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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0018 |
Iranische Felsreliefs : vol.1 |
| イランの岩壁彫刻 : vol.1 |
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Festungsmauern von Persepolis und die Mauern seiner Paläste in Lehm ausgeführt waren, so ist von
vornherein ausgeschlossen, daß das Vorbild dieser Grabtürme etwa in Stein gebaut war. Eine forti-
fikatorische Bedeutung hatte also das vorbildliche Haus nicht. Es könnte indes das ganze Grabhaus
als solches anderen Grabhäusern nachgebildet sein.
Dieulafoy¹), welcher auf das Problem dieser Grabtürme zum ersten Male näher einging, zieht
die lykischen Grabhäuser, als von allen am nächsten verwandte, zum Vergleich heran. Die lykischen
Gräber²), in zahllosen Beispielen, kopieren in peinlichster Exaktheit ein Holzhaus; alle Einzelheiten,
das konstruktive Riegelgerüst der Wände, die Pfetten und Sparren des Daches, die Schwellriegel mit auf-
gebogenen Enden, wie sie aus Hölzern mit Endkrümmung hergestellt werden können, Verkämmungen
und Verblattungen als Holzverbindungen sind genau dargestellt. Auch für die Wände ist eine Bohlen-
verschalung anzunehmen. Dieulafoy, welcher von der Idee ausgeht, die Perser hätten von den lykischen
Felsengrähern die Anregung zu ihren Grabturmen empfangen, aber nur „une traduction libre et rationelle
du modèle en bois" gegeben, konstruiert (I fig. 21) nach dem Grabe mit dem Hunde (Kjöpek qabry)
bei Myra (I. pl. VII) eine solche lehrreiche „Übersetzung": Alle tragenden Holzpfosten bis auf die zu
Lisenen umgebildeten Eckpfosten bleiben fort, ebenso alle wagerechten Riegelhölzer bis auf die dach-
tragenden Balken; die sichtbare Reihe der Rundholzköpfe, welche die flache Raumdecke bilden, wird
zum Zahnschnitt, und andere kleine Abänderungen. Die Dächer läßt Dieulafoy fort: Die lykischen Mo-
numente haben meist Giebel von ziemlich steiler Neigung (über 20°), die persischen haben kaum erkenn-
bar flache Zeltdächer. — Das so entstandene Gebäude, dessen Ableitung aus dem lykischen Typus ge-
geben ist, sieht dem persischen Grabturme sehr ähnlich.
Aber gerade diese Untersuchung beleuchtet erst recht alle die vielen und großen Unterschiede
der lykischen und persischen Monumente, und während ihre innere Verwandtschaft, vermutlich die Folge
gleicher Abstammung, deutlich zutage tritt, ergibt sich, daß eine Nachahmung zwischen diesen, inner-
lich am nächsten verwandten Erscheinungen, selbst eine Anregung eben nicht vorliegt.
Die persischen Grabturme ahmen also weder Häuser von fortifikatorischem Zwecke, noch fremde
Grabhäuser nach, sondern vielmehr Wohnhäuser. Das lykische Grab — das beweist die minutiöse Wieder-
gabe der konstruktiven Details — gibt das gleichzeitig benutzte hölzerne Wohnhaus der Lykier wieder.
Das in den persischen Türmen dargestellte Haus ist dagegen kein reines Holzhaus. Die Ecklisenen gehen
auf hölzerne Pfosten zurück. Die doppelte Umrahmung der Fenster und der Tür gibt das Abbild von
Holzbalken- oder Bretterwerk. Auch die Türbekrönung ist ein Holz mit aufgebogenen Enden, das ky-
mationähnliche Profil darunter weist auf eine Entstehung aus einem anderen Material als Stein. Endlich
gibt die Zahnschnitt die Enden der Deckenhölzer wieder, über die ein Dach aus Lehm und Matten ge-
breitet war.
Die verschwindend flache Zeltform des Daches ist wohl nichts als eine Übertragung des nach
allen Seiten, des Wasserabflusses wegen, wenig geneigten flachen Lehmdaches. In ähnlicher Weise
findet sich auf der François-Vase das flache Dach des Quellhauses durch eine geschwungene Linie
dargestellt. Die glatten Wände weisen auf Lehm als Material, wie er auch bei den Palästen und
Mauern üblich war. Die Zweifarbigkeit des Baues macht das zur Gewißheit: sie ist aus den zwei
Farben des Vorbildes hervorgegangen, aus dem dunkelen Holzwerk und den hellen Lehmwänden. Da
Tür und Fenster in Holz konstruiert waren, so mußten die Lehmwände — eine z. B. in Kleinasien
vom höchsten Altertum bis in die Gegenwart geläufige Form — ein inneres Holzriegelwerk enthalten.
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