National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0496 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
ist. Da die Erde vom Wasser unmittelbar
umgeben ist, ihre Fläche wiederholt betont
wird, so können nur die übrig gebliebenen
Mittelstücke jedes dritten Verses die La-Reihe
darstellen. Also:
10. āsyadhruvapadam acalaṃ
11. yad ūrdhvaṃ bhramati dinanīśaṃ
12. ekaṃ tribhuvananilaye
13. dhanur iha dhanuṣā
14. ha-mithunarahitāḥ
15. nigaditanarakaḥ
16. sitābhaṃ varaparamakuśaṃ
17. varakuliśamayaḥ
18. pañca kṣititalanilaye
19. lavanajalanīdheḥ
20. kṣitivalayagataṃ
21. śaśastrāḥ parijanasahitāḥ
22. ca yuddhe vicarati purataḥ
23. rasaśatasahitaṃ
24. dinaikaṃ vahati bhuvitale
25. vrajanti tv anutanujanīnaṃ bhūtānāṃ
Es ist sofort klar, daß in dieser Reihe ein
Zusammenhang nicht da ist, es sind lauter
einzelne, aus dem Zusammenhang des Ganzen
gerissene Vokabeln und Sätzchen, und selbst
die, welche sich etwa grammatisch zusammen-
bringen ließen, ergeben keinen Sinn, wie die
ersten zwei, denn dasselbe Ding kann doch nicht
unbeweglich (acala) sein und zugleich Tag
und Nacht kreisen (bhramati dinanīśaṃ). Und
doch ist gerade diese Reihe die Basis zur
Erkenntnis des Ganzen. Wir müssen also
über diese vier Basen hinausgehen und auch
den Rest anfassen. Vers 14, der den Hinweis
auf die mitgeteilte Figur enthält, gibt uns
unmittelbar vorher durch die drei Worte
hādyā lāntāśca kāmāḥ „die Liebesformen, die
mit ha beginnen und mit la (der Erde) enden",
den nötigen Fingerzeig.
70.
Es sind noch drei Reihen ha (nasaliert haṃ),
kṣa, ma. Die ersten zwei Lettern decken durch
ihre zwei starken schleifenförmigen Haken,
zwischen denen noch der vortretende Strich
von kṣa erscheint, nicht nur den zapfenförmigen
Ansatz ma über dem handförmigen Symbol
der Erde auf der Vorderseite, sondern durch
die drei Mittellinien durchgezogen hängen
sie diesen parallel hinten lang herunter. Ha,
welches blaue Farbe hat, ist die Basis des
Formlosen (arūpadhātu), Kṣa, welches grün
gemalt wird, stellt die Basis der Liebe und
der Formenwelt (kāmadhātu, rūpadhātu) dar.
Das oben schließende, die ganze Figur von
zusammengeschobenen Lettern deckende Stück,
über dem Mond, Sonne und Nāda sich er-
heben, gehört, da es stets blau gemalt ist,
zur Silbe ha, durch die durch die hinten herab-
hängende, durch die Buchstabenform so bedingte,
oben noch ansteigende eckige Ausladung alles
zusammenfaßt und abschließt. Es ist hier die
Zeit, darauf hinzuweisen, welch fremdartige
wildgroteske und rohe Vorstellungen hier in
indische und mittelasiatische Formen gehüllt
auftreten. Die Komik, mit der die Tibeter
diese Dinge, gegen deren Abenteuerlichkeit
sie machtlos sind, kommentieren, möchte ich
nur nebenbei erwähnen, schon deshalb, weil
sie durch ihre tastenden, oft zu den tollsten
Wortverbindungen Zuflucht nehmenden Über-
setzungsversuche bisweilen Winke geben, wäh-
rend die durch die totgerittene Phraseologie
der indischen Liebespoesie ausgeleierte öde
Sprache des indischen Textes an Verschleierung
und Vermusehelung fast bewunderungswürdig
ist, finden doch diese öden Produkte, nach
Handbüchern zusammengestriegelt und zu einer
neuen Perücke gemacht, Narren genug in
Europa. Hier spielen diese Dinge stark hinein,
philosophisch wunderbar begründet und viel-
leicht bald unvorsichtigen Kālacakra-Schwär-
mern ein Urbild künftiger Aufklärung, aber
doch so drastisch in der Form und anderseits
so aufgeklärt zeitgemäß, daß sie trotz der
stark geladenen und gelehrten Atmosphäre
nicht unwillkommen sein dürften. Werden
dadurch doch auch so manche rätselhafte
Dekorationen, Miniaturen, Hängebilder usw., die
in den Museen die Neugierde erregen oder
zur Sammeltätigkeit anspornen, mit einem
Schlage klar. Es ist nun zu beachten, daß
V. 21 ganz emphatisch in seiner letzten Zeile
im Gegensatz zu den Elementargöttern des
Systems und den Beschützern der einzelnen
Arbeitsgebiete (kṣetra) das Wesen nennt, das
in der Mitte des Zeitrades, d. h. des steten
Wechsels von Tagen, Monaten, Jahren und
Zeitaltern den „Erzeuger des „vornehmsten
der Überwinder" also des Erlösers, in dem
gewollten Falle des Śākyamunibuddha nennt,
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