国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
|
|
カラー画像サムネイル -
目次 -
ページ番号 -
書誌情報(メタデータ) -
キャプション -
カラー画像 -
白黒高解像度画像 -
見開きページ -
グラフィック -
| 0064 |
Iranische Felsreliefs : vol.1 |
| イランの岩壁彫刻 : vol.1 |
引用情報
OCR読み取り結果
auf ein ziemlich enges Armloch zugenäht, ist ein schleierartiges Übergewand, welches früher, jetzt
weniger, von Perserinnen und Araberinnen der Städte auf der Straße getragen wurde.
Als Kopfbedeckung gehört zu diesem Gewande in der Regel die medische Tiara, eine geriefelte,
halbsteife, hohe Filzmütze, oben geschlossen, mit einem schmalen Bund am unteren Rande (vgl. Abb. im
Cap. XXII—XXV). Auffallend ist die Ähnlichkeit dieser Kopfbedeckung mit der qu'uq genannten
älteren Form des Fez, wie sie noch im 18. Jahrhundert von den Türken allgemein getragen wurde,
und wie sie Niebuhr (I, Tafel XIX, 4 und 6) abbildet und beschreibt. Daneben tragen die Diener des
Königs einen Bashlyk (vgl. Abb. im Cap. XXII—XXV) mit lang herabfallendem Zipfel, aus weichem
Stoff, dessen vordere Enden, um Kinn und Mund geschlagen, über die Schultern herabfallen. Diesen
Bashlyk tragen Türken, besonders das Militär, noch heute. Auf den persischen Denkmälern ist die Tiara
die allgemein verbreitete und auch zur Kriegsausrüstung gehörige Kopfbedeckung. Der Bashlyk der
Meder ist im wesentlichen dasselbe wie die skythische Kopfbedeckung, nur aus weichem Stoff. Wenn
man nun auf dem Anubaninrelief bei Sarpul schon in uralter Zeit die geriefelte Tiara trifft, so scheint
der Bashlyk die Urtracht der Meder gewesen zu sein, und die Tiara hätten sie erst von den alten in
Medien sitzenden Völkern angenommen. — Verschiedene Male tragen die Diener des Königs auch breite,
aber oben offene Reifen auf dem Kopfe, und dieses trägt auch der König selbst auf den Kampf-
darstellungen. Wie das im einzelnen zu erklären ist, kann ich nicht sagen. Sonst trägt der König in
Persepolis immer die Kidaris, einen hohen, der Tiara ähnlichen Hut, aber ohne Riefelung und mit
einem vorspringenden oberen Rande, wie ihn syrische Priester tragen. In Bisutûn (vgl. unten
Cap. XXXIV—XXXV) dagegen trägt Dareios eine Krone. — Dafür, daß die Parther medische Tracht
tragen, kann man vielleicht Pomp. Trogus (bei Justin XLI, II) heranziehen, der, allerdings auf spätere
Zeit und wohl speziell auf die Parner bezüglich, von den Parthern sagt: Vestis olim sui moris; postequam
accessere opes, ut Medis perlucida ac fluida. Gar nicht zu vergleichen ist dagegen Herodot VII, 61, 62, 66.
Die zweite Trachgruppe umfaßt die Uvadja, Haraiva und Suguda. Aber auch Aspaçina, die
Perser, ein großer Teil der Garden, die Hälfte der Einführer der Tributzüge, ein Teil der Diener trägt
das gleiche Gewand. Da die persischen Steinmetzen Faltenwurf sehr wohl darstellen konnten, ist die
Glattheit dieses Rockes und dieser Hosen offenbar gewollt. Nun sagt bei Herodot (I, 71) Sandanis, der
den Kroisos vor einem Kriege mit den Persern warnt: „Ὦ βασιλεῦ, ἐπ᾽ ἄνδρας τοιούτους ἀποστεύεσθαι παρα-
σκευάζεαι, οἵ ἀκετίνες μὲν ἀπεζωσμένοι, ἀκετίνες δὲ τὴν ἄλλην ἐσθῆτα φορέουσι, αἰτέοντα δὲ οὐκ ὅσα ἐθέλουσι,
ἀλλ᾽ ὅσα ἔχουσι, χώρην ἔχοντες τοιήνδε." Diese altpersische Ledertracht, die später teilweise zugunsten
der medischen abgelegt wurde, ist die Tracht der zweiten Gruppe. Die Perser tragen zu ihr eine
hohe, runde, ballonförmige Mütze, offenbar aus gesteifstem Filz, wie sie noch heute die Luren,
Bakhtiari und Mumäseni des Fârs und des Lûristân tragen, und in welcher Form die mit Persianer
überzogenen kulah's der Perser im 17. und 18. Jahrhundert Mode waren. Manchmal haben diese
runden Filzmützen noch einen Nackenschutz. Die Garden des Tributzuges vom Apadana des Xerxes
tragen auch zum Teil einen Mantel, ebenfalls glatt und faltenlos, daher wohl aus sehr festem Stoff.
Dieser Mantel ist nur um die Schultern gehängt, hat unbenutzte Armlöcher, über die statt der Ärmel
lange, steife Lappen herabfallen. Das ist völlig gleich mit dem Umhang von dickem Filz, den die Luren
und Bakhtiari, die ja Völker alter iranischer Abstammung sind und sich in ihren abgeschiedenen Ge-
birgen sehr rein erhalten haben, noch heute tragen¹). — Die Uvadja der Reliefs tragen eine um den Kopf
gewundene Wulst als Kopfbedeckung, und damit wird die gleiche Kopfbedeckung gemeint sein, welche
die susischen Garden, die archers im Louvre, tragen, nämlich die susische Mitra. Diese Mitra läßt den
Kopf oben frei. Die Kopfbedeckung der Haraiva und Suguda ist nicht deutlich; wenn man die
im übrigen gleichgekleideten Figuren F vom Tributzuge der Artaxerxestreppe mit Recht zur Erläuterung
heranzieht, und nicht etwa ein kleinasiatisches Volk unter ihnen zu verstehen hat, so ist ihre Kopf-
bedeckung eine wie geflochten aussehende runde Kappe.
1
.
.
.
.
|
.
.
.
.
11
.
.
.
.
|
.
.
.
.
21
.
.
.
.
|
.
.
.
.
31
.
.
.
.
|
.
.
.
.
41
.
.
.
.
|
.
.
.
.
51
.
.
.
.
|
.
.
.
.
61
62
63
64
65
66
.
.
.
.
71
.
.
.
.
|
.
.
.
.
81
.
.
.
.
|
.
.
.
.
91
.
.
.
.
|
.
.
.
.
101
.
.
.
.
|
.
.
.
.
111
.
.
.
.
|
.
.
.
.
121
.
.
.
.
|
.
.
.
.
131
.
.
.
.
|
.
.
.
.
141
.
.
.
.
|
.
.
.
.
151
.
.
.
.
|
.
.
.
.
161
.
.
.
.
|
.
.
.
.
171
.
.
.
.
|
.
.
.
.
181
.
.
.
.
|
.
.
.
.
191
.
.
.
.
|
.
.
.
.
201
.
.
.
.
|
.
.
.
.
211
.
.
.
.
|
.
.
.
.
221
.
.
.
.
|
.
.
.
.
231
.
.
.
.
|
.
.
.
.
241
.
.
.
.
|
.
.
.
.
251
.
.
.
.
|
.
.
.
.
261
.
.
.
.
|
.
.
.
.
271
.
.
.
.
|
.
.
.
.
281
.
.
.
.
|
.
.
.
.
292
.
.
.
.
|
.
.
.
.
302
.
.
.
.
|
.
.
.
.
312
.
.
.
.
|
.
.
.
.
322
.
.
.
.
|
.
.
.
.
332
.
.
.
.
|
.
.
.
.
342
.
.
.
.
|
.
349
Copyright (C) 2003-2026
National Institute of Informatics(国立情報学研究所)
and
The Toyo Bunko(東洋文庫). All Rights Reserved.
本ウェブサイトに掲載するデジタル文化資源の無断転載は固くお断りいたします。