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0062 Iranische Felsreliefs : vol.1
Iranische Felsreliefs : vol.1 / Page 62 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000244
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so nahe Beziehungen bestehen, wie zu dem Palaste des Xerxes, daß schließlich auf dem Palaste gerade
zwei Völker erhalten sind, die auf dem großen Tributzuge zu fehlen scheinen.

Auf Tafel 65 bei Stolze finden wir scheinbar die Schlußgruppe eines Tributzuges vom Palaste
Artaxerxes' III., Abb. 16. Ein Volk der indischen Gruppe bringt Löwenfelle, Elephantenzähne und
eigenartige Vasen als Geschenk. Es sind die indischen Saka oder die Inder. Auffällig sind die Helme,
welche sie tragen, die auf den Grabreliefs nicht kenntlich sind, so wenig, wie dort die hübschen Sandalen
gesehen werden können. Über die komplette Ausrüstung der Saka erfahren wir ja bei Herodot nichts,
über die Kopfbedeckung der Inder auch nichts. Von den Gandarern dagegen hören wir, sie hätten wie
die Baktrer eine den Medern ganz ähnliche Kopfbedeckung getragen.

Schließlich¹) möchte ich noch ein Relieffragment aus Persepolis des Berliner Museums, VA Nr. 2987,
erwähnen, Abb. 17, das ein Volk mit sakischer Mütze, aber anderem Gewand zeigt, also mit der Figur 6
der kleinen Throne und Figur 13 des großen Tributzuges und des Thrones des Centralgebäudes zu-
sammenzustellen ist. Die zwei Figuren tragen hier einen Umhang, wie er häufiger vorkommt, als Waffen
haben sie in der Rechten je zwei Speere, in der linken einen rundlichen, scheinbar geflochtenen Schild,
wie ihn ähnlich, aber in rechteckiger Form, Torwächter auf den Türlaibungsreliefs, z. B. vom Hundert-
säulensaal, Stolze, Tafel 56, vom Taçara, Stolze, Tafel 38, tragen, wo deutlich die γέρρα Herodots dar-
gestellt sind.

Damit ist das bisher zugängliche bildliche Vergleichsmaterial aus den persischen Denkmälern
erschöpft; in Persepolis selbst aber ist noch vieles vorhanden.

Wir hatten oben nach den Grabreliefs von Naqsh i Rustam 7 Gruppen von Trachten zusammen-
gestellt, außer den Völkern, die ihre individuelle Tracht tragen.

Die erste ist die medische Gruppe. Diese Tracht begegnet uns bei weitem am häufigsten unter
den persepolitanischen Reliefs und daher ist sie vollkommen verständlich. In Naqsh i Rustam sehen
wir den Oberkörper de face, den Unterkörper in einem Gemisch von Profil- und Vollansicht. Die Ab-
weichung des Faltenwurfs der Gräber von Naqsh i Rustam ist mehr als eine äußerliche: hier ist, was
weitaus geläufiger ist, der Unterkörper in reinem Profil dargestellt. Vollständige Profilansichten von
rechts wie von links finden sich zahllose Male unter den Gardenreliefs, in den Audienzreliefs, in den
Königsdarstellungen; die gemischte Vorder- und Profilansicht findet sich noch bei einem Teil der
Garden und bei den Einführern der Tributzüge. Am wichtigsten aber für das Verständnis des Gewandes
sind die Darstellungen des Königs im Kampfe mit Ungeheuern (unten Cap. XXII—XXV). Der Ver-