National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0467 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
Laß also auf dreieinhalb Yojanas die Straße
säubern und ebenso die Stadt. Du selbst
mußt ihr mit deinem viergliedrigen Heere
entgegen ziehen. In der Nähe der Stadt sind
fünfhundert Klöster zu errichten, fünfhundert
zusammenpassende Bettstellen, Stühlchen, Bett-
tücher, Decken und Rollkissen sind zu beschaffen,
fünfhundert Speiseanweisungen sind anzu-
ordnen. Das wird dir zu großem Tugend-
verdienst verhelfen." König Rudrāyaṇa las
den Brief und freute sich außerordentlich.
Auf dreieinhalb Yojanas wurde die Straße
gesäubert, mit einigen tausend Mann zog der
Nonne der König entgegen, und so wurde sie in
großen Ehren, und also wurde sie in die
Stadt Roruka geleitet. In der Umgebung
der Stadt wurden fünfhundert Klöster errichtet,
fünfhundert je zusammengehörige Bettstellen,
Stühlchen, Bettzeug, Decken und Rollkissen
verteilt, fünfhundert Speisestellen angewiesen.
Śailā, die Nonne, besuchte den Harem des
Königs Rudrāyaṇa und predigte dort Tag für
Tag. König Rudrāyaṇa war geschickt im
Lautenspiel, die Königin Candraprabhā im
Tanz. So schlug denn einmal König Rudrāyaṇa
die Laute und die Königin Candraprabhā tanzte.
Da, während sie tanzte, ward das Anzeichen
des Todes an ihr sichtbar. Er blickte auf
sie von allen Seiten und dachte: „In einer
Woche verfällt sie dem Tode." Die Laute
glitt aus seiner Hand und fiel zu Boden.
Candraprabhā sprach: „Herr, ich habe doch
wohl nicht schlecht getanzt?" Der König
antwortete: „Königin, du hast nicht schlecht
getanzt, aber während du tanztest, sah ich
an dir das Todeszeichen, nach sieben Tagen
ist dein Todestag." Candraprabhā fiel auf
die Knie und sprach: „Wenn das, was ich
vorhabe, geschehen soll, wenn also mein
Herr es zuläßt, so möchte ich noch Nonne
werden." Der König antwortete: „Mit einer
einzigen Bedingung lasse ich es zu. Wenn
du Nonne geworden bist, alle Erbsünde über-
wunden und die Würde eines Arhat vor dir
hast, so bin ich hier noch allein, dessen Leben
im Elend liegt. Wenn du also den Rest hier
abschließend ein Ende machst, wirst du wieder
erscheinen unter den Göttern; wenn du eine
Gottheit geworden bist, mußt du mir davon
den Beweis liefern." Sie antwortete: „So sei
es denn, o Herr." So wurde sie also vom
König Rudrāyaṇa der Nonne Śailā übergeben:
„Die Königin Candraprabhā wünschte das
Nonnenleben nach der von dir gelehrten
Disziplin der Religion des Buddha, wünscht
die Ordination und den Stand einer Nonne,
also führe sie ein, gib ihr die Ordination."
Śailā, die Nonne, antwortete: „So soll es
sein, ich will sie einführen." Von ihr wurde
sie eingeführt, erhielt die Ordination, ward
aufgenommen und erhielt bei der Aufnahme
den Bescheid: „Meditiere über die Anzeichen
des Todes." Die Königin Candraprabhā
nahm die Meditation über die Anzeichen des
Todes auf. Am siebenten Tage starb sie
und ward wiedergeboren bei den Göttern der
Region der „Vier großen Könige." Es ist
eine Norm bei jedem Göttersohn und bei
jedem Göttermädchen, die noch nicht lange
so wiedergeboren sind, daß drei Gedanken
bei ihnen aufsteigen: „Woher bin ich gekommen,
wohin bin ich gelangt, was tat ich, daß es
geschah?" Die Götterjungfrau Candraprabhā
überlegte auch: „Woher bin ich gekommen?
Aus der Menschenwelt. Wohin bin ich
gelangt? Zu den Göttern der Region der
„Vier großen Könige". Was habe ich dazu
getan? Ich wandelte tugendhaft nach der
Lehre des Erhabenen." Nun trat folgendes
bei ihr ein. „Das wäre doch unpassend,
wenn ich hinginge zum Erhabenen, um ihn
zu sehen, in den Kleidern dieser letzten Nacht;
ohne die Kleider der letzten Nacht werde
ich hingehen, den Erhabenen zu sehen." Also
erschien Candraprabhā, das Göttermädchen,
hellfunkelnde Ohrringe tragend, im vollen
Schmuck der Glieder mit Halsketten und
Brustketten noch in dieser Nacht mit einer
vollen Gabe von himmlischen blauen, goldenen
und weißen Lotussen und Mandārava-Blumen,
überleuchtete ganz den Bambushain und
Kalandakanivāpa mit Lichtnebel und Strahlen-
reflexen, überschüttete den Erhabenen mit den
Blumen und ließ sich vor ihm nieder, die
Predigt zu hören. Der Erhabene erkannte
ihre Zuneigung, ihre Ergebenheit, also ihren
Charakter und predigte eine solche Unter-
weisung eindringend in die vier großen Wahr-
heiten, daß durch das Anhören Candraprabhā
mit dem Donnerkeil der Erkenntnis den
zwanziggipfligen Felsen der falschen Ansicht
von den Vorzügen der Körperlichkeit zerschlug
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