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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0035 |
Iranische Felsreliefs : vol.1 |
| イランの岩壁彫刻 : vol.1 |
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OCR読み取り結果
Mudrāya ist der semitische Name Ägyptens מצרים; im Griechischen stehen die Κίσσιοι als
allgemeiner Name für die Bewohner Elams, während im Persischen die Uvadja genannt werden, das
sind eigentlich die Οὖξοι (Khūzistān, Ahwāz). Die historischen Gründe für das Fehlen der IV. und
V. Satrapie Herodots in Pers. e hat Eduard Meyer gezeigt. Im ganzen lehrt die Zusammenstellung, daß
prinzipiell für jede Satrapie das den Persern als wichtigstes erscheinende Volk steht, daß Satrapien, die
für sie kein besonderes Interesse besitzen, fortgelassen sind, daß dagegen so bedeutungsvolle Satrapien
wie I und IX durch zwei und selbst drei Völker vertreten sind. Es leuchtet ein, daß die Auswahl der
Völker nicht allgemein aus den Völkern des ganzen Reiches, sondern aus den Völkern der einzelnen Sa-
trapien getroffen ist, mit anderen Worten, daß die Völkerlisten eine Epitome der in den Kanzleien be-
wahrten Tributlisten darstellen und wie alle Inschriften in den Kanzleien entworfen sind. Weil die Sa-
trapienteilung die Unterlage der Völkerlisten bildet, so kommt es nicht vor, daß etwa zwei Völker einer
Satrapie durch ein einer anderen angehöriges Volk getrennt werden. Die Satrapiegrenzen sind ideell
auch in den Völkerlisten vorhanden. Dieses scheint mir der systematische Zusammenhang der hero-
doteischen Tributliste mit den inschriftlichen Völkerlisten, besonders Pers. e zu sein; und die Grundsätze
dieses Zusammenhanges darf man für die Kritik und die Wiederherstellung des übrigen Teiles der Sa-
trapienliste verwenden.
Im übrigen ist die geographische Anordnung der Satrapien I bis X klar, sie ist entstanden, indem
die Satrapien des Westens, beginnend mit dem griechischen Kleinasien, den Stammlanden vorangestellt
sind. Es fällt auf, daß Armenien fehlt, und man sollte dem Bearbeiter der persischen Liste so viel Kenntnis
zutrauen dürfen, daß er Armenien noch vor Elam, Babylonien und Medien aufgezählt habe, also als
VII. Satrapie, an deren Stelle jetzt bei Herodot die Sattagyden, Gandhara, Dadiker und Aparyten, also
Völker des fernen Ostens an der Nordwestecke Indiens erscheinen. Diese Völker gehören ja auf keinen
Fall an diese Stelle. Und da die VII. Satrapie auch die von den Satrapien I bis X abweichende Formu-
lierung besitzt, so ergibt sich — was die östlichen Teile der Liste bestätigen —, daß die erste Übersetzung
der Tributliste nur fragmentarisch erhalten war. Die Teile mit der abweichenden Formulierung gehören
der jedenfalls schon von Herodots unmittelbarer Quelle vorgenommenen, aber mißglückten Ergänzung
an, wie wir im einzelnen noch sehen werden. Auch über das Material, welches diese Ergänzungen lieferte,
werde ich noch handeln. Zunächst gilt es jetzt, die östliche Hälfte der Tributliste inhaltlich zu kritisieren.
Der erste Anstoß findet sich, abgesehen von der ganzen VII. Satrapie, schon am Ende der X.,
bei den Παρικάνιοι und Ὀρθοκορυβάντιοι. Sehr verdächtig stimmt mich, daß Herodot I, 101 unter den
Stämmen Mediens beide Stämme nicht aufführt, daß umgekehrt die dort genannten Stämme in der
Tributliste nicht genannt werden. Die Ὀρθοκορυβάντιοι werden sonst niemals in der griechischen
Literatur erwähnt. Auch diese Παρικάνιοι nicht. Denn die Notizen über das gleichnamige Volk in
der Heeresliste des Xerxes (VII, 68) und über dessen Reiterei (VII, 86) können durchaus nur auf die
südlichen Παρικάνιοι der Satrapie XVII (mit Äthiopen) bezogen werden. Der Name ap. *pari-kāna
„mit einem Graben umgeben" ist ursprünglich ein Landschaftsappellativ und tritt demgemäß ver-
schiedentlich in Iran auf. Nun verzeichnet die Curzonsche Karte von Persien¹) in Medien allerdings
die Landschaften Karaghan und Feraghan, letzteres unmittelbar östlich von Hamadān, und von dieser
Karte sind die Namen auf andere übergegangen. Woher sie stammen, habe ich nicht ermitteln können,
und irgendwelche literarische Erwähnung aus älterer Zeit ist mir nicht bekannt²). Wenn auch der Name
Feraghan dort mit Recht steht, so genügt das nicht, Herodots Παρικάνιοι der X. Satrapie hier zu lo-
kalisieren. Daß sie an eine ganz andere Stelle gehören und diese die Ὀρθοκορυβάντιοι zu lehren.
Ob die Namen dem persischen Originale der Tributliste entstammen oder erst zu den Ergänzungen ge-
hören, sie müssen jedenfalls aus persischer Quelle fließen. Der zweite Bestandteil des fraglichen Volks-
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