National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Iranische Felsreliefs : vol.1 |
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einen sich zu einem Akkorde von seltsam fremdartiger Harmonie. Man mag dieses Bild als Symbol
nehmen für das ganze Land. Und es liegt auch in ihm eines der wirksamsten Momente, die den Zauber
des Orients ausmachen; nirgends spürt man ihn mehr als in Persien. Ein intensives Naturgefühl scheint
nicht so sehr ein Produkt hoher Kultur zu sein, wie man zunächst glauben möchte. Ich erzähle hier eins
von vielen Erlebnissen, weil es viel schlagender als alle Deduktionen das Wesen der Sache illustriert:
An einem köstlichen Aprilvormiitage ging ich in der mesopotamischen Steppe spazieren, begleitet nur
von einem halbwüchsigen Araberjungen, der mir beim Botanisieren half. Sonnenüberschienen dehnte
sich die kaum gewellte Steppe ins Grenzenlose, auf Stunden im Umkreise war kein lebendes Wesen,
außer Vögeln, Schlangen, Eidechsen und Käfern. Da sagte der Junge zu mir: „Soweit man sehen kann,
ist kein Mensch da, fühlt man sich nicht wie ein König?" Dieser Junge, ein Djebbûraraber, war noch
nie aus seiner engsten Heimat am Tigris herausgekommen, hatte noch nie einen Wagen, ein Schiff und
kaum ein festes Haus gesehen, wußte von Gott und der Welt so gut wie nichts und lebte wie der ganze
Stamm in geradezu steinzeitlicher Kultur. — Ich glaube, daß die Erscheinung des Berges von Bisutûn,
deren tiefen Eindruck jeder Reisende empfindet, von jeher ein lebhaftes Gefühl in den Menschen aus-
gelöst hat, und daß deshalb der Berg seit dem grauen Altertum ein Kultort war. Denn das sagt sein
Name, der „Götterort". Der Name Bagastâna liegt uns in griechischer und in arabisch-persischer Über-
lieferung vor. Und da Mithra der „baga" κατ' ἐξοχήν ist, so dürfte hier seit Urzeiten ein Kult des
Mithra bestanden haben¹). Die Ausübung dieses Kultes scheint noch in späterer Zeit bezeugt zu sein²).
Dareios wählte also für sein Monument gerade den an der großen Heerstraße gelegenen Götterberg.
Endlich liegt außer diesem allgemein gültigen noch ein besonders für Dareios gültiger Grund vor.
Bei Isidor erscheint der Name der Landschaft, in der die Βαγίστανα πόλις liegt, als Καμβαδηνή.
Und H. C. Rawlinson bemerkt³): The tract adjoining Bisutûn retains to the present day the title of
Chamâbatân. Diese Landschaft hat also den alten Namen bewahrt, den sie schon unter Dareios besaß,
denn sie ist die Gegend Kampada in Medien (Bh. § 25). Nach der Schlacht von Mâruš am 27. Anâmaka,
in der er den Feldherrn des Fravartish zurückschlägt, wartet Vidarna in Kampada auf Dareios, der von
Babylon kommen will. Als Dareios — scheinbar erst zehn Monate später — im Adukânish nach Kam-
pada kommt, da zieht ihm Fravartish selbst bis Kundurush entgegen. Der Verlauf des Kampfes zeigt,
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