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Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0188 |
Iranische Felsreliefs : vol.1 |
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unbeweisbare Gefühlssache. Da Aristobulos vorher das ganze eigentliche Grab als τάφος bezeichnet hat,
so kann die zum τάφος führende ἀνάβασις nicht ein Teil davon sein. Das Wort ist durchaus nicht not-
wendig die „Treppe" zu übersetzen, sondern es heißt: „Die Stelle, wo man zum Grab hinaufgeht", wobei
das „hinauf" so zu „hin" abgeblaßt ist, wie das gewöhnlich in dem Worte ἀνάβασις der Fall ist. In
diesem Gedankengange scheint mir die neue Planaufnahme (Abb. 79), die mir, ohne daß ich zwei Jahre
lang die assyrischen Lehmbauten kennen gelernt hätte, wohl so wenig wie meinen Vorgängern geglückt
wäre, von sehr einschneidender Bedeutung zu sein. Denn nun bleibt recht eigentlich nichts, was zwischen
Aristobulos' Schilderung und dem Befunde am Meshhed i māder i Suleimān nicht übereinstimmte. Denn
daß die beiden symmetrischen Dübellöcher zu beiden Seiten des Türsturzes der Befestigung einer In-
schriftplatte dienen könnten, hat Stolze bereits ausgesprochen (Bem. z. d. Tafeln 128—129), und ich
kann nur bestätigen, daß diese Löcher unmöglich zufällig dort sitzen können. Über die Art der Inschrift-
platte, ihre Form, könnte man natürlich nur Vermutungen aufstellen. Über die Inschrift selbst ist zu
bemerken, daß die von Aristobulos überlieferte Form charakteristisch griechisch ist. So kann die per-
sische Inschrift nicht gelautet haben; es ist nur ihre Paraphrase. Dagegen klingt der Text, den Onesi-
kritos gesagt wurde, merkwürdig an die kurze Inschrift von Pasargadae an: „Ἐνθαδ' ἐγὼ κεῖμαι Κῦρος
βασιλεὺς βασιλέων." Annähernder würde man jene persischen Worte: „Ich, Kyros, der König, der
Achaemenide" kaum in die Form eines Hexameters bringen können. Onesikritos hatte irrtümlich ver-
standen, die Inschrift sei in persischen Lettern, aber in griechischer Sprache geschrieben gewesen.
Aristos sagt, es habe ein persisches und ein griechisches Epigramm auf dem Grabe gestanden. Plutarch,
der diese beiden Quellen sicher nicht benutzt hat, schreibt, Alexander habe die griechische Übersetzung
neben die persische setzen lassen. Das könnte recht wohl historisch sein, vielleicht von Anaximenes
stammen. In der uns durch Arrian überlieferten Stelle des Aristobulos steht es nicht, würde sich aber
auch dort hinter der Mitteilung des Wortlautes der Inschrift ganz wohl einschieiben. Die Vermutung
wird jedenfalls durch die griechische Überlieferung gestützt, daß die persische Inschrift den gleichen
Wortlaut wie die anderen Inschriften von Pasargadae gehabt habe.
Die Übereinstimmung zwischen Aristobul und dem Befunde der Ruine ist eine so vollständige,
daß man das Vorhandensein des Kyrosgrabes als vollwiegenden Beweis für die Identität der Ruinen
von Meshhed i murghāb mit Pasargadae betrachten dürfte. Umgekehrt ist die Identität der Ruinen
von Pasargadae eine so sichere, daß diese Tatsache die richtige Erkenntnis der Ruine wesentlich stützt.
Auch das genauere Datum des Monumentes läßt sich annähernd bestimmen. Aristos schreibt:
(τὸν νέγρον) ἐν τῇ Περσῶν διαδοχῇ φυλάσσεσθαι, ἐλάττονος δὲ τὸν τάφον." Dies ist wieder eine von
Strabon über Gebühr abgekürzte Stelle. Daß das Grab zur Zeit der persischen Dynastie erbaut sei —
ohne daß mit diesem Ausdruck Kyros selbst ausgeschlossen ist — wäre doch eine Selbstverständlichkeit.
Ich vermute, daß Aristos geschrieben hatte, das von Kyros erbaute Grab sei, solange die persische (acha-
emenidische) Dynastie herrschte, bewacht worden. So redet auch Aristobulos bei Arrian, von den Magiern,
οἱ δὴ ἐφύλαττον τὸν Κύρου τάφον ἔτι ἀπὸ Καμβύσου τοῦ Κύρου παὶς παρὰ παρὸς ἐκδεχόμενοι τὴν φυλακήν.
Ich habe schon wiederholt darauf hingewiesen, daß Ktesias uns überliefert, wie Dareios sein
eigenes Grab sich selber erbaute, und daß man hierin nicht einen vereinzelten Fall, sondern eine Sitte
zu erblicken hat. So wird auch Kyros sich sein Grab bereits zu Lebzeiten erbaut haben; und die seltene
Sorgfalt der Ausführung, die technischen Eigentümlichkeiten des Baues, die ich anfangs hervorhob,
würden der seltenen Aufgabe wohl entsprechen. Aus der Unsymmetrie der ganzen Anlage und den Diffe-
renzen der Axenweiten der Säulenhalle hat man verschiedentlich, so auch Justi (Grundriß d. iran. Philol.
II. II. pag. 421), geschlossen, der ganze Peribolos sei erst später von einem anderen Kyros hier hinzugefügt
worden. In dieser Formulierung kann ich das nicht richtig finden. Auch bei einer späteren Umbauung
hätte ja ohne weiteres die Symmetrie und Genauigkeit der Säulenabstände hergestellt werden können.
Die Unsymmetrie kann viele Gründe gehabt haben, so etwa die Aufstellung eines Altares im Hofe. Die
Flüchtigkeit der Ausführung der Säulenhalle erklärt sich nicht daraus, daß das Material von anderer Stelle
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