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0095 Iranische Felsreliefs : vol.1
Iranische Felsreliefs : vol.1 / Page 95 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000244
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Von besserer Erhaltung ist das zweite, unter dem soeben beschriebenen angebrachte Relief; es
ist von Flandin et Coste freigelegt worden, aber seitdem teilweis wieder verschüttet worden. Eine
photographische Aufnahme bereitet große Schwierigkeiten, da das Relief nur von der Seite auf-
genommen werden kann, und so möchte die beste Darstellung wohl die von den Forschern, welche
das Relief freigelegt haben, publizierte Zeichnung sein (Pl. CLXXXIV).

In der Komposition zeigen beide Reliefs große Ähnlichkeit. Der König ist fast übereinstimmend
im vollen Galopp mit eingelegter Lanze dargestellt, während der Gegner, gleichfalls heranstürmend,
soeben einen Lanzenstoß an der Schulter zu empfangen scheint. Es ist der Moment zum Ausdruck ge-
bracht, der dem oberen Relief unmittelbar voraufgeht. Der Standartenträger fehlt hier, während eine
gleiche Figur wie oben unter dem Pferd des Königs liegt. Von besonderem Wert ist die verhältnismäßig
gute Erhaltung des Reliefs, und sie dient dazu, schwer zu erkennende und zerstörte Details des oberen
Reliefs sicherzustellen und zu erklären. Wir sehen, daß beide Reiter gepanzert sind. Ein Schuppen-
panzerhemd reicht bis zu den Hüften herab, während die Arme und Beine mit Ringpanzern bekleidet
zu sein scheinen. Die Kopfbedeckung des Königs ist schwer zu erkennen; es scheint sich auch hier
um den geflügelten Helm Warahrans IV. (vgl. Abb. 36) zu handeln, von dem aus ein mächtiges ge-
faltetes Band im Winde flattert. Der Globus fehlt. Die Helme des gegnerischen Reiters und des am
Boden liegenden Feindes sind von runder Form, mit Nackenschutz und einem Kugelknopf als Krönung
versehen.

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