeichen der Ver-
gänglichkeit umfaßt, aber sie stehen aufrecht,
ahmen also den roten Strich inmitten von
E·A nach. Quer dagegen greift die Hand ein,
die zürnende, sich umbildende Sonne dar-
stellend, und den Schluß macht der Schuh.
Die dämonische Bedeutung des ersten Zeichens
ist die Vorstufe, die Unterlage zum Folgenden.
Aber während der Dämon im etruskischen
Sinne identisch ist mit der Hand, tritt im
medischen der Gegensatz ein. Die zwei
Quadratchen sind gestürzte Teile der Ewigkeit,
trotz des Verfalls richtet sich das Zeichen auf,
wie auf dem Schuh das entstellte der kleinen
Scheibe. Die Annähnlichung des CA-, CE- usw.
Zeichens an SU ist schon erwähnt worden.
Erst groß, erscheint das Grundelement klein
auf dem Schuh. Die Lösung, um den ver-
steckten Namen zu erreichen, ist ähnlich der
von SPITAMŌ. Am einfachsten ergibt er sich
dadurch, daß wir den normalen Unterlagen
folgen, das ist hier nur möglich, wenn wir
die so einfach scheinende Bedeutung des E·A-
Zeichens, das hier eine große Rolle spielt,
kennen. Hier liegt nun eine Sache vor, die
fast alles aufzurollen zwingt. E·A ist eine
Durchbrechung der Ewigkeit, ein Herab-
steigen einer als männlich gedachten Schöpfer-
kraft. Die rote Mittellinie ist Mittler des
Lichtes, das nur aus der Sonne kommen kann.
Diese Grundidee liegt ja auch, wenn auch
etwas verändert, der etruskischen Lesung E·A
„ewige männliche Kraft" zugrunde. Hier aber
spielt sich ein Teufel von unten auf mit ent-
stellter Ausstattung als irdisches Gegenbild
auf. Dieser Mißbildung gegenüber verändern
sich die Teile der Vollsonne und, die entstellte
Form ihrer inneren Scheibe drohend nach
unten weisend, kann sie nur als Rächer dieses
Hochmuts aufgefaßt werden. Das E·A ist in