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| 0171 |
Iranische Felsreliefs : vol.1 |
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auf der Unterseite sind, zum Türsturz gehören könnten, auf jeden Fall der näheren Untersuchung durch
einen Reisenden wert sind.
Die Inschrift lautet:
Adam | Kuruš | Khšāya
thiya | Hakhāmanišiya
ᵐú ᵐKuraš ᵐčuñkik ᵐAkkamannišiya
ana-ku ᵐKu-ra-aš šarru ᵐA-ḫa-man-niš-ši-ʾ
d. i. „Ich, Kyros, der König der Achaemenide."
Allein die Tatsache, daß diese Inschrift auf drei Gebäuden von Pasargadae erhalten ist, auf denen
sie ursprünglich je 12- oder 14mal vorhanden gewesen sein muß, auf Anten und Türen, erweist sie ganz
sicher als Bauinschrift. Dazu kommt, daß auch die sämtlichen Inschriften von Persepolis, mit Aus-
nahme der wenigen Gewandaufschriften, der Form nach Bauinschriften sind. Es überwiegen überhaupt
im ganzen Orient die Bauinschriften alle anderen Inschriften; so sind alle babylonisch-assyrischen
Prismen, Zylinder, Zikkatu, Reliefinschriften ihrem Wesen nach Bauinschriften.
Aber auch sprachlich läßt sich das erweisen. Diejenigen Inschriften, welche den dargestellten
Figuren als Etiquette aufgeschrieben sind, haben folgende Form: Bh. b bis j: „Dieser N. N. log." —
Bh. k: „Dieser (ist) N. N." — Dar. Pers. b.: „Dareios, der große König, Titel." — N. R. c.: „N. N. der
Lanzenträger." — N. R. d.: „N. N. der Axtträger." — N. R. c.: „Dies (sind) die N. N." — Xerx.
Pers. e.: „Xerxes der große König, Titel." — Alles dies sind Aussagen in der dritten Person.
Dagegen haben die Bauinschriften und ihre Verwandten alle folgende Form: Dar. Pers. c, Elwend,
Kirmān, Dar. Sus. b, Dar. Gewandt: „Ich, Dareios, Titel." — Ferner Xerx. Pers. a, b, c, Elwend, Wan.:
„Ich, Xerxes, Titel." Endlich Art. Sus.: „Ich, Artaxerxes, Titel." — Alle diese Inschriften, deren Ob-
jekte natürlich nicht selber gedacht sind, verkünden durch ihre Aufschrift nur die Urheberschaft,
man hat zu ergänzen: kya imam . . . akunaush (wie Dar. Pers. a.), „bin es, der dies . . . gemacht hat."
Das ist ein sehr klarer Unterschied, die Angabe der Urheberschaft, das Spezifische der Bauinschrift
geschieht in der ersten Person. Danach ist auch Bh. I. 1 und identisch a. 1, N. R. a. 2 und Suez c. 2 zu
verstehen. Es zeigt sich, daß auch die großen historischen Inschriften, ähnlich wie in Assyrien, in die
alte, primitive Form der Bauinschrift gekleidet sind, aus der sie entstanden sind. An der Deutung der
kurzen Inschrift von Pasargadae kann also kein Zweifel sein. „Ich bin Kyros" ist falsch, es muß heißen:
„Ich, Kyros usw. habe dieses gemacht."
Aber aus der Tatsache, daß die Inschrift die Bauinschrift des zugehörigen Gebäudes ist, folgt viel
mehr. Sie ist für die Erklärung des Reliefs maßgebend. Sie beweist, daß das Relief nicht, wie bisher von
fast allen Seiten angenommen wurde, ein Porträt sein kann. Nicht das Porträt eines Toten, ein Ferwer,
denn der Lebende hat es errichtet, noch das eines Lebenden: In der ganzen asiatisch-orientalischen
Kunst¹) wäre es unerhört, besonders aber in der persischen, die uns so viele Königsdarstellungen Lebender
und Toter überliefert hat, im Anschauungskreise der Mazdareligion, — daß sich ein König, oder gar ein
Prinz, solche Attribute der Göttlichkeit anstatt derer seiner königlichen Würde beilegte. Und alle
Attribute des Königtums, der Bart, die Kidaris, das Zepter, der Lotos, fehlen hier. Ebenso kann
nicht ernstlich davon die Rede sein, daß in der Gesichtsbildung dieses alten Monumentes — selbst wenn
es Kyros dem Jüngeren angehörte und man mit griechischen Künstlern operieren wollte — ein Porträt
zu erblicken wäre. Jede einzelne der zahllosen Figuren, welche die Steine von Persepolis schmücken,
predigt, daß diese Kunst noch kein Porträt schuf, sondern ganz und gar im Typischen, Konventionellen
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