National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0469 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
ist. Ich werde Haar und Bart scheren, gelbe
Gewänder anlegen und vollendet im Vertrauen
als Asket mein Haus verlassen. Weiter sagte
ich zu meinem Sohn: „Mein Sohn, wenn du
das Reich regierst, laß keinem ein Vergehen
hingehen". Als all das Volk, das in Roruka
wohnte, und die aus andern Ländern An-
gekommenen hörten, daß der König das Volk
liebte, weinten sie. Darauf setzte die König
Rudrāyana den Kronprinzen Śikhaṇḍin in die
Königswürde ein, beruhigte seine Verwandten,
gab reiche Spenden an die Asketen, die
Brāhmaṇas, die Bettler und Armen und ging
fort mit einem Mann als Diener, um nach
Rājagṛha zu gelangen. Der König Śikhaṇḍin
folgte ihm mit dem Harem, den Ministern,
den Bürgern und den aus anderen Ländern
gekommenen Personen nach. So verließ er,
von einigen tausend Menschen gefolgt, Ro-
ruka, verweilte aber noch etwas in einem
Garten, reich an Gruppen verschiedener Bäume,
voll Quellen und mancherlei Blumen, in dem
die Stimmen von Schwänen, Enten, Pfauen,
Papageien, Mainavögeln, Kuckucken und Fa-
sanen ertönten, blickte zurück auf die Stadt
Roruka und redete den König Śikhaṇḍin also
an: „Mein Sohn, mit Gerechtigkeit habe ich
das Reich regiert, deswegen folgen mir diese
Hunderttausende nach, darum sollst auch
du das Reich gerecht regieren." Auch das
Volk erhielt Trost durch die Anrede: „Ihr
Herren, dieser euer König ist von mir
angeleitet, kehrt nun um und lebt in Frieden".
Damit brach er auf. König Śikhaṇḍin,
der Harem, die Prinzen, die Minister, die
Bürger und das Volk wandten sich, die Augen
voll Tränen, immer wieder um, und so ihm
nachsehend kehrten sie in die Stadt Roruka
zurück. Rudrāyana, der König, aber gelangte
allmählich nach Rājagṛha. Da hielt er in
einem Garten und redete zu dem Begleiter
so: „Gehe und melde König Bimbisāra, daß
Rudrāyana hier im Garten ist". Der Mann
ging hin und meldete König Bimbisāra: „Ru-
drāyana weilt in dem Garten". Als dies der
König vernahm, sprang er sofort auf und
sprach zu seinen Leuten: „Ihr Herren, ein
König, reich an Mitteln, ist uneingeladen hierher-
gekommen, keinem von euch bekannt!" Einer
antwortete: „Herr, woher kämen ihm die Mittel,
er ist ja nur selbzweit da!" Da überlegte
König Bimbisāra: „Das würde sich für mich
nicht passen, einen König, einen Kṣatriya,
einen Gesalbten so einfach einzuladen, ich
will ihn in großen Ehren hierherbringen" also
ließ er die Straße und die Stadt säubern und
zog ihm mit einer viergliedrigen Truppenmasse
entgegen. Er umarmte ihn, ließ ihn auf einen
Elefanten steigen und brachte ihn so in die
Stadt Rājagṛha. Da ward er gebadet mit
nach verschiedenen Wohlgerüchen duftigem
Wasser, geschmückt mit kostbaren, eines
Königs würdigen Gewändern, mit duftigen
Blumen und Salben, und gespeist. Als die
Wegmüdigkeit geschwunden war, sagte er zu
ihm: „Mein Herr Bruder, was ist der Zweck
deines Hierherkommens, daß du ein blühendes
Reich, deinen Harem, die Prinzen und Minister
und endlich dein Volk so hingeworfen hast?
Ist dir durch einen benachbarten König dein
Königtum geraubt oder ein Frevel begangen
worden durch einen nach dem Königtum
gierigen Prinzen, der in den Klauen böser
Minister ist?" Rudrāyana antwortete: „Mein
Herr Bruder, ich sehne mich nach Asketen-
tum, nach wohlmiggeteilter Disziplin der Lehre
Buddhas, nach der Aufnahme in den Orden
und nach dem Leben als Mönch". Als dies
König Bimbisāra vernahm, freute er sich aus-
nehmend, beugte sich nach vorne, erhob den
rechten Arm und rief den Jubelruf: „O Buddha,
o Lehre Buddhas, o Gemeinde Buddhas, o
welcher Vorzug einer guten Predigt, wenn
jetzt solche Männer ein blühendes Reich ver-
lassen, verlassen ihren Harem, ihre zahlreichen
Verwandten, ihre Schatzhäuser und Vorrats-
räume, und sich sehnen, Asket zu werden
nach der wohlgepredigten Disziplin der
Lehre Buddhas, die Ordination verlangen und
das Mönchtum". So ging er also mit Rudrāyana
dahin, wo der Erhabene weilte, und wandte
sich an ihn. Zu dieser Zeit hielt der Erhabene
vor einer Versammlung von einigen hundert
Mönchen eine Predigt. Der Erhabene erblickte
den Śreṇya Bimbisāra von Māgadha, und schon
beim Anblick von weitem sprach er zu den
Mönchen also: „Hier kommt, ihr Mönche,
König Bimbisāra mit einem Geschenk, es
gibt kein Geschenk für den Tathāgata,
das dem gliche, als wenn ein Mann der
Disziplin des Mönchtums geschenkt wird",
und dann schwieg er. König Bimbisāra
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