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0144 Iranische Felsreliefs : vol.1
Iranische Felsreliefs : vol.1 / Page 144 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000244
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legung der Residenz von Baghdâd nach Sâmarrâ als Dâr al ʿâmma, d. h. Palais für die öffentlichen
Audienzen gegründet. Wie Jaʿqûbî¹) erzählt, gab Muʿtaṣim hier jeden Montag und Donnerstag Audienzen.
Die Sitte der Khalifen, solche regelmäßigen, privaten und öffentlichen Audienzen zu geben, haben die
jüngeren orientalischen Fürsten von ihnen übernommen. Den privaten Audienzen diente ein geschlossener
Saal, ein berühmtes Beispiel ist der weltbekannte Dîwân i khâss in Dehli, den öffentlichen eine offene
Halle, die „Hohe Pforte", wie der Dîwân i ʿâmm in Dehli. Interessante neupersische Beispiele, welche
auffällig enge Verwandtschaften mit den achaemenidischen Bauten aufweisen, sind Ĉihil Sutûn und
Hasht i bihisht in Iṣfahân. In Sâmarrâ war die offene Halle, der Îwân, der Ort der öffentlichen Audienzen,
madjlis al ʿâmm²), der quadratische Saal dahinter der der privaten, madjlis al khâss. Die Neben-
räume, da sie mit dem Palast nicht weiter kommunizieren, können nur als Raum für die Palastwachen
und für Nebenzwecke gedient haben.

Von Kyros an bis zu den Bauten der Mongolen in Indien und der Sefewiden in Persien können
wir also den alten Palasttypus mehr als zwei Jahrtausende hindurch verfolgen und bewundern, wie er
mit wenigen Veränderungen in dem konservativen Orient so lange Zeit den Bedürfnissen und An-
forderungen gerecht werden konnte. —