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0076 Iranische Felsreliefs : vol.1
Iranische Felsreliefs : vol.1 / Page 76 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000244
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„Die abgebildeten Felsenbauten befinden sich auf der Insel Khārag, welche im Persischen Meerbusen,
50—60 Kilometer nordwestlich von Bushīr, liegt.

Die Araber schreiben خارج, die Perser خارک; der Araber sagt Khārag; der Perser Khārg,
Khārag, Khāradj. Eine kleinere Insel liegt nordöstlich dicht dabei und heißt Khārgū, also, da ū Deminutif,
„Klein Khārg". Nach Aussage des Photographen sollen sich auf beiden Seiten eines Höhleneinganges
Inschriften befinden; cf. Niebuhr 165.

Die alten Geographen erwähnen wohl die Insel und auch die Sage von dem dort verborgenen Mu-
hammad, Sohn der Hanafitin Khaula, Frau des 'Ali, der auch Fātimah, die Tochter des Propheten,
heiratete, aber nicht die vor-islamitischen Felsenbauten, wie Höhlen, Wasserleitungen usw. Spätere
Reisende haben die Felsenbauten und andere Ruinen auf der Insel mehr oder weniger beschrieben; z. B.
Thevenot; Deutsche Übersetzung seiner Reisen; Franckfurt am Mayn, 1693; Theil II, 247 — Carek.
Niebuhr; Voyage en Arabie, traduit de l'Allemand; Amsterdam 1753; Tome II 164 et seq. —
Charedsch.
Lieut. C. A. Low; The Land of the Sun, London 1870; p. 266 et seq. — Karrak,
zitiert „Memoires and services", Lt.-Genl. Sir S. B. Ellis.
W. Tomaschek; Topog. Erläuterung der Küstenfahrt Nearch's, K. Akad. d. Wissenschaften in
Wien, 1890, 65—67.
Capt. A. H. Stiffe; Persian Gulf notes, Kharag island; Journal Royal Geographical Society, London,
mit Karte. pp. 179—182. Die Karte zeigt die Lage der Felsenbauten: Caves, W. v. Fort.
Eine genaue, aber nicht so detaillierte Karte wie die des Capt. Stiffe, ist in der Englischen
Admiralitätskarte: Admirality Chart, 2837b, with corrections to Octr. 1890. Stanford London.

Der verstorbene Prof. Dr. C. Haussknecht-Weimar besuchte Khārag in 1868. Er veröffentlichte
seine Routenkarten im April 1882 und schrieb, „daß eine detaillirte Schilderung der Gebiete bald nach-
folgen sollte".

Einer meiner Perser Freunde, der verstorbene Hadji Mirza Hasan, welcher die Insel im Jahre 1879
besuchte, erwähnt in seiner Reisebeschreibung nichts von den vor-islamitischen Bauten, beschreibt je-
doch die Moschee, welche die lokalen Sage nach über dem Versteck des Muhammad ibn Hanafija steht,
und gibt den Text der Inschrift auf der Tür der Moschee, aus welchem hervorgeht, daß der Bau der
Moschee A. H. 740 = A. D. 1340 beendigt wurde. Stiffe gibt eine Skizze des Turmes.

Muhammad, der Sohn des 'Ali und der Hanafitin Khaula, wurde A. H. 21 = A. D. 642 geboren
(v. Ibn Khalliqān) und starb zu Medina A. H. 81 = A. D. 700. Seine Anhänger (Kaisaniten) jedoch
glauben, daß er nicht gestorben, sondern sich verborgen hält; einige sagen in Radwagebirge im W. von
Medina, andere sagen auf der Insel Khārag im Felsen unter der Moschee." —

Historische Nachrichten aus dem Altertume, die auf die Insel zu beziehen sind, gibt es nur wenige.
Wir wissen, daß die Inseln des Golfes in der Achaemeniden-Epoche als Verbannungsorte dienten, darunter
also auch Khārag. Später erscheint die Insel bei Ptolemaios als Ἀλεξάνδρου (νῆσος) ἢ καὶ Ἀρβοκία.
Die Nachrichten der Araber können füglich kurz abgemacht werden. Ibn Khurdādhbih¹), um 230/844,
erwähnt sie als Station auf der Fahrt von Baṣra nach dem Osten, sie sei 1 Farsakh lang und 1 Farsakh
breit, es seien dort Saaten, Trauben und Datteln. Istakhrī²) um 340/951 spricht von ihrer Perlenfischerei
und sagt, daß sie eine Kanzel besitze. Sein Bearbeiter Ibn Hauqal³) um 367/977 fügt hinzu, daß dort
Kaufleute lebten. Al-Muqaddasī⁴), um 375/985 nennt Khārag unter den Perlenfischer-Inseln. Ausfüh-