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Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0264 |
Iranische Felsreliefs : vol.1 |
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und „sie brachten mir Tribut", und glaubte daher die Perser von den Darstellungen ausschließen zu
müssen. Sind aber die Perser unter den 30 Figuren vertreten, so ergibt sich mit fast vollständiger Sicher-
heit, daß die Sakā Haumavarkā e i n Volk sind und nicht als zwei verschiedene Völker betrachtet werden
dürfen. Es liegt dann ein Parallelismus zwischen den Sakā Haumavarkā und den Sakā Tigrakhaudā
vor¹). Die einzige Möglichkeit, an der Trennung der Sakā und der Haumavarkā festzuhalten, böte die
Annahme, daß ein Volk der Inschriften, und zwar die Thatagush, in den Dar-
stellungen ausgelassen sei. Da aber mit der Erkenntnis der Darstellung der Perser der eigentliche Grund
für die Trennung der Sakā von den Haumavarkā gefallen ist — denn nun sind 30 Völkernamen vor-
handen und nicht nur 29 — so wäre diese Annahme eine reine Hypothese zur Behauptung eines früheren
Standpunktes. Sie dürfte kaum Anhänger finden und ich werde nicht weiter darauf eingehen.
Man möge also auf unseren Abb. 6 und 7 die Unterschriften der Figuren ändern; die erste Figur
sind die Pārsa, von da an rückt jede Unterschrift um eine Figur nach rechts, bis zu der nunmehr als
Sakā Haumavarkā zu bezeichnenden letzten Figur (14) der ersten Reihe. Das gleiche gilt natürlich
für die Fußnoten zu diesen Figuren²). In der Liste von Naqsh i Rustam auf pag. 18 ist Nr. 14
mit 15 als Sakā Haumavarkā zu vereinigen, und die folgenden Zahlen 16—31 sind in Nr. 15—30 zu ver-
ändern. Die beiden sakischen Völker sind durch eine Klammer zu vereinigen. Es ist nunmehr klar, daß
die Sakā der Inschriften in Beh. und Pers. e die beiden sakischen Völker bedeuten³).
Die auf pag. 29 unten beginnende und bis 31 oben reichende Auseinandersetzung über Herodots
XV. Satrapie ist völlig umzuändern. Da die Ὀρθοκορυβάντιοι als Sakā tigrakhaudā erkannt sind,
so können die Σάκαι der XV. Satrapie nichts anderen mehr bedeuten als die Sakā haumavarkā, die
Ἀμύργιοι der Heeresliste. In VII 64 betrachtet Herodot nur diese beiden sich nahestehenden Stämme
als e i n Volk. Der leitende Gesichtspunkt bei der Untersuchung der herodoteischen Liste und der per-
sischen Völkerlisten, nämlich die natürliche geographische Anordnung, die in Pers.e durch die Worte
„und die Länder im Osten" ausgedrückt ist, erfährt eine ausführliche und deutliche Bestätigung in der
babylonischen Inschrift NRb⁴), wo Dareios von den Völkern der Gebirge und der Ebenen des Ostens und
Westens spricht. Ebenso bewährt sich das andere Prinzip, daß Völker e i n e r Satrapie in den Listen
nicht durch ein Volk einer anderen Satrapie getrennt werden. Es fragt sich nun, was diese Prinzipien
für die geographische Fixierung der Sakā haumavarkā ergeben. In der Liste von Bisutūn stehen die als
Sakā zusammengefaßten Völker zwischen den Gandhāra und den Sattagyden, in Pers.e
zwischen den Gandhāra und den Maken (Makrān); in Naqsh i Rustam erscheinen sie als vorletztes Volk
des Ostens zwischen Hindu und Sakā tigrakhaudā. Ihre Tracht stimmt bis auf die weniger spitze Mütze
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