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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0238 Iranische Felsreliefs : vol.1
イランの岩壁彫刻 : vol.1
Iranische Felsreliefs : vol.1 / 238 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000244
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OCR読み取り結果

Diese in opus pseudoisodomum errichteten Mauern scheinen die ältesten Teile der Burg zu sein. — Eben-
falls verdienten eine neue Betrachtung und nähere Beschreibung die von Rawlinson¹) erwähnten Ruinen
von Deirâ, südöstlich Qasr i Shîrin, die Rawlinson, welcher Sasanidisches und Arsakidisches immer
als Einheit zusammenfaßt, für vorsasanidisch und für vielleicht in alexandrinische Zeit gehörig
betrachtet. —

An sehr entlegener Stelle publiziert und daher scheinbar ganz unbeachtet geblieben ist ein Denkmal,
welches im Khân von Hârûnâbâd in naher Nachbarschaft der auf Tafel XLVII und XLVIII abgebildeten
Bauten gefunden wurde. Es ist die von J. F. Jones entdeckte griechische Grabstele²), mit Giebelform.
Ihre Inschrift, die in das C. I. Gr. nicht aufgenommen ist, lasse ich hier ohne jede Konjektur folgen:

ΕΥΜΕΝΗΣ ΔΗΜΗΤΡΙΟΥ
ΣΑΜΑΡΙΤΗΣ ΧΑΙΡΕ
ΕΠΙΤΑΧΙΟΝ
ΣΑΓΟΝΑΡΣΙΝΟΗΣΟΕ
ΡΑΙΕΜΕΝΗΔΗΜΗ
ΤΡΙΟΥΓΙΟΝΗΕΡΙΝΜΕ
ΙΗΣΤΟΥΜΟΝΕΛΑ

Der Rest ist leider zerstört. Der Schriftcharakter ist nach der alten Publikation nicht zu bestimmen.
Über den Verbleib des Monumentes habe ich nichts ermitteln können. Vielleicht ist es noch an
Ort und Stelle.

Die wenigen Funde von hellenistischer Skulptur auf babylonisch-assyrischem und iranischem
Boden ergänzen das Bild, das man sich von der Architekturentwickelung entwerfen kann. Hierzu darf
man außer den wenigen Funden in Susa die bei dem späten kleinen Tempel in Assur gefundene,
nur 64 cm hohe Muschelkalkstele des nackten, auf die Keule gestützten Herakles, der über dem
linken Arm das Löwenfell trägt, zählen³). Die Modellierung ist roh, aber rein westlich, die Haltung
erinnert an die des Hercules Farnese. Eine hübsche Replik der bekannten Knöchelspielerin, aus
weißem Marmor von gewerbmäßiger Arbeit, sah ich schon 1905 in Baghdad im Besitz des deutschen
Konsuls C. Richarz, sie ist im Tigris bei Seleukeia gefunden⁴). Nach diesen wenigen Resten kann man
sich eine Vorstellung von dem handwerkmäßigen figürlichen Skulpturenschmuck machen, der der
hellenistischen Architektur dieser Länder so wenig gefehlt haben wird, wie der Syriens und Ägyptens.
Überall sind die griechischen Formen der einheimischen Tradition aufgepflanzt.

An den Hellenismus knüpft unmittelbar die arsakidische Kunstübung an. Aber während die Zeit
Alexanders und der ersten Diadochen alle Grenzen zwischen Griechenland und dem fernen Osten be-
seitigt hatte, richtet das Arsakidenreich wieder die uralte Schranke zwischen Orient und Okzident auf.
Ermessen kann man das an der durchaus selbständigen Entwickelung, die nun die Kunst des baktrischen
Reiches und ihre besser bekannte Nachfolgerin, die Kunst des Gandhâra- und Swâtgebietes, nimmt. In
ähnlicher Weise selbständig ist die Entwickelung der arsakidischen und später der sasanidischen Kunst,
in der die alte orientalische Tradition in neuem hellenisierten Gewande wieder mehr und mehr an die Ober-
fläche tritt. Allerdings laufen die Entwickelungen denen der westlichen Länder parallel, und die Schranken
sind keine unübersteiglichen. Und Th. Nöldeke betont mit Recht⁵), daß, wie die ganze Geschichte der
Arsakiden und des Sasanidenreiches durch ihr Verhältnis zu Rom bedingt ist, so auch derUltureinfluß
des geistig immer noch bedeutend höher stehenden Westens auf die Perser in diesem ganzen Zeitraum
sehr hoch anzuschlagen ist, in Staats- und Heereseinrichtungen, wie in Kunst und Gewerbe.