National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0522 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
Citation Information
OCR Text
LA LAR MK'AS DAN ·GA ŽIG GRUB PAI
TS'UL
·TS'AMS SPRIN GOS DAN RAL PAI COD PAN
CAN
SNA TS'OGS ZOL GYIS MOS LDAN P'AN
BDE LA
·GOD MK'AS RJE BTSUN BLA MAR P'YAG
BGYIO
Der Heruka des heiligen Wahnsinns.
Vollendet auf der Wurzel eines erkannten
zweistufigen Pfades,
wenn der fünfhäuptige Herr (īśvara) der
zauberhaften Vollendung (siddhi) des heiligen
Wahnsinns
schüttelte die blaue Mähne seines religiösen
Wandels,
überwältigte er mit furchtbarer Macht die
Gazelle, die etwas anderes zu sein scheint,
„Ein Weißgekleideter, ein Vielseitiger, nun
trägt er Flügel und schwebt im Fluge, und
da er laszive Tänze aufführt mit dem Apparat
der sechs Schmucksachen, fragt es sich: ist
das Bergland hier der Gipfel der Geier
(gṛdhrakūṭa) oder das Land Udyāna?" so
denken die Devas zweifelnd,
„mit vielem vertraut, hat er die Methode
eines aparten Zaubers (siddhi), trägt die
Himmelsgegenden als Kleid und eine Krone
gezöpften Haares, versteht er es, überzuleiten
zu einer Seligkeit, förderlich den durch viele
Methoden Frommen, diesem erhabenen Meister
(guru) also unsere Verehrung."
Wir wissen aus vielen Stellen der bud-
dhistischen Literatur Tibets, daß die Lehre des
Buddha überall der Landesart angepaßt wurde,
und dadurch traten überall starke Veränderungen
ein, praktisch wurde dies Bekehrungswerk so
durchgeführt — es tritt das gerade in dem
zitierten Buche sehr stark hervor, — daß oft
bei den verworfensten oder rohesten und
dümmsten Religionsformen den Angehörigen
zur Ermöglichung der Bekehrung eingeredet
wurde, daß der Stifter oder die Hauptvertreter
dieser ganz anderen Religion nur Präexistenzen
dessen gewesen seien, die ihnen jetzt endlich
„zur Zeit der Reife" die wirkliche Wahrheit
bringen könne. Bei der Unmännlichkeit,
Weichlichkeit und Energielosigkeit des bud-
dhistischen Systems war ein völliges Ausfegen
solcher Dinge unmöglich, und so sind in ein
an sich achtenswertes, aber, wie gesagt, feiges
System gerade die schmachvollsten Ritualien
eingekapselt und so die jahrhundertlange
Misere des mittelasiatischen Buddhismus ge-
worden. Der auch im Abendlande unüber-
legerweise verbreitete, läppische Satz, man
dürfe den Teufel nicht totschlagen, selbst wenn
man könnte, es gäbe ja sonst keine Erlösung,
hat ein recht orientalisches Aussehen. Im
Buddhismus Zentralasiens ist er, übrigens
indischen Anschauungen nachgebildet, geradezu
das Normale.
80.
Bevor wir die anscheinend schwierig zu
verstehende Stelle des Mu-tik c'un-po, gestützt
auf oben schon Ausgeführtes, etwas erklären,
geben wir einen Locus classicus des oft
zitierten Kālacakra, V, 66—67, der diese
Anschauung geradezu als Gesetz aufstellt. Die
Verse selbst müssen, wie das in diesem ver-
ruchten Buche vielfach der Fall ist, zerlegt
werden, so, daß immer in der ersten und
dritten Zeile je zwei Wörter zusammengezogen
werden müssen, so daß das Dazwischenstehende
gewißermaßen in Klammern steht.
Kālacakra V, 66.
SATTVĀ BUDDHĀN ABUDDHAS TV APARA
IHA MAHĀN VIDYATE LOKADHĀTAU
TEṢĀM ĀRĀDHANENA TV APARIMITABHAVAŚ
CIDYATE NIRVIKALPĀT
DROHAM KURVANTI YOGĪ VRAJATI HI NA-
RAKAM RAURAVĀDYAM MAHĀNTAM
TASMĀC CITTE VIŚUDDHE PY ABUDDHA-
BUDDHAJANĀNĀM VIRUDDHAM NA
KURYĀT
67.
LABDHVĀ SATTVAPRASAṄGE BHAVATI NA-
RAPATE ŚUDDHAMAITRYĀDICITTAM
YADVĀ SAṂSĀRIṆĀṂ SYĀD AKUŚALAGU-
NĪNĀṂ DVEṢARĀGĀDICITTAM
GACCHANTĀM GANTUKĀMAM DIVIDHAM
API BHAVET SARVADĀ BODHICITTAM
MOKṢAPRASTHĀNAHĪNAM PRANIDHIVIRA-
HITAM SARVADĀ MĀRACITTAM
Die Übersetzung dieser Verse ist dadurch
erschwert, daß zwischen dem durch zwei Verse
durchlaufenden, umklammerten Satze und
dieser Umklammerung noch versteckte An-
spielungen vorliegen. Die tibetische Über-
setzung für die kursiv gesetzten Stellen ist
freier und hebt diese Versanfänge durch die
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