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Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0473 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
und einer darunter ist ein Feind, der mag
sie alle ersäufen," auch heißt es: „Gib einen
hin, wenn es sich um die Familie handelt,
gib die Familie hin, wenn um ein Dorf, gib
ein Dorf hin, wenn um das Volk, gib die
ganze Erde hin um deinen Vorteil." Herr,
da ist kein Grund zur Trauer; der ist wert
des Todes, er muß abgetan werden, wenn
auch unser Herr zögert; denn die Lieblinge
des Herrn, die Prinzen, die Minister, die
Bürger und das Volk, das deine Gloria er-
langt hat, kommen sonst zweifellos in Unehre."
„Ja sicher, wer Liebe, wie es heißt, aufrecht
hält, dem darf man nichts Böses antun."
„Also soll das Angeratene auch ausgeführt
werden." Die zwei bösen Minister waren froh
und zufrieden, und in ihrer Freude stellten sie
Mörder an: „Geht, tut den alten König ab,
eurem Vergnügen geben wir entsprechenden
Anteil." Aber der König ist bei den Bürgern
und dem Volk beliebt, und niemand wagt es,
ihn zu töten. Obwohl die Männer von den
beiden Ministern funkelndes Gold und Dorf-
schaften erhalten sollten, gingen sie nicht
darauf ein. Außer sich vor Wut ward von
den beiden vor Gefängnisschergen befohlen:
„Geht, fesselt diese Kerle mit Weib und
Kind, mit Freunden und Verwandten und
werft sie ins Gefängnis." Entsetzt darüber
antworteten jene: „Laßt den Zorn, wir sind
deine Diener, gehen auch hin, den Befehl
auszuführen." So nahmen sie scharfe Schwerter
unter die Arme und brachen auf.
Der ehrwürdige Rudrāyaṇa hatte nach Ver-
lauf von drei Monaten die volle Ordinierung
erhalten, war nun voller Mönch, nahm Robe
und Bettelnapf und begab sich dahin,
wo der Vollendete weilte. Hingekommen,
Buddha zu Füßen gefallen, sprach er so:
„Ich möchte, o Ehrwürdiger, in mein Land
ziehen, in die Stadt Roruka." Buddha beschied:
„Geh, Rudrāyaṇa, die Eigenart deines Schicksals
(Karman) ist zu beherzigen." Rudrāyaṇa ver-
neigte sich vor Buddhas Füßen und verließ
seine Umgebung. Nach Ablauf der Nacht
gürtete sich am Morgen Rudrāyaṇa, nahm
Bettelnapf und Robe und ging nach Rājagrha
um Speisealmosen. Als er in Rājagrha die
Pflicht des Essens vollbracht, ging er nach dem
Bettelgang ruhen, nahm dann die Robe und
den Napf, den ihn die Macht des Schicksals
gesandt hatte; denn „weithin pflügt das
Schicksal (Karman), von weither pflügt es vor-
wärts, so pflügt es ein Wesen hervor, wie das
Schicksal (Karman) reift". Während er so
seinen Marsch nach Roruka ging und allmählich
fortsetzte, kam er unterwegs in ein fremdes
Dorf, um dort Almosen zu sammeln. Nach-
dem er es um Speisealmosen durchstreift hatte,
verließ er es wieder. Da trafen ihn die Männer,
die ihn töten sollten. Und sie erblickten ihn,
er wurde mit ihnen bekannt und so blieb er
eine Nacht und einen Tag mit ihnen in einem
Garten. Dabei begann er sie zu fragen: „Es
ist doch in der Stadt Roruka ein gewisser
Śikhaṇḍin, ein machtvoller, in bester Gesundheit,
der regiert sein Reich in Gerechtigkeit, er hat von
keiner Seite etwas zu fürchten." Sie antworteten:
„Herr, es ist wahr, Śikhaṇḍin ist in der Stadt
Roruka, umgeben von seinen Untertanen, macht-
voll und gesund, er hat von niemand etwas zu
fürchten, aber er regiert stets in Ungerechtigkeit;
du, Allerbester, daß du es ähnlich getrieben
hast, das gibt dir die Marke von Gewalt-
tätigkeit eines Ārya, und just das, was du
ähnliches getrieben hast, das erhältst du nun
wieder, Freundchen!" Der ehrwürdige Rudrā-
yaṇa antwortete: „Ihr Herren, dann hat wohl
jener dort keine Freude, wenn ich komme?"
Sie sagten: „Herr, der freut sich nicht."
Rudrāyaṇa sprach: „Ihr Herren, wenn ich
nicht gehen kann, kehre ich um." Die Männer
sagten: „Wohin willst du gehen, heroischer
Mann, an deinem Leben hat dein Sohn keine
Freude mehr, wir sind vom König hierher
auf den Weg beordert und hierhergekommen,
um dich umzubringen." Der ehrwürdige
Rudrāyaṇa frug: „Dann seid ihr also die, die
mich töten sollen?" „Ja, Herr, wir sind deine
Mörder." Da besann sich Rudrāyaṇa: „Jenes
Wort, das der Erhabene zu mir sagte: „Die
Eigenart deines Schicksals (Karman) muß dir
am Herzen liegen, Rudrāyaṇa", dies gilt hier
immer" und als er, o weh! so die Hinfälligkeit
der Wiedergeburtreihen erkannte, sagte er zu
den Männern: „Freunde, ich bin, wie es nötig
war, Asket geworden, mein voller Zweck ist
nicht erreicht, wartet also ein Weilchen, bis
ich das, was ich noch tun muß, erreiche."
Sie hielten Zwiesprache untereinander und
beschieden dann: „Herr, tue so." Da begab
sich Rudrāyaṇa an die Wurzel eines Baumes,
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