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0476 Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1
The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 / Page 476 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000193
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dem alles Irdische geschwunden war, ein Arhat,
du wirst also lange in der großen Hölle
Avîci sitzen, sage ihm ferner, nur ganz allmählich
kommt eine solche Last (Karman) zur Er-
leichterung, zum Schwinden und zum Abschluß."
Getroffen durch die Waffe bitteren Leides, wie
dürres, abgerissenes Rohr begann er hinzu-
siechen. Er ließ die Minister Hiru und Bhiru
rufen und sprach zu ihnen: „Von euch würde
ich wohl gehindert worden sein, eine solche
Schuld auf mich zu laden". Die beiden ant-
worteten: „Wie sollen wir etwas hindern, da
es uns verboten ist, uns vor dir sehen zu
lassen?" Da wurde den bösen Ministern der
Hof verboten und Hiru und Bhiru wurden
wieder als erste Minister angestellt. Die beiden
bösen Minister machten im Geheimen in den
Stûpas des Tiṣya und des Puṣya kleine Aus-
höhlungen und steckten zwei junge Katzen
hinein. Jeden Tag bekamen sie ein Stückchen
Fleisch und dabei lasen jene folgendes: „Ihr
beiden, Tiṣya und Puṣya, so wahr es ist, also bei
der Wahrheit des Berichtes, daß ihr, die ihr
durch Gaukelwerk (māyā) die Welt betrogen
habt, dadurch Totenopfer erhieltet, weil ihr
zu wenig erhieltet, wiedergeboren seid im Leibe
von Katzen, durch diese Wahrheit und bei
der Wahrheit dieses Berichtes trete jeder von
euch in sein ihm gehörendes Grübchen, nach-
dem ihr ein Stück Fleisch erhalten und jeder
seinen Stûpa von rechts her umwandelt hat."
Als nun so die beiden wohl besprochen und
angelernt waren, wandten sich die beiden bösen
Minister an die erste Gattin des Königs
Rudrāyaṇa: „Königin, dein Sohn ist ab-
gemagert, schwach, schlaff, hat seine Kraft
nicht mehr, warum übersiehst du das?" Die
Königin sprach: „Was soll ich denn tun? von
euch ist er doch angestiftet worden, eine solche
Schuld auf sich zu laden!" Sie antworteten:
„Königin, ist der Topf in den Brunnen ge-
fallen, muß man deswegen das Seil nachwerfen?"
Die Königin versetzte: „Es ist wahr, den Vater-
mord kann ich von ihm lösen, aber wer wird
ihn lösen vom Morde eines Arhat?" „Die
beiden antworteten: „Vom Mord eines Arhat
machen wir ihn frei." Die Königin sprach:
„Wenn so, dann ist es gut." So ging sie
zu dem König und sprach zu ihm: „Mein Sohn,
warum bist du so abgemagert, schwach, schlaff,
hast deine Kraft nicht mehr und fällst von
einem Erbleichen ins andere?" Er antwortete:
„Mutter, du sagst mir, warum erbleiche ich
stets, bin abgemagert, schwach, schlaff, kraftlos;
soll ich nicht so sein, ich, der ich in der Gesell-
schaft schlechter Minister zwei Todsünden in
einer begangen habe, daß mein Vater sein Leben
verlor und zugleich ein sündenloser Mönch,
ein Arhat; ich werde lange in der tiefsten
Hölle Avîci bleiben müssen." Sie aber sagte:
„Da habe du keine Angst, ich sage dir, was
wahr ist." Er beschied: „Ich erlaube es dir."
Die Königin sprach: „Wie es wirklich ist,
o Sohn, jener Mann war nicht dein Vater,
gebadet unmittelbar nach den Menses verkehrte
ich mit einem anderen Manne, von dem bist
du gezeugt." Der König überlegte: „Vater-
mörder bin ich also nicht geworden," dann
sagte er: „Mutter, wenn ich nun auch den
Vater nicht ermordet habe, so bin ich doch
Mörder eines Arhat, wie ist das zu beseitigen?"
Die Mutter beschied: „Sohn, da muß man
sachkundige Leute fragen, die werden das
gleichzeitig zu Ende bringen" und verließ ihn.
Nun rief sie die bösen Minister und sagte zu
ihnen: „Den Vatermord habe ich ihm weg-
gebracht, nun schafft ihm auch den Mord
eines Arhat weg!" König Śikhaṇḍin gab den
Befehl: „Versammelt alle meine Beamten,
besonders die Sachverständigen. "So kamen
alle Beamten und was an Sachverständigen
da war, zusammen. Auch die zwei bösen
Minister waren dabei. Jeder, der bei dem König
lebte, bemühte sich, ihm entsprechendes vor-
zubringen. So sagten die Einen: „Herr, wer
hat ihn denn als Arhat wirkend gesehen?"
Andere: „Arhats sind im Besitz der All-
wissenheit, können durch die Luft gehen." Die
zwei bösen Minister sprachen: „Warum ist
unser Herr in Kummer?" Der König: „Ihr
sagt mir so: „Warum ist der Herr in Kummer,
ihr, die mich angestiftet habt, einen Arhat zu
ermorden." „Herr, es gibt keine Arhats, wie
kann man also einen Arhat ermorden." Der König
entgegnete: „Vor meinen sichtlichen Augen
haben die Arhats Tiṣya und Puṣya Mirakel
vollbracht unter Blitz und Regengüssen, Sonnen-
glut und Flammen, und ihr sagt mir: „Arhats
gibt es nicht, woher käme Arhat-Mord?"
Die beiden antworteten: „Wir werden unserm
Herrn beweisen, daß sie mit Gaukelspiel die
Leute betrogen haben, auf diese Weise Toten-