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Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0119 |
Iranische Felsreliefs : vol.1 |
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Die dritte Inschrift, die babylonische, ist wieder wie die erste ein Gebet, ohne eigene Angaben
zu bieten. Die vierte dagegen, die elamische, ist die eigentliche Bauinschrift der Terrasse; sie lautet:
„Ich, Dareios, der große König, König der Könige, König der Länder, König dieser großen Erde,
des Hystaspes Sohn, der Achaemenide. Und der König Dareios spricht: Auf diesem Platze . . . wurde
diese Festung gebaut. Vorher wurde hier eine Festung nicht gebaut. Durch die Gnade Auramazdas baute
ich diese Festung. Und Auramazda wollte (?) es so mit allen Göttern, daß diese Festung gebaut wurde.
Und ich baute [sie] und baute [sie] vollständig und schön und vollkommen (?), so wie ich es wollte (?).
Und der König Dareios spricht: Möge mich Auramazda mit allen Göttern schützen, und diese Festung,
und wiederum zu diesem Platze . . . . . . .! Das möge er nicht sehen (?), das was der feindliche Mann
ersinnt!" —
Zwei Punkte sind von besonderer Wichtigkeit. Nicht weniger als fünfmal wird die Terrasse hier
als Festung bezeichnet, wie es der Befund der Ruinen bestätigt. Und dann wird ausdrücklich betont,
daß dieser Festungsbau eine Neugründung des Dareios war. Vorher kann hier also höchstens ein Dorf
bestanden haben, und Kyros und Kambyses müssen eine andere Residenz in der Persis gehabt haben.
Wie die griechische Überlieferung bei Herodot (I, 15), Ktesias (Nikolaos v. Damaskos, Fragment 66),
Anaximenes v. Lampsakos (bei Stephanos v. Byzanz) und eines Alexanderhistorikers (Aristobulos?)
bei Strabon (XV, 3, 8) übereinstimmend berichtet, stand die Residenz des Kyros in seiner Heimat, im
Gau der Pasargaden.
Von der Freitreppe aus schreitet man über einen kleinen, außerhalb der Mauern zu denkenden
Vorplatz und tritt dann in das Tor des Xerxes ein (vgl. die folgenden Tafeln). Auf seinen vier Türpfosten
liest man in drei Sprachen und vier gleichlautenden Exemplaren die Inschrift Xerx. Pers. a., deren Kern
lautet:
„Nach dem Willen Auramazdas baute ich diesen Torweg, „visadahyu". Auch vieles andere Schöne
ist in diesem Pārsā gebaut worden, was ich gebaut habe und was mein Vater gebaut hat. Welches Ge-
bäude nun schön aussieht, das alles haben wir nach dem Willen Auramazdas gebaut. — Auramazda schütze
mich und meine Herrschaft, und was von mir gemacht worden ist, und was von meinem Vater gemacht
worden ist, auch das schütze Auramazda."
Diese Inschrift faßt die Bautätigkeit des Dareios und des Xerxes zusammen. Und wirklich muß
der Bau seit 518/17 während der ganzen Regierungszeit des Dareios angedauert und von Xerxes beendet
worden sein.
Die achaemenidischen Inschriften sind leider alle undatiert. Präzisere Daten sind also nur
manchmal aus ihrem historischen Inhalt zu erschließen. Dies ist z. B. der Fall bei der Terrasseninschrift
des Dareios, die man auf das Jahr 518/17 datieren kann. Im übrigen sind nur drei Könige inschriftlich
als Bauherren genannt, nämlich Dareios für den Terrassenbau und das Taçara, Xerxes ebenfalls für das
Taçara, den Palast, das Apadana und den Mauerbau, endlich Artaxerxes III. wieder für das Taçara und
für seinen Palast. Inschriftlos sind der Hundertsäulensaal, das Zentralgebäude und das SO.-Gebäude.
Ich möchte hier den Versuch wagen, die Erbauungszeit dieser drei Gebäude zu bestimmen. Dabei sind
die ganze Disposition der Bauten der Terrasse, der Inhalt einiger Reliefs und der Stil der Skulpturen
die Hilfsmittel.
Überblickt man den Grundriß (Abb. 46), so gewinnt man aus der Verteilung der Bauten, ihrer
Ausnutzung des Terrains, ihrer gleichmäßigen Orientierung den Eindruck, daß der Anlage von vorn-
herein ein festgesetzter Plan zugrunde lag. War einmal die Terrasse mit ihrer Freitreppe gegeben, so
scheint es mir keinen Grund zu geben, weshalb Dareios sein Taçara so weit nach SW. gesetzt hätte,
wenn man nicht von vornherein das Zentrum der Terrasse für die großen Staatsbauten reservieren
wollte. Nur zwei Bauten, nämlich der Palast des Artaxerxes III. und das SO.-Gebäude haben eine ge-
wissermaßen zufällige Lage: der Artaxerxes-Palast ist in die Mauerecke dicht neben die beiden älteren
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