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0480 Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1
The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 / Page 480 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000193
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gestellten Tugendverdienst des Geruches seines
Wohlverhaltens berauben." Darob brach im
Orte eine ansteckende Krankheit aus, und ein
großes Sterben trat ein. Man begann, wenn
Tote weggeschafft werden sollten, sie auf den
Bahren liegen zu lassen. Die Ortsbewohner
riefen Wahrsager: „Warum geschah das",
diese antworteten: „Es ist der Zorn einer
Gottheit." So versuchten sie, die Göttin zu
besänftigen. Sie gab den Bescheid: „Ihr schafft
dem ehrwürdigen Mahākātyāyana Schmälerung
des Geruches seines Wohlverhaltens." Da
baten sie wieder: „Vergib, o Göttin, niemand
soll ihm Unehre antun." Die Göttin beschied:
„Wenn ihr mir und Mahākātyāyana die gleichen
Ehren erweist." „Göttin, vergib, wir werden
noch mehr tun." So besänftigten sie die
Göttin. Und dem Mahākātyāyana wurde noch
ausgesuchtere Ehre angetan. Mahākātyāyana
brachte so die Regenzeit zu, dann nahm er
seinen Knaben, wandte sich an die Göttin
und brach auf. Die Göttin sagte: „Ehrwürdiger,
gib mir ein Zeichen, damit ich da bleibe, wo
ich mich binde." Da gab er ihr ein seidenes
Tuch. Da, wo sie das Seideutuch hinwarf,
entstand später ein Stūpa, und es wurde ein
Fest eingeführt. So heißt der Ort Kāsimaha
„Fest des seidenen Streifens". Und noch
jetzt verehren ihn Mönche, die zu Versammlungs-
hallen wallfahrten. Der Knabe Śyāmāka lehnte
sich auf den Henkelkrug, und die Robe und
Rinderhirten sahen, wie er dabei herabhing
(pralambamāna). Und in der Höhe hörte
man eine Stimme: „er hängt herab" (lambate).
Davon heißt nun dies Volk dort Lambakapāla.
Mahākātyāyana erreichte ein anderes Dorf.
Da ließ er den Knaben Śyāmāka zu Füßen
eines Baumes zurück und ging in das Dorf,
Speisealmosen zu sammeln. In diesem Orte
war der König ohne Nachkommen gestorben.
Bürger und Volk hatten sich versammelt, und
man fragte sich: „Ihr Herren, wen wollen wir
zum König einsetzen?" Da sagten einige:
„Den, der große Macht hat durch sein
Tugendverdienst." Wieder andere: „Wie
sollen wir einen solchen erkennen?" Andere:
„Man muß Sachkundige beauftragen." So
wurden Sachkundige beauftragt. Die be-
gannen überall herumzugehen. Da wurde von
ihnen der Knabe erblickt, der unter einem
Baume im Schlafe lag. Als sie das Anzeichen

anzunehmen sich bemühten, sahen sie folgendes.
Bei den anderen Bäumen war der Schatten
nach Osten geneigt, dem Osten zugewendet,
aber der Schatten dieses Baumes verließ den
Körper des Knaben Śyāmāka nicht. Als sie
dies sahen, begannen sie unter einander zu
sprechen: „Ihr Herren, dieser da hat große
Macht durch Tugendverdienst, dieses Wesen
wollen wir zum König machen". So weckten
sie ihn also und sagten zu ihm: „Knabe, nimm
unser Königreich an". Der Knabe antwortete:
„Ich habe nicht den Wunsch, König zu sein;
denn ich bin der Aufwärter des erhabenen
Mahākātyāyana". Mahākātyāyana hörte davon,
er ward veranlaßt, ihm zuzureden. „Hat dieser
Knabe eine Schicksalslage (Karman), die ihn
zum König passend macht oder nicht?" Er
sieht nach: „Er hat sie". „Sohn, nimm das
Königtum an, aber herrsche in Gerechtigkeit."
So nahm er es an und wurde zum König
geweiht. Und da dies Königtum von Śyāmāka
begründet wurde, so hat es den Namen
Śyāmāka erhalten. Der ehrwürdige Mahākātyā-
yana erreichte Vokkāṇa. In Vokkāṇa lebte
die Mutter des Mahākātyāyana. Als sie ihn
erblickte, rief sie: „O mein Söhnchen, ich sehe
mein Söhnchen, seit langer Zeit sehe ich mein
Söhnchen!" Und ihre Brüste füllten sich mit
Milch. Mit den Worten: „Mutter, Mutter"
redete er ihr zu. Und sie nährte ihn. Als
nun Mahākātyāyana ihre Natur und günstige
Anlage sah, spendete er ihr eine Predigt, die
die vier Grundwahrheiten einschärfte, und so
spaltete sie mit dem Donnerkeil des Erkennens
den zwanziggipfligen Felsen der falschen
Vorstellung von den Vorzügen der Körper-
lichkeit und erlangte die Frucht des „Eingehens
in den Strom". Sie erkannte die Wahrheit
und rief den Jubelruf: „Das hat mir nicht
mein Vater getan, noch meine Mutter, noch
der König, noch die Hausgötter, noch die
Priester, noch die Schar meiner Verwandten,
noch unsere Voreltern, noch die Asketen, noch
die Brāhmaṇas, was du mir getan hast.
Überwunden ist das Meer von Blut und Tränen,
überstiegen ist der Berg der Gebeine, ge-
schlossen sind die Türen der Hölle, offen die
Pforten des Himmels, ich habe festen Fuß
unter Göttern und Menschen." Und ferner:
„Was ein guter Sohn tun kann, der etwas
seiner Mutter antat, was ihr Jammer bereitete,