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0525 Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1
The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 / Page 525 (Color Image)

Captions

[Figure] Fig. 63 Daniel in the lion cave, Kunstgewerbemuseum, Berlin, from Ch. Diehl, Manuel d'Art Byzantin, Paris 1910, p. 79.Daniel in der Löwengrube, Kunstgewerbemuseum, Berlin, nach Ch. Diehl, Manuel d'Art Byzantin, Paris 1910, Seite 79.

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doi: 10.20676/00000193
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der Brāhmaṇas) hat, also ein Vajrasattva ist,
dringend empfiehlt, zu gedenken, daß er im-
stande sei, ihnen die Angst vor dem Höllen-
feuer zu nehmen, daß die wirkliche Hölle
derjenige auf Erden sei, der aus Hochmut
oder Geldgier, ohne die heiligen Weihen
(samaya) und mit bissigen Worten dieses
allererhabenste System bekämpfe, solche müsse
man meiden, um der Bodhi (der Erleuchtung)
willen. Wir sehen in dem scheinbar harm-
losen, nur Heilige repräsentierenden Bilde,
dessen Dimensionen
im Original sehr
große (etwa 2 Meter
breit und 2,90 Meter
hoch) waren, Dinge
abgebildet, die ge-
radezu unschätzbar
sind. Das hohe Alter
der ursprünglichen
Vorlage, das ich aus
anderen Gründen
schon in meinem
Berichte (unter Fig.
62 zitiert) betont ha-
be, geht hervor aus
den Figuren, beson-
ders der gekrönten
Devas usw., ihrer
Sitze und der daran
vorkommenden Or-
namentik, auch die
Reihe der Stūpas
über dem Bilde hat sehr alte, an Gandhāra er-
innernde Formen, während die ersterwähnten
Dinge der damit innig zusammenhängenden er-
sten, also ältesten Stilart von Qyzyl genau entspre-
chen und dort fast mehr entstellt in der zweiten
fortleben. Was nun unter dem Bilde noch dar-
gestellt ist, mit kleinen Figuren und sinisierendem
Ausputz, ist, wenn man so will, eine lokale
Glosse zu der alten, stilistisch fast gar nicht
veränderten Komposition. Die Stildifferenz
ist geradezu verblüffend, oben die tektonische,
altnormierte Anordnung, unten außer den
schwebend angepaßten Figuren ein planloses
Verstreuen von verschiedenen Dingen, wie
auf eine von oben gesehene Landschaft. Der
schon beim ersten Blick sich einstellende
Gedanke, es sei eine bestimmte Landschaft
dargestellt, ist unabweisbar. Aus einem zer-

kratzten kolossalen Parallelbilde im Bäzäklik
(Murtuq) geht zweifellos hervor, daß der
schematisierte Stadtplan mit der Lotusblume
in der Mitte Idyqutsähri ist, also bezeichnen
die entfernter liegenden chinesischen Häus-
chen nicht mehr bestimmbare Bauten, wohl
buddhistische Klostertempelchen in der Um-
gebung der alten Lotus-Stadt. Links im Bilde
ist eine reich belebte merkwürdige Ecke unter
einer etwas zerkratzten größeren Anlage, die
ganze Gruppe ist durch einen Baum von der
Mitte geschieden.
Wir werden nicht
irren, wenn wir darin
den Nachbarort von
Idyqutsähri Toyoq-
mazar erkennen. In
Toyoqmazar sind,
wie ich gesehen ha-
be, freilich auch da
und dort in den Tem-
peln hinter Sängi-
mäghiz Transmigra-
tionsdarstellungen
besonders häufig.
Sie scheinen in der
Oase Turfan, beson-
ders in der grandiosen Schlucht von
Toyoqmazar zurück-
zuführen zu sein auf
die dort ausbrechen-
den, auf den Berg-
stürme, in denen
lehnen rasend tobenden der Volksglaube Pretas, Spuk aller Art er-
kannte. Es ist eine schüchterne Betonung
der Macht des Buddhismus; während unselig
Verstorbene als Wolf, Bär, Schlange, Rabe
und Vogel warten, wird ein Verstorbener,
dessen Gebeine im Vordergrunde liegen, unter
der segnenden Hand des buddhistischen Mönchs
aus einer aufsprießenden Lotusblume als Mensch
wiedergeboren. Diese Andeutung genügt uns,
um in dem Buddha, der in der Mitte thronend
sitzt, Amitābha zu erkennen. Die Grund-
lage dieses Mittelbildes nun hat Parallelen in
christlichen Bildern. Das von mir (Altkutscha
S. II, 70) reproduzierte Bild Daniel unter den
Löwen zeigt in einer oberen Reihe Darstellungen
von Kirchen, die nach den Inschriften christ-
lichen Märtyrern geweiht sind (Fig. 63).