National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0482 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
Laub zusammen, setzte sich nieder, reinigte
wieder die Hände, legte Eßschale und die
Filter an ihre Stelle, rieb wieder die Füße ab,
ging zu Füßen eines anderen Baumes, setzte
sich zusammengerollt wie die Windungen des
Schlangenkönigs und verweilte in still medi-
tierender Haltung. Da kam der Jäger, der
früh aufgestanden war, an die Stelle des
Teiches. Er fing an, seine Fallen und Stricke
nachzusehen. Aber er fand nicht eine Gazelle.
Da dachte er so: „Meine Fallen und Stricke,
Gleitbretter und Anhänger sind da, was ist
aber geschehen, daß heute sich nicht eine
Gazelle gefangen hat" so fing er an, um den
ganzen Teich herumzugehen. Da sieht er
eine menschliche Fußspur. Er ging der Fuß-
spur nach und fand den Pratyekabuddha in
stiller Mediation sitzend. Da kam ihm der
Gedanke: „Diese Asketen mit ihrem be-
herrschten Wesen freuen sich an solchen
Orten, wenn ich dem da nicht das Leben
nehme, dann macht er sicher meiner Be-
schäftigung ein Ende, jedenfalls will ich ihn
abtun". Also hartherzig ohne Rücksicht auf
seinen Nebenmenschen spannte er seinen
strahlengleichen Bogen bis zum Ohr und
schoß den Asketen mit einem Giftpfeil in die
Weichen. Der großherzige Pratyekabuddha
überlegte: „ich bin ein Büßer und dieser Jäger
wird ewig diese Wunde leiden müssen, ob-
wohl von ihm getroffen, will ich ihm mit der
Hand den Anhalt geben". Also flog er wie
ein Schwan mit ausgebreiteten Flügeln hoch
in die Luft und begann Wunderzeichen zu
zeigen mit Blitz und Regengüssen, Aufflammen
und Glühen. Schnell wirkt Zauberkraft bei
gemeinem Volk. Wie ein ausgerissener Baum
fiel er vor ihm auf die Kniee und rief:
„Komm herab, komm herab, reiche mir in
deiner Güte die Hand als Anhalt, mir, der
ich in den Sündenpfuhl versinke". Er stieg
herab aus Erbarmen. Jener hatte den Pfeil
herausgenommen, einen Verband angelegt
und nun sprach er zu ihm: „Herr, wollen
wir nach Hause gehen". In dem Gedanken:
„wenn ich ihm Fleisch als Gold gebe,
werde ich ihm aufhelfen" überlegte der Asket
weiter: „jene Erlösung, jenes Nirvāna, das ich
in diesem der Verwesung bestimmten Körper
erreichen mußte, habe ich jetzt ohne Rest
erreicht". So ging er also vor ihm zum
Himmel empor und ging unter vielen Wundern,
die er zeigte, in das Element des Nirvāna
ohne Rest ein. Der Jäger aber war reich.
Er errichtete aus wohlriechenden Hölzern einen
Scheiterhaufen, entzündete ihn, aber eine
lichte Flüssigkeit löschte ihn aus. Die Ge-
beine wurden in einem neuen Gefäß ge-
sammelt und ein Reliquienstūpa errichtet.
Schirme, Fahnen und Wimpel wurden errichtet,
mit Wohlgerüchen, Blumenkränzen, Weih-
rauchräucherungen Opfer gebracht und auf
den Knieen liegend von dem Jäger das Wunsch-
gebet (praṇidhi) ausgesprochen: „Die Sünde, die
ich gegen eine solche Güte begangen habe, ist
da, möge ich an dem Schicksal (Karman), das sie
bringen wird, keinen Anteil haben, und weil
mich Fesseln daran binden, möge ich geboren
werden in einem reichen, mächtigen, üppigen
Geschlechte auf Grund des Guten, möge ich
Anteil haben an solchen Vorzügen, nur noch
mehr möge ich von jetzt an den Lehrer zu-
frieden stellen, ihn nie verlassen." Was meint
ihr nun, ihr Mönche, der Jäger jener Zeit ist
eben dieser Mönch Rudrāyana. Weil er einen
Pratyekabuddha mit einem Giftpfeile in die
Weichen geschossen hat, durch die Reife jener
Sünde hat er viele hunderte, ja tausend Jahre
in den Höllen gebrannt und wegen des giftigen
Pfeilschusses in die Weichen an jenem See,
durch die Eigenart dieser Schuld ist er Arhat
geworden, durch die Waffe gefallen."
Wieder entstanden den Mönchen Zweifel,
deswegen wandten sie sich an den Löser aller
Zweifel, den erhabenen Buddha: „Was haben
König Sikhaṇḍin und sein Volk, das in Roruka
lebte, und der ehrwürdige Mahākātyāyana getan,
daß die Überschüttung mit Sand eintrat und
die ersten Minister Hiru und Bhiru fliehen
mußten?" Der Erhabene antwortete: „Sie
haben Handlungen vollbracht, aufgehäuft, reich
an Unterlagen, reif an begründeten Vorgängen,
die wogengleich herankamen, die zweifellos
dauern. Sie haben Handlungen vollbracht,
welcher andere könnte ein Gegenstück schaffen?
Die Handlungen, ihr Mönche, welche sie voll-
bracht und aufgehäuft haben, reifen nicht außer
meines Bereichs, im Element der Erde, des
Wassers, des Feuers, des Windes, nein, in den
übernommenen Anstrengungen im Element der
Existenznormen, die verdienstlichen ebenso, wie
die unheilvollen. Die Werke (Karman) gehen nicht
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